Die Bayer Story | Auf der Kippe | 3
Shownotes
Folge 3/4: Der neue Vorstandsvorsitzende Herbert Grünewald verpasst Bayer ein neues Image und nutzt die positive Strahlkraft des firmeneigenen Fußballvereins Bayer 04 Leverkusen. Eine resolute Bürgerbewegung bringt derweil die Problemstellen des Chemiekonzerns an die Öffentlichkeit. Grünewalds Nachfolger verspricht Milliardeninvestitionen für den Umweltschutz, wird aber kurz darauf von einem toxischen Skandal eingeholt.
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Transkript anzeigen
00:00:01: Jörg.
00:00:06: Dezember in Leverkusen.
00:00:10: Ein junges Ehepaar ist auf dem Weg in die gemeinsame Wohnung im Stadtteil Wiesdorf, nahe der Bayer-Fabriken.
00:00:18: Das war ein richtig toller Urlaub!
00:00:20: Trotzdem schön wieder zu Hause zu sein.
00:00:25: Nur der Koffer wird langsam schwer...
00:00:27: Komm ich nehme deinen Koffern.
00:00:28: lassen sie über die Wiese abkürzen.
00:00:30: Warte was steht da auf dem Schild?
00:00:33: Betreten der Fläche außerhalb befestigter Wege verboten.
00:00:37: Der Oberstadtdirektor!
00:00:40: Aber die Kinder spielen doch hier Fußball?
00:00:43: In diesem Moment erblickt sie einen Nachbarn, der gerade aus seiner Haustür kommt.
00:00:48: Hallo?
00:00:49: Können Sie uns vielleicht sagen was das mit diesem Verbotsschild auf sich hat?
00:00:53: Das war vor zwei Wochen noch nicht da...
00:00:55: ...das
00:00:55: Schild?!
00:00:56: Oh, ein Augenblick….
00:00:58: Hey, Kinder!
00:01:00: Habt ihr das Schild nicht gesehen?
00:01:02: Sofort
00:01:02: runter vom Rasenabadali!
00:01:05: Man merkt, dass sie im Urlaub waren.
00:01:06: Die Zeitungen sind voll davon.
00:01:08: Wovon?
00:01:09: Der Boden ist verseucht!
00:01:11: Genau hier war früher doch Teil der Müllkippe von Bayer und IG Farben Und dann wurden in den fünftiger Jahren einfach Wohnungen hochgezogen.
00:01:19: Dann stimmen die Gerüchte also... ...der Boden ist versäuchter als angenommen.
00:01:24: Dass die
00:01:24: das einfach so
00:01:25: machen konnten.
00:01:28: Ja was soll ich sagen?
00:01:30: Damals war Umweltschutz halt noch kein so großes Thema.
00:01:33: Man hat wohl Stahlplatten eingelassen, um den Boden abzudichten.
00:01:36: Sie sehen ja was das gebracht hat und dass obwohl die seit über zehn Jahren das Motor haben Bayer forscht für den Umweltschutz.
00:01:47: Das Wohngebiet im Stadtteil Wiesdorf gilt schon bald als Inbegriff für eine gefährliche Altlast-Bayers Denn giftige Abfälle beschäftigen den Konzern bereits seit der Gründerzeit im neunzehnten Jahrhundert.
00:01:59: Mit Leverkusen konnte zwar ein idealer Standort am Rhein gefunden werden, doch durch das schnelle Wachstum des Chemiekonzerns wachsen auch die Mengen an abgeleitetem Abwasser und die anfallenden Müllberge.
00:02:11: Der Skandal um die ehemalige Müllkippe kommt ausgerechnet dann ins Rollen als Bayer sich durch aufwendige Image-Kampagnen als Vorreiter für den Umweltschutz inszeniert.
00:02:22: Die Sanierung wird bayer viele Millionen kosten Doch die finanziellen Folgen sind dabei nicht das Wichtigste.
00:02:29: Das Unternehmen kämpft um seinen guten Ruf – mit allen Mitteln!
00:02:48: Ich bin Marc-Den Puch und das ist Imperium, die Bayer Story von Studio J. In der letzten Folge hat Bayer sich als Teil des Großkonzerns IG Farben an der Kriegsindustrie der Nationalsozialisten beteiligt.
00:03:15: Unter den Besatzungsmächten wurden die Farmfabriken Bayer AG neu gegründet.
