Die Paulaner Story | Geschichten aus dem Paulanergarten | 3
Shownotes
Folge 3/4: Ein mysteriöser Brand, Übernahmegerüchte und eine Werbekampagne, die zum Internet-Meme wird: Paulaner erlebt in den 1990ern und 2000ern dramatische Jahre. Unter Stefan Schörghuber entsteht Münchens größte Brauerei, bis sein plötzlicher Tod das gesamte Gefüge erschüttert. Während die Marke global expandiert und der Bierkonzern Heineken zum strategischen Partner wird, wandert Paulaner zwischen bayerischer Gemütlichkeit und globaler Weißbier-Dominanz.
Kontakt: imperium@studio-jot.de Folge IMPERIUM: https://www.instagram.com/imperium.podcast/
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00:00:01: Jörg.
00:00:06: Früher, in Paulana Biergarten am Münchner Nockaberg.
00:00:11: Zwischen Kastanien, Bäumen und Biertischen sind die Dreharbeiten für einen Werbespot im vollen Gang.
00:00:17: Zwei Statisten sitzen an einem Biergartentisch, Maasgrüge vor sich, während rundherum die letzten Scheinwerfer justiert werden.
00:00:25: Weißt du eigentlich, was hier gedreht
00:00:27: wird?
00:00:27: Klar, du etwa nicht?
00:00:29: Nee.
00:00:30: Hab heute früh nur einen Anruf von der Agentur erhalten.
00:00:33: Ich solle um zehn Uhr hier auf der Mathe stehen.
00:00:36: Na, ein Werbespot natürlich.
00:00:38: Für eine große Biermarke.
00:00:40: Weißt du welche?
00:00:42: Da wir hier im Biergarten am Nockerberg sitzen, wird das wohl kaum Rufbräu sein.
00:00:48: Und weißt du, worum es im Spot geht?
00:00:50: Freilich.
00:00:51: Es geht um drei Inder, die hier im Biergarten Paulana Weißbier bestellen wollen.
00:00:55: Aber leichter gesagt als getan, die Herrschaften können nämlich kein Deutsch.
00:00:58: Oje.
00:01:00: Mir schwand Übles.
00:01:01: Mitzu, laut Drehbuch sollen die drei eigentlich nur drei Weißbier bestellen.
00:01:06: Sagen aber stattdessen mit dem Wörterbuch in der Hand, ich möchte diesen Teppich nicht kaufen, bitte.
00:01:16: Kniller?
00:01:17: Schon ziemlich daneben, findest du nicht?
00:01:20: Komm, ich find das lustig.
00:01:22: Wenn du meinst, aber was hat das jetzt mit Bier zu tun?
00:01:26: Das ist der Gag.
00:01:28: Die Wirten versteht trotzdem und bringt den Männern ihr Weißbier.
00:01:32: Es geht um dieses Gefühl, dass man sich versteht, auch wenn man sich nicht versteht, verstehst du?
00:01:39: Die Paulana Werbespots sind ein unverkennbares Produkt ihrer Zeit.
00:01:44: Doch mit dem Paulanagarten entsteht ein cleverer Marketing-Kuh.
00:01:48: Humorvoll, leicht, bekömmlich und durch und durch bayerisch.
00:01:54: Kein Biergarten im geografischen Sinne, sondern eine deutschlandweite PR-Kampagne zwischen Münchner Gemütlichkeit und globaler PR-Strategie.
00:02:03: Es folgen viele weitere TV-Spots alle nach der gleichen Rezeptur.
00:02:08: Doch im Zeitalter des Internets entwickelt die Inszenierung ein Eigenleben.
00:02:13: Der Paulanagarten, geschaffen für die Bierwirtschaft, wird online zur Blaupause für eine junge Internetkultur.
00:02:20: So wird aus einem Werbespruch ein Mythos und aus dem Mythos ein Meme.
00:02:25: Die Kampagne wird ironisiert, persifliert, bis sie ebenso zur Internetkultur wie zur Biokultur gehört.
00:02:33: Es entsteht ein Hashtag für Ironie, Sport, aber auch politisch motivierte Diskreditierung.
00:02:39: Ein unkontrolliertes Internet-Phänomen, das Paulana noch Jahre später verfolgen wird.
00:02:55: Ich bin Marc-Ben-Puch und das ist Imperium.
00:02:59: Die Paulanastory von Studio J. In der letzten Folge endete die Ära des Paulanapatriarchen Josef Schörkuba, der aus Bier und Beton ein Imperium schuf.
00:03:25: Unter seiner Führung wurde das Klosterbier zu einer der modernsten Brauereien Münchens und zum Sinnbild bayerischer Lebensart.
00:03:33: Die Einführung des ersten alkoholischen Weißbiers der Welt erweist sich kurzfristig als Minusgeschäft, doch mit jedem Jahr zeigt sich mehr die Vision dahinter.
00:03:43: Erst mit dem schmerzlichen Verlust des Paulana Oberhaupts geht diese verloren und es beginnt ein neues, ungewisses Kapitel.
