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Die Bayer Story | Die Chemie stimmt | 2

Shownotes

Folge 2/4: Als Teil des Großkonzerns “I.G. Farben” werden die ehemaligen Bayer-Standorte zum wichtigen Lieferanten für das NS-Regime und ihre Kriegsindustrie. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs erweist sich Werksleiter Ulrich Haberland als Retter in der Not. Er überzeugt die Besatzungsmächte, den Kern von Bayer neu zu gründen. Durch die Einführung von wichtigen Pflanzenschutzmitteln und neuen Kunststoffen kann Haberland schnell an alte Erfolge anknüpfen. Um auf dem wichtigen US-Markt wieder Fuß zu fassen, muss er einen mächtigen Konkurrenten auf seine Seite ziehen.

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Transkript anzeigen

00:00:01: Jörg.

00:00:37: Dormax, zehnjährige Tochter Hildegard läuft im Schlafanzug zu ihm ins Wohnzimmer.

00:00:43: In der Hand trägt sie ein Stofftier.

00:00:45: Hille!

00:00:46: Warum bist du nicht im Bett?

00:00:48: Es ist ... nach zehn.

00:00:51: Hildegaard sinkt den Blick.

00:00:53: Ich kann nicht schlafen.

00:00:55: Da sind wir schon zwei.

00:00:57: Komm, schützt dich.

00:01:00: Warum kannst du nicht

00:01:01: schlaffen?!

00:01:03: Eigentlich sollte ich das doch dich fragen... aber Ich bin aufgeregt.

00:01:09: Kannst du dich erinnern, als du vor ein paar Jahren so krank warst?

00:01:12: Du hattest dich an einer Stricknadel gepiekst!

00:01:14: Wir hatten richtig Angst um dich...

00:01:16: Ja?!

00:01:17: Zum Glück hatten wir im Labor einen Arzneimittel entwickelt.

00:01:20: Brontosil Das hab ich dir gegeben und es hat dich gesund gemacht.

00:01:24: Es hat seitdem auch vielen anderen Menschen geholfen.

00:01:28: Dafür soll ich jetzt einen Preis bekommen Und deshalb bin ich aufgereght.

00:01:34: Was ist das für ein

00:01:34: Preis?

00:01:35: Es ist ein Preis aus Schweden.

00:01:38: Der Nobelpreis!

00:01:40: Das ist die höchste Auszeichnung für Forscher wie mich, eine große Ehre.

00:01:44: Wie groß ist der Preis denn?

00:01:46: Also darüber habe ich noch gar nicht nachgedacht.

00:01:51: Dr.

00:01:51: Dommack?!

00:01:53: Sofort aufmachen!

00:01:55: Dommak weicht jede Farbe aus dem Gesicht... Komm'e!

00:02:00: ...Hille geh'n auf dein Zimmer.

00:02:01: Nun geh'.

00:02:07: Vor Dommach stehen zwei SS-Männer in Feldgrüner Uniform.

00:02:11: Sie schauen ihn mit ernster Mine an.

00:02:14: Dr.

00:02:14: Dommack, sie müssen sich auffordern unverzüglich mitzukommen!

00:02:18: Aber warum geht es um den Nobelpreis?

00:02:21: Ich habe doch schon einen Führer geschrieben und ihm versichert, dass wir haben Befehl, sie mitzunehmen.

00:02:26: Alles andere können sie mit unserem Vorgesetzten besprechen.

00:02:30: Ich verstehe ... Kann ich mich noch von meiner Familie verabschieden?

00:02:38: Medikamente sind bei Farbenhersteller Bayer längst ein entscheidendes Standbein.

00:02:43: Gerhard Dommack bekommt neunzehnhundertneununddreißig den Nobelpreis für die Entdeckung von Prontosil, einem der ersten modernen Antibiotika.

00:02:52: Doch Adolf Hitler persönlich hat die Annahme von Nobelpreisen zwei Jahre zuvor verboten.

00:02:57: Dommak muss mehrere Tage in Haft verbringen und den Preis ablehnen.

00:03:02: Denn das ehemalige Unternehmen Bayer ist nun Teil der IG-Farben.

00:03:07: Als größter Chemiekonzern der Welt wird er zum Machtinstrument der Nationalsozialisten.

00:03:13: Sämtliche Forschung und persönliche Erfolge werden den kriegswichtigen Zielen untergeordnet.

00:03:19: Erst nineteenhundertsehnundvierzig, zwei Jahre nach Kriegsende holte Max sich seinen Nobelpreis persönlich in Stockholm ab.

00:03:26: Doch der Kampf um die Zukunft des Konzerns hat da gerade erst begonnen!

00:03:45: Ich bin Marc Benpoch Und das ist Imperium.

00:03:49: Die Bayer Story von Studio J. In der letzten Folge haben der Kaufmann Friedrich Bayer und der Chemiker Friedrich Wesskott, in den USA, ein familiär geprägtes Unternehmen für Textilfarben gegründet.

00:04:15: Rasantes Wachstum und mehrere neue Standorte waren die Folge.

00:04:20: Nach dem Tod der beiden Filmen Gründer wurde Bayer eine Aktiengesellschaft unter Chemiker Karl Duisberg zum neuen Mann an der Spitze.

00:04:28: Unter seinem Einfluss gründeten sich nicht nur die Abteilungen für Pflanzenschutz- und Arzneimittel Er schuf mit Leverkusen eine ganze Industriestadt.