00:03:21: Der neue Vorstandsvorsitzende Ulrich Haberland investierte neue Produkte wie Kunststoffe und Pflanzenschutzmittel, und setzte auf internationale Märkte wie Japan- und die USA.
00:03:32: Sein Nachfolger Kurt Hansen führte diesen Weg konsequent fort und organisierte die Strukturen des Konzerns neu.
00:03:39: Bayer wurde ein entscheidender Teil des deutschen Wirtschaftswunders.
00:03:45: Die Ölkrise in den letzten Jahren beendet diese Zeit.
00:03:50: Sonntagsfahrverbote führen den Menschen vor Augen das die natürlichen Ressourcen begrenzt sind.
00:03:55: Der Blick der Öffentlichkeit richtet sich auch auf die Risiken und Abfälle der Chemieindustrie.
00:04:01: Bayer beginnt, sich unter Kurt Hansen ein zweites Logo mit einem grünen Lindenblatt zu geben – das der zugehörige Motto lautet «Bayer forscht für den Umweltschutz».
00:04:11: Doch eine neue kritische Generation gibt sich mit dieser Imagepflege nicht zufrieden.
00:04:17: Sie schaut genauer hin und fordert von Kurt Hansens Nachfolger einen besseren Schutz vom Umwelt- und Mitarbeitenden.
00:04:23: Sein Name?
00:04:24: Herbert Grünewald.
00:04:27: Das ist Folge drei von vier, auf der Kippe.
00:04:38: Dreizehnter Mai in Neverkusen.
00:04:42: Fünfzehnteusend Menschen fiebern im Ulrich-Haberland-Stadion, das nach dem ehemaligen Bayerchef benannt ist.
00:04:49: Einer der heutigen Gäste ist der aktuelle Vorstandsvorsitzende Herbert Grünewald, siebenundfünfzig Jahre mit vollem Haar und breitem Lachen.
00:04:58: Er ist mit einer wichtigen Mitarbeiterin anwesend Denn auf dem Rasen findet ein besonderes Fußballspiel statt.
00:05:10: So kenne ich sie gar nicht, Herr Grünewald!
00:05:13: Sie sind ja ein richtiger Fußballfan!
00:05:15: Ich bin vor allem Fan von Bayer Leverkusen.
00:05:18: Die Mannschaft gehört zu uns wie die Asperin Karrette.
00:05:20: Liebe Fans – die letzten fünf Minuten sind angebrochen.
00:05:23: Unsere Werkself fährt einen Angriff nach dem anderen aufs gegenehrige Tor.
00:05:28: Es ist der letzte Spieltag, der zweiten Fußball-Bundesliga Nord.
00:05:32: Bayern zerovier.
00:05:33: Leverkusen ist mit knappem Vorsprung Tabellenführer und liegt gegen den Tabellenzweiten zwei zu drei zurück.
00:05:41: Und für den Aufstieg in die erste Bundesliga brauchen wir jetzt mindestens ein Unentschieden?
00:05:46: Genau so ist es!
00:05:48: Was macht ihr denn
00:05:50: da?!
00:05:50: Die Mitarbeiterin blickt auf ihre Armbanduhr.
00:05:52: Oh nein... Herr Grünewald, Wir müssen los zu unserem Termin.
00:05:58: Die Gäste warten bestimmt schon.
00:06:00: Das Spiel geht noch fünf Minuten, wir lagen schon null zu drei hinten.
00:06:03: nur noch ein Tor!
00:06:05: Dann steigt Bayer Leverkusen los... Ein Angriff über links das ist Matthias Brücken und TOR!
00:06:15: Der Ausgleich zum Drei-zu-Dreif fällt.
00:06:18: die Spieler liegen sich jubelnd in den Armen.
00:06:20: Zuschauer laufen auf dem Platz obwohl das Spiel noch nicht abgepüffend ist.
00:06:25: Grüne Wald fällt seiner Mitarbeiterin um den Hals.
00:06:30: Ich muss zugeben, Fußball kann verdammt spannend sein.
00:06:34: Haben wir eigentlich auch eine Frauenmannschaft?
00:06:37: Nicht das ich wüsste!
00:06:38: Aber die Herrenmannschaft ist hier goldwert.
00:06:41: Was glauben Sie was ein Aufstieg in die Bundesliga für unser Marketing bedeutet?
00:06:45: Sport ist gesund und beliebt.
00:06:47: Das passt besten zu unserem Unternehmen.
00:06:53: Prof.
00:06:54: Dr.
00:06:54: Herbert Grünewald Jahrgang, nineteenhundertundzwanzig ist Chemiker.