00:03:54: Die Führung des Konzerns mit seinen rund viertausend fünfhundert Beschäftigten fällt an Josef Schörkubers Sohn Stefan, einen introvertierten Mitreißiger, der jahrelang im Schatten seines übermächtigen herrischen Vaters stand.
00:04:08: Mit einem völlig anderen Führungsstil tritt er ins Rampenlicht.
00:04:12: Einst in der eigenen Familie unterschätzt, wird nun jeder seiner Schritte Firmen intern, wie auch in der Branche mit Skepsis verfolgt.
00:04:20: Sein Ziel?
00:04:21: Den Familienkonzern stabilisieren?
00:04:24: und Paulana zur größten Weißbiermarke der Weltformen.
00:04:28: Mit Spezi zeigt ausgerechnet das oft belächelte Softdrink-Geschäft eine Stärke, mit der niemand gerechnet hatte.
00:04:36: In mitten einer Phase des Wachstums zur größten Brauerei Münchens sieht sich Paulana mit Brandstiftung, feindlichen Übernahmen und einem gesellschaftlichen Wandel konfrontiert.
00:04:47: Und im Inneren steht der Familie Schörgruber ihr bislang schwerster Schicksalsschlag bevor.
00:04:53: Und damit auch ... Der Traditionsbrauerei.
00:04:57: Das ist Folge drei.
00:04:58: Geschichten aus dem Paulanagarten.
00:05:04: Siebenundzwanzigster November, nineteenhundertneunundneunzig in München.
00:05:12: Am frühen Nachmittag liegt über dem Nockerberg dichter dunkler Rauch.
00:05:16: Der Paulanakeller und der dazugehörige Festsaal stehen in Flammen.
00:05:20: Das Herzstück des Brauereigeländes.
00:05:23: Vierhundert Feuerwehrleute kämpfen gegen die Flammen und versuchen, einen Übergreifen auf die angrenzenden Produktionsstätten zu verhindern.
00:05:31: Es ist der größte Brand den München seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges erlebt hat.
00:05:36: Wirtshaus-Betreiber Peter Pongrats steht unweit der brennenden Ruine.
00:05:41: Seine Schultern wirken schwer, der Blick star.
00:05:45: Er ist seit Jahrzehnten eine feste Größe in der Münchner Wirtshaus-Szene.
00:05:48: Außerdem betreibt er das Paul-Hahn-Erzelt auf dem Oktoberfest.
00:05:52: Eine Kriminalhauptkommissarin kommt von der Einsatzleitung zu ihm herüber.
00:05:58: Nun, Herr Pomgratz, erzählen Sie mir bitte ganz genau, was in der Nacht auf heute geschehen ist.
00:06:03: Natürlich.
00:06:05: Einer meiner Angestellten meinte in der Nacht Rauch zu riechen.
00:06:09: Er konnte aber nichts finden.
00:06:11: Zu welcher Uhrzeit war das?
00:06:13: Etwa um ... um zwei Uhr nachts gegen drei habe ich dann ein Feuer im Flur zwischen Küche und Gastraum entdeckt.
00:06:22: Zum Glück war die Feuerwehr schnell zur Stelle.
00:06:24: Mit ihrer Hilfe konnten wir die Flammen rasch löschen.
00:06:26: Und dann?
00:06:28: Dann ging es erst richtig los.
00:06:30: Kurz vor acht habe ich gemerkt, dass in mehreren Seelen Feuer gelegt wurde.
00:06:34: Und der drei Christbäumen lagen brennende Stoffseerwärten.
00:06:37: Zum Glück war das Holz noch etwas feucht, sodass es nicht direkt Feuer fing.
00:06:41: So konnten wir auch dort schnell eingreifen.
00:06:44: Danach haben sie gemeinsam mit der Brandfahndung das Gebäude durchsucht.
00:06:49: Wie mir die Kollegen von der Feuerwehr vorhin mitteilten.
00:06:51: Korrekt?
00:06:52: So ist es.
00:06:54: Feuer legt sich bekanntlich nicht von allein.
00:06:56: Jemand hat es auf uns abgesehen.
00:06:58: Wir haben systematisch das verwinkelte Gebäude durchsucht.
00:07:01: Und gerade als wir dachten, es wäre überstanden, hörten wir oben im Dachstuhl leises Knister.
00:07:07: Wir sind sofort hinauf als...
00:07:10: Lassen Sie sich Zeit.
00:07:12: Als wir oben waren, lagen da überall brennende Servietten.
00:07:18: Irgend ein Lump wollte einfach nicht locker lassen.
00:07:20: Und diesmal mit Erfolg.
00:07:21: Das trockene Gebelg hat sofort Feuer gefangen.
00:07:24: Da konnten wir nur noch um unser Leben
00:07:26: ran.
00:07:27: Also sprechen wir von vier Brandstiftungsversuchen in einer Nacht.
00:07:31: Mindestens, ja.
00:07:33: Der Täter scheint sich im Gebäude hervorragend ausgekannt zu haben.
00:07:37: Haben Sie eine Vermutung, wer es gewesen sein könnte?
00:07:40: Gab es in letzter Zeit Kündigung oder Streit?
00:07:43: Keineswegs.
00:07:44: Im Betrieb gibt es keine Unfrieden.