00:04:38: Dort bildete sich einer eingeschworene Gemeinschaft, bei der das Unternehmen Bayer auch zum Mittelpunkt des Privatlebens wurde.

00:04:46: Doch der erste Weltkrieg brachte die wichtigen Exportmärkte zum Erliegen.

00:04:50: Um sie nach Kriegsende wieder anzukobeln beschlossen Bayer und einige der bedeutendsten Chemiekonzerne Deutschlands eine Fusion unter der Führung der BASF und deren Direktor Karl Bosch entstand, nineteenhundertundzwanzig die IG-Farben der größte Chemiekonzern der Welt.

00:05:09: Nach der Machtergreifung der NSDRP neunzehnhundertdreiunddreißig wird der Konzern auf Parteilinie gebracht und im Zweiten Weltkrieg an unvorstellbaren Verbrechen beteiligt.

00:05:19: Doch dann beginnt für Bayer unter Werksleiter Ulrich Haberland eine erstaunliche Wiedergeburt.

00:05:26: Das ist Folge zwei von vier.

00:05:28: Die Chemie stimmt!

00:05:34: Leverkusen Am Abend des zwanzigsten Februar, nineteenhundertdreiunddreißig.

00:05:40: Auf dem Fabrikgelände der Betriebsgemeinschaft Niedereien der IG-Farben, ehemals Bayer.

00:05:46: Karl Duisberg, Aufsichtsratsvorsitzender des Konzerns steht hinter einem Rednerpult mit Mikrofon und wendet sich an die Versammelten Mitarbeitenden.

00:05:56: Meine Damen und Herren!

00:05:58: Es erfüllt mich mit Stolz, an diesen bedeutenden Tag zu Ihnen sprechen zu können.

00:06:04: Wir sind heute hier versammelt um unsere Geschichte zu feiern.

00:06:08: Die Fusion zur IG-Farben war ein Einschnitt.

00:06:12: Viele sagen, weil ja gibt es nicht mehr!

00:06:16: Doch das ist ein

00:06:17: Irrtum.".

00:06:19: Duesberg lässt seinen Blick durch die Reihen wandern.

00:06:23: Dann beugt er sich kurz hinunter zu zwei Kabelenden, deren Steckerverbindungen eher demonstrativ in die Höhe hält.

00:06:31: Mit ihnen stellt er sich wieder ans Mikrofon.

00:06:40: Die versammelten Menschen staunen über das Schauspiel, der sich ihnen bietet.

00:06:44: Zwischen zwei Fabrikschloten wird ein Lichtkreis von seventy-two Metern Durchmesser sichtbar.

00:06:50: Zwei Tausend Glühbirnen erhellen das Buchstabenkreuz mit dem vertikalen und horizontalen Wort Bayer.

00:06:59: Der Name Bayer bleibt erhalten als Symbol aller Arzneimittel aus den Fabriken der IG Farben.

00:07:09: Zwei Mitarbeitende in den hinteren Reihen beobachten das Spektakel.

00:07:39: Und unserer Zuversicht!

00:07:42: Dem Auslande möge es ein Zeichen sein für die Sorgfalt und Qualität deutscher Arbeit.

00:07:51: Der Ton in diesem Land ändert sich.

00:07:54: Ich weiß, was du meinst.

00:07:56: Für mich klingt das nicht nach Hoffnung sondern nach einer Drohung.

00:08:02: Am selben Abend findet im Berliner Reichstag einen Geheimtreffen statt.

00:08:07: Die Führung der NSDAP wirbt bei hochrangigen Industrievertretern um die Finanzierung ihrer Machtergreifungen.

00:08:14: Darunter sind auch Vertreter der IG-Farben.

00:08:17: Über zwei Millionen Reichsmark fließen anschließend an die Partei, heute rund elf Millionen Euro.

00:08:25: Karl Duisberg verstirbt in den letzten drei Jahren.

00:08:30: Mit Beginn des Zweiten Weltkriegs in den vergangenen Jahren verdunkelt sich auch das Bayer Kreuz und Leverkusen.

00:08:37: Die Beleuchtung ist aus kriegstaktischen Gründen verboten.

00:08:41: Das ehemalige Unternehmen Bayer wird als Teil der IG-Farben eng mit dem Kriegsapparat der Nazis verflochten.

00:08:47: Ausländische Fabriken werden erbeutet und im Konzern einverleibt.

00:08:52: Nach und nach wird auch die jüdische Belegschaft verfolgt und deportiert.

00:08:58: Unter ihnen ist Arthur Eichengrün, einer der Mitentdecker des Aspirin.

00:09:03: Er überlebt seine Internierung anders als unzählige Leidensgenossen.

00:09:13: Die IG-Farben beschließt nineteenhundertundvierzig eine kriegswichtige Couchukfabrik in Auschwitz zu errichten.

00:09:19: Das dazugehörige KZ Monowitz dient zur Aufnahme von schätzungsweise fünfunddreißigtausend Zwangsarbeitern für Bau und Betrieb der Fabrik.

00:09:28: Diese sind meist jüdischer Herkunft, etwa zwanzigtauend bis dreißig tausend von ihnen sterben.

00:09:35: Im IG-farbenwerk Leverkusen arbeiten kurz vor Kriegsende insgesamt achtzehntausend Menschen.

00:09:42: Etwa ein Viertel von ihnen sind Zwangsarbeiter.