00:06:59: Wie alle bisherigen Bayer-Chefs, hat er sich im Unternehmen bis an die Spitze hochgearbeitet.
00:07:04: Seit fünf Jahren ist er Kurthansens Nachfolger als Vorstandsvorsitzender des Unternehmens.
00:07:10: Er führt dessen eingeschlagenen Weg konsequent fort.
00:07:13: In der Öffentlichkeit soll ein neues sauberes Image der Bayer AG gezeichnet werden.
00:07:18: Da kommt der Aufstieg der firmeigenen Fußballmannschaft Baja Null vier Leverkusen in die erste Bundesliga für ihn zur richtigen Zeit.
00:07:26: Der Name Bayern wird in der Folge von immer mehr Menschen mit Sport in Verbindung gebracht.
00:07:35: Doch Grünewald bleibt Chef eines Chemiekonzerns.
00:07:39: Trotz intensiver Forschung an umweltfreundlichen Verfahren geht die Produktion immer noch mit Giftstoffen einher, diese belasten Boden-, Luft- und Grundwasser.
00:07:50: Bei Störfällen in den Werken Wuppertal, ... sowie in Dormagen, ... treten gefährliche Stoffe wie Salzsäure und Phosphorverbindungen aus.
00:08:01: Einige Anwohnerinnen und Anwoner werfen Bayer vor, die Fälle kleinzureden.
00:08:06: Sie beginnen sich zu organisieren!
00:08:15: Leverkusen im Herbst, in den Stahlträgern eines Docks im Leverkusener Industriehaven haben sich etwa ein Dutzend Umweltaktivistinnen und Aktivisten eingefunden.
00:08:27: In Booten bewachen sie dort ein selbstgebautes Floß mit dem sie einem Tankschiff des Bayerkonzerns den Weg blockieren.
00:08:35: Einer der Aktivisten ist der Diplom-Kaufmann Axel Köhler.
00:08:38: Einundressig Jahre, mittellange Haare und Schnobart.
00:08:42: Gemeinsam mit seiner Mitstreiterin Christiane Schnura Anfang zwanzig steht er am Ufer des Rheins einem Fernsehreporter Rede und Antwort.
00:08:51: Herr Köhle Sie sind ein Mitgründer der sogenannten Wuppertaler Bürgerinitiative gegen Bayer Umweltgefährdung.
00:08:59: Was wollen sie mit dieser Aktion bezwecken?
00:09:02: Wir haben es einfach satt dass Bayer sich immer herauswindet.
00:09:06: Die Leute müssen wissen, das es nicht nur zu Unfällen in den Fabriken kommt.
00:09:10: Der Konzern lässt auch hier und anderswo ständig hochgiftige Stoffe in die Umwelt ab!
00:09:16: Frau Schnurra sie haben Spruchbänder aufgehängt.
00:09:19: Wasser ist Leben Dünnsäure ist Gift Und Hier wird der Rhein verseucht.
00:09:25: Das Tankschiff soll sogenannte Dünn-Säure tanken.
00:09:28: Was ist das Problem daran?
00:09:32: Dünn Säure besteht hauptsächlich aus verdünter Schwefelsäure.
00:09:35: Außerdem kann sie Schwermetalle und giftige Chemikalien enthalten.
00:09:39: Die Schiffe kippen das Zeug einfach ins Meer, vergiften damit die Nordsee Fische und andere Tiere sterben.
00:09:46: Der Reporter wendet sich an einen weiteren Mann im Anzug dem von einem der Aktivisten ein Fischgerippe vor das Gesicht gehalten wird.
00:09:55: Er erträgt es mit Versteiner Tamino und hört dem Reporter zu.
00:09:59: Was sagen Sie als offizieller Vertreter des Bayern-Konzerns zu diesen Anschuldigungen?
00:10:05: Ich kann nur sagen, dass dieser sogenannten Umweltschützer hier schon den ganzen Tag illegal unseren Hafen blockieren.
00:10:12: Was uns das alles kostet!
00:10:13: Ja Leute wie Sie kennen nur das Geld.
00:10:16: Deshalb blockieren wir das Schiff so lange bis in der Fabrik die Bänder stillstehen.
00:10:20: Die Verklappung von Dünnsäure in der Nordsee ist legal und sicher.
00:10:25: Das Meer ist riesengroß, die Schwefelsäure verteilt sich über den ganzen Planeten.
00:10:29: Richtig!
00:10:29: Über den ganzen Planeten.