00:07:46: Oder Anfeindungen gegen Sie oder Ihre Frau?
00:07:50: Immerhin ist sie die Schwester vom Konzernchef Stefan Schaak-Huber.
00:07:54: Wo
00:07:54: denken Sie hin?
00:07:55: Nie und nimmer.
00:08:00: Als der Dachstuhl einstürzt und der Festsaal ausbrennt, verliert die Brauerei mehr als nur Gastronomiefläche.
00:08:07: Die Flammen zerstören den historischen Salvatorkeller aus dem neunzehnten Jahrhundert, ein Stück Markenidentität und Schauplatz des berühmten Salvatorfestes.
00:08:17: Wirtschaftlich bedeutet der Brand für Stefan Schörkhuber einen Millionen-Schaden und ein komplexes Ersatz- und Wiederaufbauprogramm.
00:08:25: Doch die ganz große Katastrophe bleibt aus.
00:08:27: Die Flammen stoppen wenige Meter vor den Produktionsgebäuden.
00:08:31: Dort, wo große Ammoniak-Vorräte für die Kühlung lagern.
00:08:35: Hochgiftig und explosiv.
00:08:38: Der Täter konnte trotz jahrelanger Ermittlungen und sechshundertfünfzig Verdächtigen bis heute nicht ermittelt werden.
00:08:44: Darunter auch Peter Bongrats persönlich und dessen Stiefbruder.
00:08:51: Für Stefan Schörkuber fällt er brand in eine Phase, in der er die Brauerei neu ausrichtet.
00:08:57: Seit dem Tod seines Vaters steht er an der Spitze der Gruppe, ein zurückhaltender Erbe, der lange von seinem Vater kleingehalten wurde.
00:09:05: In München gilt er zu Beginn als höflich, fast scheu, jemand, der lieber beobachtet als in Aktion tritt.
00:09:12: Und nun trägt er die Verantwortung allein und sieht sich einer doppelten Aufgabe gegenüber.
00:09:18: Er muss den weit verzweigten Firmenverbund stabilisieren und gleichzeitig das Biergeschäft modernisieren.
00:09:25: In der Brau Holding setzt er auf klare Strukturen, straffere Führung und Wachstum im Ausland.
00:09:32: Doch die Herausforderungen sind beträchtlich.
00:09:34: Der Bierkonsum in Deutschland geht seit den Achtzigerjahren stetig zurück.
00:09:39: Der jährliche Prokopfverbrauch liegt im Schnitt nur noch bei hundertundzwanzig Litern.
00:09:45: In den Siebzigeren waren es noch über hundertfünfzig Liter, tendenzweiterfallend.
00:09:54: In den Neunzehnten und Neunzigerjahren baut der Junior daher besonders auf den Export und die Nachfrage im Ausland wächst.
00:10:00: Ninzehundertsechsundneunzig liegt der Paulana-Ausstoß bei rund eins Komma acht Millionen Hektolitern.
00:10:07: Mehrere Hunderttausende davon fließen ins Ausland.
00:10:10: Vor allem Italien wird zu einem Schlüsselmarkt, gefolgt von Nordkorea und Frankreich.
00:10:16: Das internationale Geschäft wird zu einem Motor, der Paulana unabhängig vom schwankenden Inlandskonsum machen soll.
00:10:24: Auch wenn die Nachfrage im Ausland steigt, trifft Stefan Schörkuba dort auf Gegner in ganz anderen Größenordnungen.
00:10:31: Internationale Bierkonzerne mit Volumen, Strukturen und Budgets, die selbst seine eigene Bierholding, eine der zehn größten in Deutschland, klein wirken lassen.
00:10:42: Doch damit will er sich nicht abfinden und sucht einen starken Verbündeten.
00:10:46: Aber wer sich mit globalen Brauriesen an einen Tisch setzt, riskiert, als Beute geschluckt zu werden.
00:10:53: Oder die Loyalität der eigenen Belegschaft zu verlieren.
00:11:03: Februar, im sonnigen Remini in Italien.
00:11:07: Auf der Beer & Food Attraction, einer der wichtigsten Bierfachmessen Europas, trifft sich, was in der Welt des Bieres Rang und Namen hat.
00:11:15: Fachleute aus Brauwesen, Vertrieb und Marketing, aber auch Bierfans und Medienleute.
00:11:21: Zwischen frischgezapften Pils, Craft-Neuheiten und glänzenden Edelstahlkesseln wird verhandelt und getrunken.
00:11:28: Am Rand des Paulana-Stands steht Stefan Schörkuba im dunklen Anzug.
00:11:33: Eine Journalistin mit Aufnahmegerät drängt sich durch die Menge direkt auf den Konzernchef zu.
00:11:39: Herr Schörkuba, auf ein Wort.
00:11:41: Es heißt, der niederländische Bierkonzern Heineken wolle sich in ihre Brauhulding einkaufen.
00:11:47: Man munkelt von einer Fünfzig-Prozent-Beteiligung.
00:11:49: Stimmt das?
00:11:50: Ach, in unserer Branche wird viel erzählt.
00:11:53: Ich habe gelernt, nicht alles zu glauben, was an Stammtischen gezwitschert wird.