00:09:50: An den ehemaligen Bayer Standorten wird auch weiter geforscht.

00:09:53: Diesen Teil der Betriebsgemeinschaft Niederrhein, der IG-Farben.

00:09:58: Da wird er promovierter Chemiker Ulrich Haberland Leiter dieser Werke.

00:10:03: Zu ihnen gehören auch ehemallige Produktionsstätten der AKFA – die für ihr hochwertiges Film und Fotomaterial bekannt ist.

00:10:11: Nach Kriegsende interessieren sich auch die Siegermächte für die Herstellungsverfahren des Chemiekonzerns.

00:10:18: Haberland muss nun sein ganzes Geschick einsetzen, um die Zukunft seiner Fabrik zu

00:10:23: sichern.".

00:10:29: Leverkusen im Herbst, nineteenhundertfünfundvierzig Ulrich Haberlant, vierundvierzig schmale Lippen- und Halbglatze empfängt eine zehnköpfige Gruppe Männer.

00:10:39: Fünf von ihnen sind wissenschaftliche Vertreter der Siegermechte Die anderen fünf sind britische Soldaten Darunter der Oberbefehlzhaber.

00:10:48: Habaland macht eine einladende Geste.

00:10:52: Herr Offizier, willkommen!

00:10:54: Habaland führt die Gruppe in einen großen Raum mit mehreren Arbeitern, der mit orangefarbenen Sicherheitslampen beleuchtet ist.

00:11:03: Die Temperatur der schwulen Luft beträgt über thirty-five Grad.

00:11:07: Dampf steigt aus mehreren Kesseln, deren Inhalt von Rührmaschinen bearbeitet wird.

00:11:13: Der Offiziere beginnt sich mit seiner Kleidung Luft zuzufächeln.

00:11:16: Kommen Sie zur Sache, wir waren ja gestern schon hier.

00:11:19: Können sie uns jetzt die fertige Emulsion für das Fotopapier der Acqua zeigen?

00:11:24: Hier ist es noch heißer als gestern!

00:11:26: Natürlich... Die Emulsion ist über Nacht gereift und nun fertig zu kontrollieren.

00:11:32: Ein Mitarbeiter greift zu einer Kelle und schöpft demonstrativ eine Probe zähflüssiger Masse aus einem Kessel.

00:11:39: Dann bringt er sie zu einem abgetrennten Bereich, der separat beleuchtet ist.

00:11:43: Das hier ist die Emulsion, die wir gestern mit ihnen angesetzt haben.

00:11:46: Wir haben genau die richtige Konsistenz für das Foto-Papier.

00:11:50: Schauen Sie!

00:11:52: Haberland zeigt auf den Arbeiter.

00:11:55: Der nimmt eine Probe der Masse und verteilt sie auf ein Stück Fotopapier.

00:11:59: Dann schaltet er eine Lampe mit weißem Licht an Und lässt das Papier mit der Emulsion in Entwicklungsflüssigkeit einwirken.

00:12:07: Die ausländischen Wissenschaftler beobachten wie sich die Masse erst gräulich und schließlich schwarz färbt.

00:12:14: Zufrieden, nicken sie dem Offizier zu.

00:12:17: Also gut!

00:12:18: Das Rezept, das Sie uns gestern vorgeführt haben ist echt jetzt nicht raus hier.

00:12:23: die Hitze ist nicht zu ertragen.

00:12:26: Die Arbeiter bleiben in der Produktionshalle zurück.

00:12:29: Haberland ebenfalls Sichtlich löst sich die Anspannung Vor allem aber bei Ulrich Haberlant.

00:12:38: Ein Glück!

00:12:39: Sie haben nichts von dem Austausch der Emulsion über Nacht bemerkt.

00:12:43: Eine der Arbeiter stimmt ihm zu Und die Rezeptur, die wir Ihnen gestern vorgeführt haben ist vollkommen wertlos.

00:13:01: Ullrich Haberland kämpft als Werksleiter darum, möglichst wenige Betriebsgeheimnisse seiner Fabrik an die Besatzungsmächte preiszugeben.

00:13:09: Doch es ist ein diplomatischer Ritt auf der Rasierklinge – denn die Zukunft der IG-Farben ist unklar!

00:13:15: Die Fabriken der Betriebesgemeinschaft niederein sind von britischen Soldaten besetzt.

00:13:20: Deren Ranghöchster Offizier hat das Kommando.

00:13:23: Schon kurz nach Kriegsende fassen die Siegermächte den Plan, die IG-Farben zu zerschlagen.

00:13:28: nineteenhundertsibundvierzig erhalten die von Haberland verwalteten Werke am Niedereien den Namen Farbenfabriken Bayer – fast zweiundzwanzig Jahre nach der Fusion.

00:13:40: Führende Manager der IG-farben müssen sich im selben Jahr bei den Nürnberger Prozessen verantworten.

00:13:46: Dreizehn von ihnen werden mit Gefängnisstrafen bis zu acht Jahren verurteilt.

00:13:50: Alle kommen vorzeitig frei!

00:13:57: Nicht unter den Angeklagten ist Ulrich Haberland, der nimmt für die Farbenfabriken Bayer schnellstmöglich wieder internationale Handelsbeziehungen auf.

00:14:07: Voller Hoffnung lässt er eine neue Fabrik für Produkte der ehemaligen AKFA in Leverkusen bauen – ein mutiger Schritt denn über die Zukunft der früheren IG-Farbenstandorte am Niederrhein haben die Besatzungsmächte noch nicht endgültig entschieden, trotz der Umbinnennung.