00:10:31: Immer weiter... Ihr Unternehmen hat sich doch den Umweltschutz auf die Fahnen geschrieben.
00:10:36: Handeln Sie auch danach und hören sie damit auf.
00:10:39: Axel Köhler zeigt auf einige Polizeivagen, die sich mit Blaulicht aus der Ferne nähern.
00:10:45: Da kommt auch schon die Cavalerie.
00:10:47: Entschuldigen Sie uns wir werden auf den Boden gebraucht.
00:10:54: Der Protest der Bürgerinitiative kann erst durch einen Großeinsatz der Polizei aufgelöst werden.
00:10:59: Streitpunkt ist vor allem die Belastung von Flüssen und Meeren mit Giftstoffen, denn die heutige Stadt Leverkusen wurde von Bayer vor fast neunzig Jahren auch deshalb als Standort gewählt um den Reihen als Abwasserleitung nutzen zu können.
00:11:13: Das hat weitreichende Konsequenzen.
00:11:16: Bayer und andere Unternehmen der chemischen Industrie sind in den Neunzehntenundertsiebzigerjahren für etwa die Hälfte der Giftstoffe im Rhein verantwortlich.
00:11:24: Kohlefabriken- und städtische Ballungszentren wie Basel und Straßburg belasten den Fluss zusätzlich.
00:11:30: Unterher bei Grüne Wald werden im Kampf gegen die Umweltbelastung allerdings auch handfeste Erfolge eingefahren.
00:11:37: In den letzten Jahren nimmt das Unternehmen in Leverkusen die letzte Stufe der sogenannten Bayern Turmbiologie in Betrieb, Eine Kläranlagentechnik, bei der das Wasser in zylinderförmigen Reaktoren gereinigt wird.
00:11:50: Ein modernes und platzsparendes Verfahren, das besonders auf den Einsatzort am Rhein zugeschnitten ist.
00:12:00: Herbert Grünewald will den Ruf des Bayer-Konzerns in ein positives Licht rücken!
00:12:04: Er sitzt nicht nur auf einem umweltfreundliches Image und ein grünes Logo sondern kann auch Ergebnisse wie ein modernes Klärwerk am Rheien präsentieren.
00:12:13: Doch den Initiatoren der Blockade-Aktion im Leverkusener Hafen reicht das nicht.
00:12:18: Sie bezichtigen Bayer weiterer Umweltfräfel und wollen Grünewald und den Vorstand des Konzerns mit ihren Vorwürfen konfrontieren.
00:12:26: Sie wissen, dass sie dafür in den inneren Zirkel gelangen müssen – das erreichen sie mit einem einfachen Trick!
00:12:48: April-Ninzenhundertzwollehnachtzig in Köln.
00:12:52: Herbert Grünewald schreitet zügig den Flur vor der Messerhalle entlang.
00:12:56: Er wird von mehreren Mitarbeitenden aus der Konzernspitze begleitet.
00:13:00: Grüne Wald ist guter Dinge, denn gleich wird er vor den versammelten Aktionären des Bayerkonzerns sprechen.
00:13:07: Heute ist ein guter Tag!
00:13:09: Unsere Aktie hat im letzten Jahr fast acht Prozent Plus gemacht – das beste Jahr seit nineteenhundert und siebzig.
00:13:15: Es geht wieder aufwärts... Dann stutzt Grünewald.
00:13:20: Eine Gruppe von jungen Menschen in Freizeitkleidung steuert ebenfalls auf die gut gefüllte Halle zu.
00:13:26: Grünewald schaut sie verwundert an.
00:13:29: Guten Tag, die Damen und Herren!
00:13:31: Ich fürchte Sie haben sich in der Halle geirrt.
00:13:34: Das hier ist die Aktionärsversammlung der Bayer AG.
00:13:37: Zwei der jungen Leute wenden sich ein Grünewald.
00:13:40: Guten tag, Axel Köhler mein Name von der Wuppertaler Bürgerinitiative gegen Bayer Umweltgefährdung.
00:13:45: Die Freude ist ganz meinerseits ... Moment... ich kenne sie doch!
00:13:51: Sie haben doch vor zwei Jahren unser Schiff blockiert.
00:13:54: Und dann diese permanente übler Nachrede.
00:13:58: Und sie kenne ich doch auch?
00:13:59: Ja, Sie kennen mich!
00:14:01: Christiane Schnurra, hallo.
00:14:03: Sie sprechen von Übler-Nachrede?