00:11:57: Also finden keine Gespräche hinter verschlossenen Türen statt?
00:12:00: Man hört, die Niederländer seien besonders an Paulana und seinem Weißbier interessiert.
00:12:05: Wer nicht?
00:12:07: Wie ich schon gesagt.
00:12:08: Man sollte nicht alles glauben.
00:12:10: Ihr Vater stand für Unabhängigkeit und bayerische Tradition.
00:12:14: Glauben Sie, er hätte solche Pläne gut geheißen?
00:12:17: Leider können wir Ihnen das nicht mehr fragen, nicht wahr?
00:12:20: Heineken kann bis heute keine nennenswerten Marktanteile in Deutschland vorweisen.
00:12:25: Der Heineken-Chef nannte den deutschen Biermarkt einmal das reinste Blutbad.
00:12:31: Wäre Ihre Brauhölding mit Paulana und den anderen Brauereien im Portfolio nicht ein Perfect Match?
00:12:37: Das müssen Sie schon den Kollegen von Heineken fragen.
00:12:40: Herr Scherckhuber, im
00:12:41: Ernst.
00:12:42: Es heißt, Paulana stehe vor dem Ausverkauf.
00:12:45: Dabei ist es eine der letzten großen, unabhängigen deutschen Biermarken.
00:12:50: Nachdem andere wie Becks, Spaten, Löwen, Bräu oder Diebels längst in ausländischer Hand sind.
00:12:56: Die Leute machen sich Sorgen, dass nun auch Paulana veräußert werden könnte.
00:13:01: Darunter ihre Angestellten und Kleinaktionäre.
00:13:04: Was sagen sie dazu?
00:13:06: Dass die Brauholding gesund ist, solide und im Mehrheitsbesitz der Schörkubergruppe.
00:13:11: Und das wird auch so bleiben.
00:13:12: Womit sie de facto eine Minderheitsbeteiligung von Heinigen weder ausschließen, noch abstreiten.
00:13:18: Oder, Herr Scherkuber?
00:13:20: Sag mir so, Gespräche führt man erst, wenn es sich lohnt.
00:13:24: Und darüber reden tut man erst, wenn es vorbei ist.
00:13:28: Und nun entschuldigen Sie mich bitte.
00:13:34: Im Frühjahr, wird aus leisen Gerüchten handfeste Fakten.
00:13:39: Die Schörkuba-Gruppe und der niederländische Brauriese Heineken, der weltweit drittgrößte Bierkonzern, gehen eine Allianz ein.
00:13:47: Damit wird erstmals einer der ausländischen Brauereikonzerne maßgeblich auf dem deutschen Biermarkt vertreten sein.
00:13:54: Heineken übernimmt über einen Neugegründeten Joint Venture der Brauholding International.
00:14:01: Schörkuba behält mit fünfzig, eins Prozent die Kontrolle.
00:14:06: Gerade so.
00:14:07: Paulana bildet fortan das Kernstück eines Bierverbunds, in dem auch Marken wie Hack-Up-Shore und Kulmbacher gebündelt werden.
00:14:15: Die Münchner setzen große Hoffnungen in die Allianz.
00:14:18: Das weltweite Vertriebsnetz von Heineken bietet besonders für Weißbier enormes Absatzpotenzial, um die sinkenden Absätze in Deutschland aufzufangen.
00:14:27: Der Prokopfbierverbrauch der Deutschen ist mittlerweile auf Hundertzwanzig Liter im Jahr gerutscht.
00:14:32: Das frische Kapital aus den Niederlanden hilft nun bei zukünftigen Investitionen.
00:14:37: Heineken übernimmt die Rolle des Exportmotors, liefert Logistik, Marktpräsenz und Know-how.
00:14:42: Über die Schörkuba-Brauerei-Gruppe erhält Heineken wiederum Zugang zum deutschen Markt.
00:14:51: Außerdem erhalten die Niederländer eine starke Weißbiermarke mit bayerischen Wurzeln und klarer Premium-Positionierung.
00:14:59: Trotz generell rückläufigen Bierkonsums verzeichnet Paulana ein Umsatz plus von vier Komma fünf Prozent über vierhundert Millionen Euro.
00:15:08: Der Marktanteil im Weißbiersegment steigt auf knapp achtzehn Prozent.
00:15:12: Damit liegt Paulana erstmals einen Prozentpunkt vor dem Hauptkonkurrenten Erdinger Weißbier.
00:15:19: Außerdem wird Paulana von steigenden Exporten beflügelt, vor allem nach Asien und Nordamerika.
00:15:25: Wichtige Wachstumsimpulse, die das Joint Venture mit Heineken zusätzlich befeuert.
00:15:31: Innerhalb weniger Jahre gelingt es Stefan Schörkuba sich von der regionalen Traditionsmarke zur starksten Weißbierbrauerei Deutschlands zu entwickeln.
00:15:39: Getragen von professionellem Marketing, Exportwachstum und einem klaren internationalen Kurs.
00:15:46: Außerdem wächst Paulana zu Münchens größter Brauerei.
00:15:49: Noch Vorsparten Franziskana und Löwenbräu.