00:14:24: Am neunzehnten Dezember, dektausendneinundfünfzig folgt die formale Neugründung des Unternehmens als Farbenfabriken Bayer AG mit Ulrich Haberlandt als Vorstandsvorsitzenden.

00:14:35: Doch das Grundkapital beträgt zunächst nur hundertausend D-Markt – heute knapp über dreihundertausende Euro.

00:14:43: Zudem fehlen immer noch zwei entscheidende Puzzleteile die Akfa mit ihren Foto- und Filmprodukten, und die wichtigen Werke in Dormagen.

00:14:58: Aus der ehemaligen Betriebsgemeinschaft Niederrhein wird die Farbenfabriken Bayer AG.

00:15:05: Aus den Trümmern des Krieges entsteht Bayer ein zweites Mal als eigenständiges Unternehmen.

00:15:11: Doch der neue Vorstandsvorsitzender Ulrich Haberland muss mit angezogene Handbremse wirtschaften.

00:15:18: Dennoch ist über das Schicksal seiner Fabriken nicht endgültig entschieden.

00:15:22: Zu groß und komplex gestaltet sich die Auflösung der IG-Farbenstrukturen.

00:15:28: Haberland muss jetzt jene Menschen überzeugen, die wenige Jahre zuvor noch Todfeinde waren.

00:15:34: Dafür braucht er sein ganzes diplomatisches Geschick.

00:15:53: Leuverkusen Anfang Januar, twohundzehnundzeinfünfzig.

00:15:57: Der neue Bayerchef Ulrich Haberlands sitzt nervös in Karl-Düsbergs ehemaligen Büro Auf dem Besucherstuhl.

00:16:05: Im Chefssessel tippt der befehltshabende britische Offizier einen Brief.

00:16:10: Seit fast sieben Jahren ist er quasi Haberlands Boss, ohne sein Wort geht nichts bei Bayer.

00:16:17: So, fertig!

00:16:19: Sie wollen sich erwissen ob Bayer die Acqua übernehmen kann?

00:16:23: Die Antwort ist nein.

00:16:24: Sie haben ihre neue Fabrik zuvoreilig gebaut.

00:16:27: Haberland setzt dich auf Aber dann entgeht uns das Geschäft mit Film und Fotos.

00:16:33: Darin liegt die Zukunft.

00:16:34: Außerdem steht die neue Fabrik hier, mitten in Leverkusen.

00:16:39: Der Offizier lehnt sich zurück und lächelt überlegen.

00:16:43: Ich kann mich noch gut erinnern an die Streiche, die sie und ihre Leute mir gespielt haben.

00:16:48: Sie haben uns wertlose Rezepte gegeben Und jetzt erwarten sie von mir entgegenkommen?

00:16:52: Haberland fühlt sich ertappt.

00:16:55: Das müssen sie verstehen.

00:16:57: Unsere Betriebsgeheimnisse waren alles was wir noch hatten Unser Vermögen und unsere Patente im Ausland.

00:17:03: Alles ist weg.

00:17:05: Aber jetzt glaube ich, mit ihnen kann man reden.

00:17:09: Der Offizier erhebt sich aus seinem Stuhl und geht zu einem kleinen Tisch auf dem eine Flasche Whiskey und zwei Gläser stehen.

00:17:17: Sie sind doch nicht nur wegen der Aquar hier.

00:17:20: Dafür kenne ich sie jetzt lange genug.

00:17:23: Hier trinken sie Und sagen sie mir was sie wirklich brauchen.

00:17:29: Die Werke in Dormagen die brauchen wir um konkurrenzfähig zu bleiben.

00:17:33: Wofür genau brauchen sie die?

00:17:35: Wir produzieren dort Schwefelsäure Die brauchen wir für Farben, Pflanzenschutzmittel, Medikamente.

00:17:41: Einfach alles!

00:17:42: Wir müssten sie sonst teuer

00:17:43: einkaufen.".

00:17:45: Der Offizier muss Stadt Haberland vor einem Moment mit strengem Blick.

00:17:50: Also gut ... Ich werde mit der hohen Kommission reden.

00:17:55: Die alliierte Hohekommission der Siegermächte USA, Großbritannien und Frankreich entscheidet sich am fünften Januar.

00:18:05: Sie erkennt an dass eine zu große Zersplitterung der IG-Farben die Konkurrenzfähigkeit der entstehenden Unternehmen stark einschränken würde.

00:18:13: Deshalb bekommt Haberland die IG- Farbenfabriken in Dormagen zugesprochen und darf sogar Teile der ACFA als Tochtergesellschaften weiterführen.

00:18:22: Damit kann er seine wichtigsten Fabriken- und Forschungszentren zusammenhalten – Leverkusen, Wuppertal-, Dormaggen und Irrdingen!

00:18:34: Die FABENFABRIKEN Bayer AG ist endgültig neu aufgestellt.

00:18:39: Doch um wieder zu alter Stärke zurückzufinden, muss Haberland den Blick auf neue Produkte richten.

00:18:46: Dazu gehört ein Medikament gegen Tuberkulose.

00:18:49: In Wuppertal-Elbafeld entsteht ein chemisches Laboratorium für den Pflanzenschutz.