00:14:05: Wir erzählen den Leuten doch nur Dinge die Sie vertuschen wollen.
00:14:09: Hier wird überhaupt nichts vertuscht.
00:14:11: Wir sind unseren Aktionären rede und antwortschuldig aber bestimmt nicht einem Haufen über eifriger Studenten.
00:14:18: Schnura holt ein Schreiben aus ihrer Tasche und faltet es auseinander.
00:14:22: Dann hält sie es Grüne Wald hin
00:14:24: Hier, die übereifrigen Studenten sind ihre Aktionäre.
00:14:29: Wir haben jedes Recht hier zu sein!
00:14:31: Aktionere?
00:14:33: Das ist doch ein verspäteter Aprilscherz.
00:14:35: Keineswegs... Ich bin Diplomkaufmann und habe meinen Freunden hier gezeigt wie man Bayer Aktien kauft Und als Ihre Aktioniere sind wir alle natürlich sehr daran interessiert Wie Ihr Rad der Götter hier funktioniert.
00:14:49: Was wissen Sie denn vom Rad der Göta?
00:14:52: Der war vor fast sechzig Jahren.
00:14:53: Wir wissen so einiges.
00:14:55: Zum Beispiel, dass sie als einer der wenigen immer noch PCB produzieren.
00:15:00: Das sind giftige Chlorverbindungen die Krebs auslösen und das werden wir den Leuten da drinnen erzählen.
00:15:11: Axel Köhler und Christiane Schnurr können ihre Bürgerinitiative durch den simplen Kauf von Aktien mitten in der Jahreshauptversammlung der Bayer AG platzieren.
00:15:20: Dort werden Sie ab jetzt jährlich Ihre Anträge und Kritik direkt an die Konzernspitze adressieren.
00:15:27: Noch neunzehnundzwaldachzig erreichen sie eines ihrer wichtigsten Ziele.
00:15:32: Bayer beendet offiziell die Verklappung von Dünnsäure in der Nordsee.
00:15:37: Im Folgejahr formiert sich die Gruppe neu und heißt seitdem CBG, das steht für Coordination gegen Bayern gefahren.
00:15:46: Bis heute ist sie ein ständiger Stachel im Fleisch des Großkonzerns.
00:15:55: Als nächstes richtet sich die Aufmerksamkeit der Initiative auf eine besonders umstrittene Stoffgruppe aus den Fabriken Bayers poliklorierte Biefenüle, kurz PCB.
00:16:06: Sie finden sich in Transformatoren, Lacken und Werkstoffen und gehören zu den sogenannten Ewigkeitschemikalien.
00:16:13: Diese gelten als besonders giftig und bauen sich in der Umwelt nur langsam oder gar nicht ab.
00:16:20: Bis neunzehntelundachtachzig produziert Bayer die giftigen Chlorverbindungen.
00:16:24: Dann wird ihre Produktion in Deutschland verboten.
00:16:28: Die Bürgerinitiative wirft dem Bayer-Konzern vor, nur dann umweltfreundlich zu reagieren – wenn der äußere Druck besonders groß wird oder wenn der Gesetzgeber sich einschaltet.
00:16:38: Doch wirtschaftlich schaden diese Vorwürfe der Bayer AG kaum.
00:16:42: In den letzten Jahren kamen die Konzerne in Deutschland auf Platz fünf der größten Unternehmen nach Wertschöpfung.
00:16:49: Rund sieben Komma.
00:16:50: neun Milliarden D-Mark fließen dank Bayern direkt in die Volkswirtschaft und damit in den Wohlstand der Bundesrepublik.
00:16:57: In heutigen Zahlen etwa acht Milliarden Euro.
00:17:17: Die Bayer AG hat zu einer mehrtägigen Presseveranstaltung in die Messerhallen geladen.
00:17:32: Eine junge Journalistin setzt sich erschöpft auf ihren Platz, sie ist eine von mehr als hundertfünfzig Journalistinnen und Journalisten aus aller Welt, die an einem randvollen Programm teilnehmen.
00:17:43: Das Thema?
00:17:44: Die Bayern-Umweltperspektive!
00:17:47: Auf die Bühne tritt Bayers Vorstandsvorsitzender Hermann Josef Strenger, Guten Tag meine Damen und Herren.
00:18:00: Erst einmal möchte ich Ihnen danken, dass Sie es schon so lange mit uns ausgehalten haben Aber wir hatten ja auch viel zu präsentieren Denn heute können wir die Früchte unserer ständigen Forschung für den Umweltschutz ernten.