00:15:53: Schörkuba's Ziel, zur größten Weißbiermarke der Welt aufzusteigen, ist zum Greifen nah.
00:15:59: Doch ausgerechnet jetzt nimmt die Geschichte der Brauerei und ihres jungen Chefs eine tragische Erwendung.
00:16:18: Der Chef des familieneigenden Immobilien, Bier und Hotelimperiums hinterlässt seine Ehefrau und drei Kinder.
00:16:40: Der Finanzvorstand Hans-Peter Ho spricht von einem unermesslichen Verlust.
00:16:46: Mit Stefan Scherkhuber verliere das Unternehmen.
00:16:49: Die Wirt in einer Berliner Kneipe schaltet den Fernseher aus, der hinter ihr an der Wand hängt.
00:16:54: Zum Unmut ihres einzigen Gastes am Dresen.
00:16:58: Hey, ich wollte es noch schauen.
00:17:00: Immerhin ist der Paulana-Chef gestorben.
00:17:03: Gold hab ihn seelig.
00:17:05: Ihm und das Beste weiß wir Deutschlands.
00:17:08: Ich,
00:17:08: du und dein Mönchsbier.
00:17:10: Man soll nicht schlecht über Tote reden, aber ich weiß ja nicht.
00:17:14: Diese Sherk-Hubers waren mir schon immer suspekt.
00:17:16: Ach komm, der Junior hat doch das Erbe seines Alten gut weitergeführt.
00:17:21: Und bescheiden war er auch.
00:17:23: Zumindest für einen der reichsten Männer Deutschlands.
00:17:26: Ach, trotzdem.
00:17:28: Man kennt genug Geschichten.
00:17:30: Er soll wohl kein einfacher Mensch gewesen sein.
00:17:33: Misstrauisch.
00:17:35: Nach außen kühl.
00:17:37: So einen willst du nicht als Chef.
00:17:39: Tja, wir sehen ja, er soll schlimmer gewesen sein.
00:17:42: Aber die eigentliche Frage ist sowieso.
00:17:44: Wer übernimmt jetzt das Zepter?
00:17:47: Die Kinder des Jugendschirrkubers können's nicht sein.
00:17:49: Die sind ja selber noch zu jung.
00:17:51: Was ist mit Heinigen?
00:17:53: Vielleicht schlucken die Niederländer Paulana endgültig.
00:17:56: Auf Ex.
00:17:57: Ja je, wenn das so kommt.
00:17:59: Dann war es das mit Paulana und mir.
00:18:03: Ich hätte noch andere Biere im Angebot.
00:18:10: Paulana hat die Globalisierung gewagt und den Konzern neu geordnet.
00:18:15: Mit dem frühen Tod von Stefan Schörkuber verliert das Unternehmen plötzlich und ohne jede Vorwarnung die Führungsfigur, die die Fäden in der Hand hält.
00:18:25: Zurück bleibt ein milliardenschweres Gefüge ohne Peilung, zerrissen zwischen Traditionen, Familieninteressen, und dem Einfluss des Weltkonzerns Heineken.
00:18:35: Die Beer-Holding produziert in dieser Zeit einschließlich der alkoholfreien Getränke, sechs Komma fünf Millionen Hektoliter.
00:18:43: Der Umsatz liegt bei über siebenhundert Millionen Euro.
00:18:47: Paulana steht vor einer allesentscheidenden Frage.
00:18:51: Wessen Interessen?
00:18:52: Bestimmen künftig Münchens berühmtes das Bier?
00:19:12: Im Hauptsitz der Shirkuber Unternehmensgruppe am Arabella Park steht ein Interviewtermin an.
00:19:18: Alexandra Shirkuber, Witwe des verstorbenen Konzernchefs Stefan Shirkuber, empfängt einen Journalisten in ihrem Büro.
00:19:28: Liebe Frau Shirkuber, zu Beginn stelle ich Sie unseren Leserinnen und Lesern kurz vor.
00:19:32: Sie stehen an der Spitze der Schörkube-Unternehmensgruppe.
00:19:36: Sie leiten ein Wirtschaftsimperium, das im Bau- und Immobilien-Gewerbe ebenso aktiv ist, wie im Brauereigeschäft und in der Hotelbranche.
00:19:45: Seit zwei Jahren, seit dem Tod ihres Mannes, führen sie die Geschicke des Familienimperiums, zu dem auch Paulana gehört.
00:19:53: Da hat jemand seine Hausaufgaben gemacht.
00:19:56: Sie haben nach dem Abitur eine Ausbildung als Hotelkauffrau absolviert und waren anschließend in Deutschland, Schweiz und auf den Bermuders tätig.
00:20:05: Mit dreißig haben sie Stefan Schörkuba geheiratet.
00:20:08: War das schon klar, dass sie im Unternehmen eine Rolle spielen werden?
00:20:12: Nein.
00:20:13: Im Gegenteil.
00:20:15: Mein Mann und ich waren uns einig, dass ich in der Unternehmensgruppe keine Rolle spielen werde.
00:20:21: Zwar hatte ich den Anspruch, beruflich etwas auf die Beine zu stellen.