00:18:55: Im Herbst allerdings präsentiert Bayer der Öffentlichkeit eine ganz neue Produktkategorie.

00:19:01: Bereits seit fünfzehn Jahren arbeitet einer der wichtigsten Chemiker des Unternehmens an ihrer Perfektionierung.

00:19:12: Düsseldorf am elften Oktober, two hundred and fifty.

00:19:16: An den Wänden hängen Banner der K-Ausstellung für Kunststoff und Kautschuk.

00:19:22: Industrielle in Anzügen treffen hier auf Familien mit Kindern.

00:19:27: Am Stand der Farbenfabriken Bayer AG steht ein Chemiker, neunundvierzig Jahre mit Anzug und zurückgekämmten Haaren.

00:19:35: Gut gelaunt beobachtet er eine junge Mutter mit ihrem kleinen Jungen.

00:19:40: Guck mal hier!

00:19:41: Eine neue Matratze Leg dich doch mal drauf.

00:19:45: Und?

00:19:47: Die Matratze ist in der Mitte durchgeschnitten und enthüllt das Innere, einen gelblich beschen Schaumstoff.

00:19:55: Was ist das denn?

00:19:57: So was hab ich ja noch nie gesehen!

00:19:59: Keine

00:19:59: Federn?!

00:20:01: Mit stolz geschwälter Brust wendet sich der Chemiker an die Mutter.

00:20:05: Pedern brauchen sie in Zukunft nicht mehr, die Dame.

00:20:08: Drücken Sie Mal!

00:20:10: Ach so weich... ...und dass ganz ohne Quetschen.

00:20:16: Sehen Sie, wie der Schaumstoff sich immer wieder in Form bringt?

00:20:19: Ganz von alleine und ohne Federn.

00:20:22: Stimmt!

00:20:23: Wie haben sie das Innere genannt?

00:20:26: Schaumpfstoff?!

00:20:27: Ganz recht – möchten Sie sehen, wie wir ihn herstellen?

00:20:30: Bayer schaut im Jungen verschmitzt in die Augen.

00:20:34: Der springt von der Matratze auf… Ja!

00:20:37: Na dann komm' er mit... ...der Chemiker stellt sich an einen Tisch auf dem Fläschchen mit Chemikalien bereitstehen Daneben ein großes zylinderförmiges Laborglas.

00:20:50: Ist das ganz einfach?

00:20:52: Ich gebe diese Flüssigkeiten in das Glas, dann rühre ich ein wenig ... Und nun warten wir ein paar Sekunden!

00:21:04: Die Flüssigkeit verbindet sich und schäumen sie so weit auf, dass die entstehende Masse bald das ganze Glas ausfüllt.

00:21:12: Als sie über den Rand tritt, schäumt sie weiter.

00:21:15: Mama,

00:21:15: guck mal!

00:21:16: Ein

00:21:16: Pilz.

00:21:17: Ein Riesenpilz.

00:21:20: Ich bin beeindruckt.

00:21:21: Das sieht ja ganz einfach aus.

00:21:23: Wir nennen es PU.

00:21:25: Das steht für Polyureetan.

00:21:28: Wie ist denn eigentlich Ihr Name?

00:21:30: Bayer mein Name Otto Bayer.

00:21:33: Oh wie die Firma Sind Sie der Besitzer?

00:21:38: Nein nein ich habe nur zufällig den gleichen Namen Auch wenn er passend ist.

00:21:42: Aber das hier habe ich erfunden.

00:21:44: Es wird bald auf den Markt kommen, ich nenne es ... Den Stoff aus dem die Schäume sind.

00:21:50: Warten Sie!

00:21:52: Bayer greift zu einem großen Brotmesser und setzt einen Schaumstoffpilz für sie.

00:22:00: Und eins für ihren Jungen.

00:22:02: Glauben Sie mir, bald wird niemand mehr auf einer Federmatratze

00:22:06: schlafen.".

00:22:10: Otto Bayer hatte die chemischen Grundlagen des Kunststoffs Poly-Ureetan bereits in den Späten von der letzten Jahre entdeckt.

00:22:17: Die weitere Forschung wurde schließlich dem Krieg untergeordnet.

00:22:21: Unter Ulrich Haberland erkennt der Bayern-Konzern das Potenzial der neuartigen Produkte und präsentiert sie der Öffentlichkeit.

00:22:29: Nach der Kunststoffmesse, LGBTQ, beginnt ein regelrechter Siegeszug der Schaumstoffe aus Polyuretan.

00:22:37: Sie finden sich in Matratzen als Isolator im Kühlschränken oder in Bauschaumdosen.

00:22:42: Auch die dafür nötigen Investitionen kann HaberLand bald tätigen.

00:22:46: Im März deklariert die Alliierte Hohekommission die Zerschlagung der IG-Farben.

00:22:53: Bayer bekommt seine finanziellen Anteile zugesprochen, das Grundkapital steigt damit von hunderttausend D-Mark auf dreihundertsechzig Komma sieben Millionen D Mark – heute etwa eins Komma drei Milliarden Euro!

00:23:07: In dieser Zeit rückt ein weiteres Forschungsfeld bei Bayern vermehrt in den Vordergrund Sommer in Japan.

00:23:22: Ein Kontrolleur der landwirtschaftlichen Genossenschaft steht neben seinem Fahrrad, er macht sich Notizen.

00:23:28: Einige Meter entfernt wartet eine Farmerin Barfuß durch eine von Wasser bedeckte Anbaufläche.

00:23:35: Sie inspiziert die Reispflanzen.

00:23:37: Oh nein!

00:23:39: Ich hoffe das ist nicht ... Hier ich hab was!

00:23:45: Der Kontrolleure legt seine Notizblock an seinem Fahrrat ab.

00:23:48: Dann rollt er seine Hosenbeine bis zu den Knien.

00:23:52: Ich bin sofort da!

00:23:55: Was haben Sie gefunden?

00:23:57: Hier sehen sie die trockenen Halme in der Mitte.

00:24:01: Tatsächlich hier sehe ich auch kleine Löcher.

00:24:04: das sind Bissburen.

00:24:06: Der Mann zerlegt die Reispflanze in ihre Einzelteile.

00:24:10: Er sucht etwas und erfindet es.

00:24:14: Jetzt haben wir Gewissheit.

00:24:16: Das sind Käferlarven,

00:24:19: der Kontrolleur fast sich verzweifelt an die Stirn.

00:24:22: Der Reichsstängelborei ist überall, auf jedem einzelnen Feld das ich besucht habe.

00:24:27: Im ganzen Umkreis?

00:24:29: In ganzem Land!

00:24:31: Meine Kollegen berichten überall dasselbe.

00:24:33: Das darf nicht sein.

00:24:35: Wir würden einen Großteil der Ernte verlieren.

00:24:38: Das könnte eine landesweite Hungersnot bedeuten.

00:24:42: Sie haben recht wir müssen etwas tun.

00:24:44: folgen sie mir.

00:24:46: Der Kontrolleur greift am Fahrrad zu seinen Notizen und zeigt sie der Farmerin

00:24:52: E-Sixhundertfünf von einer Firma namens Bayer.

00:24:57: Die sitzen in Deutschland!

00:24:59: E-Sixhundertfünf ist ihr neues Mittel gegen Schädlinge, ich bin hier um den Bedarf zu ermitteln.

00:25:04: Wenn

00:25:06: das ganze Land befallen ist dann brauchen sie ja Hunderte von Tonnen.

00:25:11: Ich fürchte hunderte von tonnen werden nicht reichen.

00:25:15: Entschuldigen Sie bitte...ich muss los.

00:25:19: Der Kontrolleur steigt auf sein Fahrrad und verbolgt sich leicht zum Abschied.

00:25:23: die Reisfahrerin verbolkt sich ebenfalls.

00:25:29: E-Sixhundertfünf ist die Typbezeichnung für Paration, ein Insektizid aus den Fabriken Bayers.

00:25:36: Als ein Schädling mit dem Namen Reisstängelbohrer – die reisernten in ganz Japan bedroht – soll Paration der Retter in der Not werden.

00:25:44: Noch im Jahr neunzehnhundertdreifundfünfzig werden achttausendzweihundert Tonnen des Mittels nach Fernost geliefert.

00:25:51: Um diese Menge zu stemmen wird zwischen Deutschland und Japan eine Luftbrücke eingerichtet.

00:25:57: Die erste in der Geschichte des modernen Pflanzenschutzes.

00:26:01: Mit ihrer Hilfe steigen die Paration-Exporte nach Japan auf zweihundertvierzichttausend Tonnen im Folgejahr.

00:26:07: Ein bahnbrechender Erfolg, denn das Mittel lässt die Erträge auf behandelten Feldern um bis zu fünfundfünfzig Prozent steigen.

00:26:19: Aber die Sache hat einen Haken!

00:26:21: Paration ist eine Entwicklung der IG Farben.

00:26:25: Deren Auslandspatente wurden nach dem Zweiten Weltkrieg größtenteils enteignet.

00:26:30: Die US-Firma American Cyanomet hält das japanische Patent an Paration.

00:26:36: Sie profitiert, als Japanische Firmen das Mittel selbst herzustellen beginnen – Bayer geht dabei leer aus!

00:26:43: Für den internationalen Markt braucht das Unternehmen dringend Produkte, an denen es auch die Patente hält.

00:26:56: Unter Ulrich Haberland ist Bayer aus den Trümmern des Zweiten Weltkriegs neu entstanden.

00:27:01: Die Besatzungsmächte haben dem Unternehmen wichtige Standorte der ehemaligen IG-Farben und deren Finanzmittel zugesprochen.

00:27:08: Neue Medikamente sowie Produkte aus Kunststoff tragen zu einem Aufschwung auf dem deutschen Markt bei.

00:27:15: Doch die wichtigen Exportgeschäfte der deutschen Chemiebranche sind aufgrund des Krieges massiv eingebrochen.

00:27:22: Haberland muss Bayers Geschäfte im Ausland erst mühsam wiederaufbauen, dabei wird ausgerechnet jenes Unternehmen helfen, dass Bayer über sechzig Jahre später in die größte Krise seiner Geschichte stürzen wird Leverkusen, nineteenhundertfünfzig.

00:27:53: Ulrich Haberland sitzt neben seinem Mitarbeiter Kurt Hansen, viervierzig Jahre im Speisesaal des prunkvollen Gäste Casinos das Zubeier gehört.

00:28:02: Sie haben einen hohen Gast aus den USA der mit seiner Sekretärin angereist ist Edgar Monsanto-Quini, sechsundfünftig Jahre Vorsitzender des Chemieunternehmens Monsando.

00:28:15: Ich bin beeindruckt!