00:20:24: Aber zunächst waren die Kinder das Wichtigste.
00:20:27: War es eine schwierige Entscheidung, die Leitung der Unternehmensgruppe zu übernehmen, nach dem plötzlichen Tod ihres Mannes?
00:20:33: Die Frage hat sich für mich gar nicht gestellt.
00:20:36: Ich hatte auch nicht viel Zeit mit mir zu ringen.
00:20:38: Es gab für mich keine Alternative.
00:20:41: Gab es Widerstände im Management?
00:20:42: Oh ja, die gab es.
00:20:44: Aber das ist normal.
00:20:47: Sie haben einen Sohn und zwei Töchter im Teenager-Alter.
00:20:50: Kristallisiert sich schon eine Kandidatin oder ein Kandidat für den nächsten Generationswechsel heraus?
00:20:57: Bis jetzt ist das nicht angedacht.
00:20:59: Wir haben seit zwei tausend neun ein Fremdmanagement mit externen Führungskräften.
00:21:05: Ich könnte mir vorstellen, dass das auch so bleiben wird.
00:21:08: Aber die Familienmitglieder sind als Gesellschaften immer ganz eng dabei.
00:21:13: Ihr Schwiegervater Josef Schirk Kuba galt als Patriarch der alten Schule.
00:21:18: Wie viel von ihm steckt noch in der Unternehmensgruppe?
00:21:22: Wenn meinem Schwiegervater jemand nicht gepasst hat, dann hat er gesagt, du bist morgen weg, ich will dich nicht mehr sehen.
00:21:29: Das war eine völlig andere Zeit.
00:21:31: Aber ohne ihn gäbe es die Unternehmensgruppe nicht.
00:21:36: Sie sind auch im Verwaltungsbeirat des FC Bayern, den ihre Paulana Brauerei sponsert.
00:21:41: Vermutlich haben sie dort hauptsächlich mit Männern zu tun, richtig?
00:21:45: Das kann man so sagen, wie so oft.
00:21:49: Ich habe mal zu einem Bekannten gesagt, der beim FC Bayern war, ihr könntet doch auch mal eine Frau vertragen.
00:21:56: Da hat er geantwortet, bis das passiert, vergehen noch zwanzig Jahre.
00:22:00: Einige Wochen später saß ich im Verwaltungsbeirat neben Uli Hoeneß.
00:22:06: Der war nämlich der Idee, eine Frau im Team zu haben, weit weniger abgeneigt.
00:22:14: Nach den Tod von Stefan Schörkuber übernimmt noch im gleichen Jahr Alexandra Schörkuber die Leitung als Vorsitzende des Stiftungsrats der Schörkuber-Gruppe.
00:22:23: Sie steht an der Spitze eines Milliardenunternehmens.
00:22:27: Für die Brauerei Paulana bedeutet ihr Einstieg vor allem Stabilität in einer unsicheren Phase.
00:22:33: Während der deutsche Biermarkt schwankt, stabilisiert sie die Marke mit Investitionen in Markenpflege, Sponsoring und Export.
00:22:42: Der Bierkonsum in Deutschland sinkt weiter, verstärkt durch das neue Rauchverbot in Gaststätten.
00:22:48: Paulana kann in diesem schwierigen Umfeld seine regionale Stärke halten.
00:22:52: Die Schörkuba-Gruppe bleibt in München fest verankert.
00:22:55: Rückenwind kommt zudem aus der Partnerschaft mit Heineken, die den Zugang zu internationalen Märkten erleichtert.
00:23:02: Ganz anders ergeht es den Münchner Konkurrenten.
00:23:05: Löwenbräu, Spaten und Franziskana Fallen an den belgisch-brasilianischen Brauriesen Inbeth, der später mit dem Konkurrenten Anäuser Busch fusioniert.
00:23:15: So entsteht der mit Abstand größte Bierkonzern der Welt.
00:23:23: Im Vergleich zu diesem Giganten wirkt selbst die Paulana Beer Holding winzig.
00:23:29: Während der Absatz im Inland schwankt, wächst das Geschäft im Ausland spürbar.
00:23:34: Zwei-tausend zwölf steigt der Bier-Ausstoß auf über fünf Millionen Hektoliter.
00:23:39: Zahlen, die den neuen Spagat zeigen, Ein herausfordernder Heimatmarkt und zugleich Hoffnung auf den internationalen Bühnen.
00:23:47: Alexandra Schörkuber muss das Unternehmen konsolidieren, modernisieren und zugleich die Identität bewahren.
00:23:55: Keine leichte Aufgabe in einer Branche, die sich nun schneller dreht, als viele Traditionsbrauereien es gewohnt sind.
00:24:03: Inmitten dieser Phase von Umbrüchen und Wachstumsplänen taucht in einer unscheinbaren Jahresbilanz eine Zahl auf, die auf den ersten Blick nichts bedeutet.
00:24:13: Ein kleiner Posten in einem Milliardenkonzern und doch der Beginn eines Kapitels, das Paulana mehr verändern wird als viele Ahnen.
00:24:29: Früher, in der Redaktion einer großen Tageszeitung in Berlin.