00:28:17: Ein Brunnenhaus Marmor mitten im Speiseal.

00:28:21: Haberland nickt und ergreift das Wort.

00:28:24: Schön, dass Sie sich wohlfühlen!

00:28:25: Dann können wir ja zum Geschäftlichen kommen.

00:28:28: Sie möchten US-Lizzenzen für unsere Kunststoffe aus Poli-Ur-Ethan erwerben?

00:28:33: Quinis Assistenten reagiert ...

00:28:36: Wenn die Herren es erlauben, haben schon alles vorbereitet.

00:28:40: Haberlant tauscht mit Hansen einen Blick aus, dann schüttelt er den Kopf.

00:28:45: Wir haben einen besseren Vorschlag.

00:28:49: Ein gemeinsames Unternehmen A joint venture heißt das bei Ihnen, oder?

00:28:53: Ein joint venture.

00:28:55: Aber dazu haben wir gar keine Unterlagen bekommen.

00:28:58: Wir wollen wieder Fuß fassen in den USA dauerhaft.

00:29:01: Sie haben die Marktposition... ...wir haben das Produkt Monsanto und Bayer!

00:29:08: Wir denken an MOBI Herr Queenie!

00:29:13: MOBI?!

00:29:14: Warum sollten wir uns darauf einlassen?

00:29:17: Mit Lizenzen hätten wir unsere Unabhängigkeit.

00:29:20: Ein gemeinsames Unternehmen ist eine enorme Verpflichtung.

00:29:23: Vor nicht einmal zehn Jahren waren wir noch miteinander im Krieg, Haberland verschränkt die Finger ineinander.

00:29:31: Ganz einfach!

00:29:31: Wir suchen einen Partner.

00:29:33: Wir machen es mit jemand anderem oder...mit ihnen.

00:29:37: Sie profitieren von unseren Kunststoffen und wir können auf den amerikanischen Markt zurückkehren.

00:29:43: Mobile wäre unsere gemeinsame Eintrittskarte

00:29:47: Herr Queenie soll ich ein Telefonat in die Heimat einrichten?

00:29:51: Queenie überlegt eine Weile, dann schüttelt er den Kopf.

00:29:56: Nicht nötig!

00:29:58: Die Haaren haben mich überzeugt – wir machen das Joint Venture.

00:30:05: Kurz darauf gründen Bayer und Monsanto die gemeinsame Mau Bay Chemical Cooperation mit Sitzen Pittsburgh, Pennsylvania.

00:30:13: Das Ziel ist eine gemeinsame Produktion und Vermarktung der Kunststoffe aus Poly-Urethan.

00:30:22: Eurech Haberland stirbt im Alter von nur sechzig Jahren.

00:30:25: Der international gut vernetzte Kurz Hansen wird sein Nachfolger als Vorstandsvorsitzender des Bayern-Konzerns.

00:30:31: Er entschliesst sich zu kompletten Übernahme von Mau Bay.

00:30:37: Damit verhindert er einen Rechtsstreit mit dem US Justizministerium, das den freien Wettbewerb der beiden Unternehmen in Gefahr sieht.

00:30:45: Der Kaufpreis für Mons Santos Hälfte an Mau Bay sechs Komma vier Millionen US-Dollar, heute etwa zweiundfünfzig Millionen Euro.

00:30:55: Im selben Jahr übernnt Bayer auch das Unternehmen Chem Agro Corporation – dass in den USA Pflanzenschutzmittel herstellt und vertreibt.

00:31:02: Durch diese Übernahme wird Bayer ein wichtiges Unternehmen im USA Grasektor.

00:31:07: Eine der größten Konkurrenten auf diesem Gebiet ist nun ausgerechnet der ehemalige Partner Monsanto.

00:31:18: Bis neunzehntneinundsechzig liefert Monsanto ein mit dem Giftstoff Dioxin versäuchtes Entlaubungsmittel, das sogenannte Agent Orange an die US-Regierung.

00:31:28: Das amerikanische Militär versprüht es im Vietnamkrieg großflächig um den Gegner den Schutz der dichten Wälder zu entziehen und die Nahrungsmittelversorgung zu sabotieren.

00:31:38: Für hunderttausende Vietnamesen aber auch US Soldaten sind schwere Gesundheitsschäden die Folge.

00:31:44: Der Monsanto-Konzern erfährt in der Folge einen dramatischen Imageverlust.

00:31:48: Kritiker werfen Bayer später vor, über Moe Bay ebenfalls an den Lieferungen von Agent Orange beteiligt gewesen zu sein.

00:31:56: Eindeutige Beweise dafür gibt es bis heute keine – Bayer bestreitet die Vorwürfe!

00:32:01: Doch der zivile Agrarsektor wird zu einem immer wichtigeren Geschäftsfeld für Bayer.

00:32:13: Mai- Ein Herr im Anzug läuft mit seinem Aktenkoffer zügig durch die Flure des Hauptquartiers der Cam Agro Corporation, die seit vier Jahren zu Bayern gehört.

00:32:27: An einer Tür macht er Halt.

00:32:29: Ein Messingsschild weist ihn als neuen Präsidenten des Unternehmens aus.

00:32:34: Ah!

00:32:35: Herr Bosch nehm ich an.

00:32:36: Guten Tag.

00:32:37: Sie müssen meine neue rechte Hand sein.

00:32:40: Ich helfe wo ich kann aber wenn ich fragen darf ihr Vorname steht nirgends ausgeschrieben.