00:24:35: Zwischen Pressemappen und Bildschirmen studiert eine Wirtschaftsjournalistin zusammen mit einem Kollegen die aktuelle Jahresbilanz der Paulana-Gruppe.
00:24:45: Investition in neue Apfelanlage.
00:24:49: Umsatzstabil, Exportmärkte gestärkt.
00:24:54: Klingt alles wie immer.
00:24:55: Paulana performt konstant gut.
00:24:58: Fast schon langweilig.
00:25:02: Moment mal, hier.
00:25:04: Immaterielle Vermögenswerte gestiegen.
00:25:08: Und darunter Zugang für den Erwerb der Herstellungsrezeptur Spezi.
00:25:13: Kaufpreis, hundert, dreizehntausend Euro.
00:25:16: Was soll das denn heißen?
00:25:18: Interessant.
00:25:20: Paulana hat sich das Rezept für ihre eigene Spezi gekauft.
00:25:24: Bis dahin hat das offenbar ein externer Zulieferer für sie gemacht.
00:25:28: Heißt das?
00:25:29: Paulana hatte bis jetzt keine eigene Spezi-Küche, sondern bekam das Grundkonzentrat von Extern.
00:25:34: So sieht's aus.
00:25:36: Nach fast vier Jahrzehnten ziehen sie die Linie neu.
00:25:40: Jetzt liegt die komplette Herstellung bei ihm.
00:25:42: Und damit auch der Geschmack.
00:25:44: Schmeckt nicht alle Spezies eh gleich?
00:25:47: Eben nicht.
00:25:48: Paulana hat Sonderrechte aufgrund des Deals mit der Brauerei Riegele aus dem Jahr nineteenhundertvierundsiebzig, solange sie klar abgegrenzt als Paulana-Spezi vertrieben wird.
00:25:59: und auch nur in Deutschland.
00:26:00: Alle anderen Hersteller müssen sich an die Regeln von Riegeln halten, wenn sie den Markenname Spezi verwenden wollen.
00:26:07: Laut aktuellen Zahlen steigt der Absatz der Paulana-Spezi pro Jahr durchschnittlich um zwanzig Prozent.
00:26:13: Von solchen Zahlen kann das Biersegment von Paulana nur träumen.
00:26:16: Und ich vermute, auch die originale Spezi von Riegeln kann damit nicht mithalten.
00:26:22: So betrachtet sind hundertdreizendtausend Euro ein Sportpreis.
00:26:25: Heute kosten so manche Firmenwagen mehr.
00:26:30: Was wir eine Nebensache aussieht, ist in Wahrheit der nächste Schritt zu einer Marke, die mehr sein will als nur Brause.
00:26:38: Unter Alexandra Schörkuba wächst Spezi schneller als jedes andere Produkt im Haus.
00:26:46: In der Gesamtbilanz ist nur ein kleiner Posten, rückt die Lemonade aufgrund ihrer zweistelligen Wachstumsraten zunehmend in den strategischen Fokus.
00:26:57: Währenddessen gründet die Augsburger Familienbrauerei Riegele, die eigentlich Erfinderin der Mixbrause, den Speziemarkengedränkeverband.
00:27:07: Ein Lizenzsystem, das anderen Brauereien erlaubt, Spezi unter einheitlichem Namen und Logo zu vertreiben.
00:27:14: Paulana tritt diesem Verband als einziger Spezihersteller nicht bei.
00:27:19: Neben Paulana und Riegelö gehören die US-Giganten Pepsi mit Schwibschwapp und Coca-Cola mit Metzomix zu den umsatzstärksten Anbietern von Cola-Oranchen-Lemonaden in Deutschland.
00:27:30: Das US-Wall Street Journal bezeichnet in den Zehnerjahren den deutschen Softdrink als verdünnten Hustensaft mit Kohlensäure.
00:27:39: Aber das hindert US-Unternehmen nicht daran, mit eigenen Cola-Mix-Varianten in den vermeintlichen Hustensaftmarkt in Deutschland einzusteigen.
00:27:51: Doch während Späzi glänzt, legt sich über das Kerngeschäft von Paulana eine dunkle Wolke.
00:27:56: Der bayerische Weißbiermarkt Paulanas jahrzehntelanges Rückgrat befindet sich im Sinkflug.
00:28:02: Minus drei Komma sieben Prozent allein im Jahr Zwei Tausend Dreizehn.
00:28:07: In dieser volatilen Zeit verlässt Paulana nach Jahrhunderten den legendären Nockerberg.
00:28:14: Alexandra Schörkuber investiert in München lang Wied, eine dreistellige Millionsumme in die modernste Brauerei Europas, wie man bei Paulana selbst behauptet.
00:28:25: Mit der Hilfe der neuen Anlage werden über eine Million Hektoliter Exporbier produziert, getrunken in über achtzig Ländern.
00:28:33: Zwei-tausendachzehn zählt die Bioholding mit fast sechs Millionen Hektolitern Ausstoß zu den Top sechs der deutschen Braukonzerne und rangiert weltweit auf Platz zwei und dreißig.
00:28:45: Doch trotz aller Investitionen bleibt am Ende die Frage, wie lange kann dieses Wachstum in einem schrumpfenden Kernmarkt überhaupt noch funktionieren?
00:29:02: München in Sommer zwei-tausendneunzehn in einem Club nahe der Isar.
00:29:07: Zwischen Strohbolicht und Nebelmaschine steht eine Barkieberin hinter der Theke.
00:29:12: Sie jongliert rotiniert mit Drinks und Gläsern.
00:29:16: Ein Gast, der sich älter wirkt als der Durchschnitt, stellt sich zu ihr an die Bar.
00:29:21: Servus,
00:29:22: ein großes
00:29:22: Heldes vom Fass, bitte.
00:29:25: Du
00:29:26: bist ja süß.
00:29:27: Den letzten Zapfern haben wir vor Jahren abmontiert.
00:29:30: Wie jetzt?
00:29:31: Ihr habt gar kein Bier mehr?
00:29:32: Na ja, Flaschen gibt's natürlich.
00:29:35: Aber gezapft vergiss es.
00:29:38: Die Zeiten sind hier lange vorbei.
00:29:40: Aber dahinten doch ein Paulana-Blechschschild.
00:29:42: Richtig.
00:29:44: Frag mich nicht, wie lange das Ding schon da hängt.
00:29:46: Vermutlich noch von den Klostermännchen persönlich ran-genagelt.
00:29:50: Also früher hat man sich hier noch bei ein, zwei Bier kennen gelernt.
00:29:54: Good old times, ha?
00:29:56: Anfang der Nullerjahre hat Bier in Clubs wie diesen auch noch die Hälfte des Umsatzes ausgemacht.
00:30:02: Heute sind es gerade mal zehn
00:30:03: Prozent.
00:30:04: Na bravo!
00:30:06: Und was trinken die jungen Leute stattdessen?
00:30:09: Okay, also was trinken die?
00:30:12: Entweder alkoholfrei wie Energydrinks oder Martin.
00:30:15: Und wenn mit Alkohol, dann etwas, was sich gut fotografieren lässt.
00:30:19: Eiskübel mit Wodka, bunte Longdrinks, Gläser mit Lichtwürfeln, etc.
00:30:25: Hauptzerreis ist Instagrammable, wie man heute sagt.
00:30:28: Und das in München.
00:30:30: Weißt du, ein junger Kerl sagt mir mal Bierkicke einfach nicht.
00:30:34: Es sei nur unkohle Massenware, die jeder überall kaufen könne.
00:30:38: Wenn's so ist, dann für mich bitte einmal unkohle Massenware aus der Flasche.
00:30:51: Der Abstieg des Bieres in Deutschland kennt kein Ende.
00:30:54: Nicht in Bars, nicht in Clubs, nicht einmal auf dem Volksfest nebenan.
00:31:00: Zwei Tausend Neunzehn fällt der Konsum in Deutschland erstmals unter die psychologisch wichtige Marke von Hundert Litern pro Kopf.
00:31:07: So tief wie seit den frühen Neunzehntsechzigerjahren nicht mehr.
00:31:12: Für Alexandra Schörkuba ist das weit mehr als eine Zahl.
00:31:16: Es ist ein Wahnsignal.
00:31:18: Denn sie führt ein Unternehmen, das in einem Markt operiert, der bedenklich schnell schrumpft.
00:31:24: Heineken drängt in dieser Phase stärker auf internationale Ausrichtung, auf Effizienz, auf ein klares Portfolio.
00:31:31: Entscheidungen, die Alexandra Schörkuber unmittelbar spürt.
00:31:35: Paulana braucht Antworten.
00:31:37: Und ausgerechnet eine Lemonade liefert einen ersten Hoffnungsschimmer.
00:31:42: Spezi wächst zweistellig, schneller als jedes andere Produkt im Haus.
00:31:47: Ein verheißungsvolles Omen.
00:31:50: Doch selbst dieser Lichtblick verblasst angesichts dessen, was am Horizont heraufzieht.
00:31:56: Ein Sturm, stärker als alle Marktzyklen, härter als jeder Konsumtrend, existenzieller als irgendjemand es ahnen könnte.
00:32:13: Das war Folge drei von vier, von Imperium, die Paulana Story von Studio J. Wenn du mehr über Paulana erfahren möchtest, empfehlen wir dir das Buch Der Salvator auf dem Nockerberg von Richard Winkler und den Artikel Marke mit Weißbierdominanz von Dirk Omlor.
00:32:31: Ein Hinweis zu den Dialogen, die du gehört hast.
00:32:33: Wir wissen natürlich nicht genau, was gesprochen wurde.
00:32:36: Alle Dialoge basieren nach bestem Wissen auf unserem Recherchen.
00:32:40: Ich bin Marc-Ben Poch.
00:32:41: Und ich, Aline Staskowiak.
00:32:44: Die Folge wurde geschrieben von Orlando Frick.
00:32:47: Für StudioJ, Producerin Helene Feldmayer.
00:32:51: Executive Producer Janis Gebart.
00:32:54: Tonassistenz Axinia Dorm.
00:32:57: Das Sounddesign hat Lucas Leibiger gemacht Gemischt von Fabian Klinke.
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