00:32:45: Was bedeutet eigentlich das Kürzel HG?

00:32:49: Sagen wir so, wenn Sie es bis morgen herausfinden geht Ihr Mittagessen auf mich.

00:32:55: Eine Herausforderung!

00:32:57: Die nehme ich gerne an.

00:32:59: Herausforderung ist ein gutes Stichwort.

00:33:01: Es gibt eine Menge Arbeit.

00:33:03: Wir fusionieren noch dieses Jahr mit den anderen Tochterfirmen von Bayer in den USA.

00:33:08: Das kann nicht halbso aufwendig sein wie die Auseinandersetzung mit der Umweltbehörde.

00:33:13: was meinen sie damit?

00:33:14: Ich glaube, das zeige ich Ihnen besser.

00:33:17: Sie würden es ja sonst doch nicht glauben!

00:33:19: Jetzt bin ich aber gespannt...

00:33:21: Also gut wenn sie mir nach nebenan folgen möchten?

00:33:26: Sie kennen ja sicher unser neues Pflanzenschutzmittel Sengkor den Unkrautvernichter.

00:33:31: Natürlich davon versprechen wir uns hohe Gewinne.

00:33:35: Bosch und seine Mitarbeiterinnen treten in einen Raum In dem mehrere große unverschließbare Aktenschränke stehen.

00:33:42: Daneben stehen zwei Tische auf denen sich Aktenberge stapeln.

00:33:46: Bosch macht große Augen.

00:33:49: Das ist das Aktenlager, ich mache lieber zehn Fusionen als hier aufräumen zu müssen.

00:33:54: Ein Moment!

00:33:57: Die Mitarbeiterin reicht Bosch einen der Ordner... ...das isst die Zulassung für Senkor?

00:34:04: Was iss

00:34:04: damit?!

00:34:05: Die Stapel hier – das war alles nötig um die ZULASSUNG der Umweltbehörde zu bekommen.

00:34:11: Wir haben die Akten spaßeshalber gewogen, zweihundertsechzig Kilogramm.

00:34:16: Dafür sind wir jetzt juristisch auf der absolut sicheren Seite.

00:34:48: Das aufwendige Zulassungsverfahren für das neue Herbizid Sencor lohnt sich.

00:34:53: Denn es schützt vor allem die Ernten der immer wichtiger werdenden Soja-Bohnen.

00:35:16: Dafür nimmt er sich die Arbeitsteilung der Gründerväter Friedrich Baier und Friedrich Werskott zum Vorbild.

00:35:22: An der Spitze jeder Produktsparte stehen nun gleichberechtigt jeweils ein Kaufmann und ein Chemiker, das Prinzip bekommt den Namen Doppelkönigthum.

00:35:36: doch eine Sache hat sich seit damals grundlegend verändert.

00:35:40: Das Geschäft mit den Farben ist für die farbenfabriken Bayer AG längst eine Randnotiz.

00:35:47: Deshalb lässt Kurt Hansen den Namen des Unternehmens offiziell ändern, in Bayer AG.

00:35:52: Rund fourhundertfünfzigtausend Aktieninhaber sorgen für ein Grundkapital von eins Komma acht Milliarden D-Markt – In heutigen Zahlen etwa drei Komma vier Milliarden Euro!

00:36:04: Die Bayern AG ist damit einer der großen Gewinner jener Ära die als Wirtschaftswunder in die Geschichtsbücher eingeht.

00:36:17: Der Gigant IG Farben hat den Zweiten Weltkrieg nicht überstanden.

00:36:22: Der Bayer Konzern wurde auf dessen Trümmern neu gegründet und konnte sich durch neue Kunststoffe- und Pflanzenschutzmittel wichtige Marktanteile sichern, vor allem international.

00:36:33: Besonders in den USA wuchs Bayer zu einer ernsthaften Konkurrenz für die einheimischen Chemiekonzerne heran.

00:36:41: Doch der Erfolg wird auch mit einem hohen Preis erkauft.

00:36:44: Die Industrieabfälle der Bayer AG sind nach wie vor ein Problem.

00:36:49: Eine neue Generation an Menschen schaut genauer hin.

00:36:52: Umweltschutzorganisationen und kritische Aktionäre stellen Bayers selbst auferlegtes Image als umweltfreundliches Unternehmen in Frage.

00:37:01: Ihr Protest ist derart nachdrücklich, dass bald Bayer's Ruf auf dem Spiel steht!

00:37:12: Das war Folge zwei von vier – von Imperium Die Bayer Story Von Studio J Wenn du mehr erfahren willst über die Anfangszeit von Bayer empfehlen wir dir das Buch Meilensteine, hundertzwanzig Jahre Bayer von Erik Werk.

00:37:31: Ein Hinweis zu den Dialogen, die du gehört hast?

00:37:33: Wir wissen natürlich nicht genau was gesprochen wurde!

00:37:37: Alle Dialoge basieren nach bestem Wissen auf unseren Recherchen.

00:37:41: Ich bin Marc-Ben Poch

00:37:42: und ich bin Aline Staskowiak.

00:37:45: Daniel Jakob hat die Folge geschrieben für StudioJ, Producerin Elina Feldmayer.

00:37:51: Executive Producer Janis Gebhardt.

00:37:54: Das Sounddesign hat Julian Ortleb gemacht.

00:37:57: Gemischt von Fabian Klinke.

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