00:18:17: In den letzten zehn Jahren haben wir die organische Fracht in unserem Abwasser um über seventy-fünf Prozent gesenkt Die Schwermetalle um über eighty-five Prozent.
00:18:28: Auch die Emissionen in die Luft sind um achtzig Prozent gesunken.
00:18:32: Die Journalistin schreibt konzentriert mit Wir sind der Auffassung, dass ein Unternehmen heute und in Zukunft nur bestehen kann wenn es hohe Qualität der Produkte und optimale Wirtschaftlichkeit auf der einen sowie Umweltschutz und Sicherheit auf der anderen Seite zu gleichrangigen Zielen erklärt.
00:18:56: Deshalb werden wir in den nächsten fünf bis acht Jahren weitere drei Milliarden Mark für den Umweltschutz aufwenden.
00:19:10: Wie Journalistin wendet sich an einen Kollegen?
00:19:13: Das ist eine enorme Summe, hätte ich nicht gedacht!
00:19:17: Und nun denke ich ... haben wir
00:19:19: alle Hunger.
00:19:22: Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit.
00:19:25: Strenger schreitet langsam von der Bühne und lächelt in die Fotokameras, die ihn einfangen.
00:19:31: Auf dem Weg zur Tür wird er von der Journalistin aufgehalten.
00:19:35: Herr Strenger, entschuldigen Sie!
00:19:37: Ja?
00:19:38: Das sind ja wirklich beeindruckende Zahlen.
00:19:41: Vielen Dank...
00:19:42: Aber eine Sache geht mir einfach nicht aus dem Kopf.
00:19:45: Das Umwelt-Dezernat in Leverkusen hat im Mai vor dem Verzehr von selbst angebautem Gemüse im Bereich Wiesdorf gewarnt.
00:19:53: Da war da früher ihre Müllkippe.
00:19:55: Strengersmine verfinstert sich.
00:19:57: Das müssen sie schon das Umwelt-Dezernat fragen.
00:20:00: Guten Tag.
00:20:01: Aber ... Na toll, weg ist er!
00:20:04: Hermann
00:20:09: Josef Strenger kann der geladenen Presse zeigen, dass Bayers Forschung für den Umweltschutz auch in der Praxis wirksam ist.
00:20:15: Zudem ist der Aktienwert der Bayer AG in seiner bisherigen Amtszeit um fast vierzig Prozent gestiegen.
00:20:22: Strenge erreicht damit eines der wichtigsten Ziele des Konzerns Gewinne und Umwelthutz miteinander vereinen.
00:20:29: Weitere drei Milliarden D-Mark an Investitionen sollen direkt in den Umweltschutz fließen.
00:20:34: Das wären heute fast drei Milliarden Euro.
00:20:36: Doch nur drei Monate nach der erfolgreichen Presseveranstaltung stürzen sich die Zeitungen auf neue Nachrichten aus dem Stadtteil Leverkusen, Wiesdorf.
00:20:51: Februar, und achtundachtzig in Levercusen.
00:20:54: Hermann Strenger sitzt allein in seinem Büro im Bayer Hochhaus.
00:20:59: Der Vorstandsvorsitzende liest die Tageszeitung – das ist eine Katastrophe!
00:21:06: Kipp hier, kipp da.
00:21:08: Überall steht Bayer für Giftmüll statt für Umweltschutz und gute Produkte oder wenigstens Fußball.
00:21:14: Die ganze Imagepflege für die Katz?
00:21:18: Ja!
00:21:20: Strengers Vorgänger Herbert Grünewald betritt das Büro.
00:21:23: Er ist jetzt Vorsitzender des Aufsichtsrats.
00:21:27: Hallo Herrmann du wolltest mich sprechen?
00:21:30: Herbert danke fürs kommen setz dich doch Grünewalt nimmt auf dem Besucherstuhl Platz und richtet sich den Anzug.
00:21:38: Also hier bin ich.
00:21:40: Was kann ich für dich tun?
00:21:42: Diese ehemalige Müllhalde Kipp hier im Stadtteil Wiesdorf.
00:21:46: Da wurde schon vor über siebzig Jahren unser verseuchter Industriemüll aus Bahnwaggons abgekippt.
00:21:52: Grüne Wald lehnt sich zurück.
00:21:54: Ich weiß, deshalb haben alle Kipp zu dem Gelände gesagt In den fünftigern brauchte die Stadt einen Teil davon für den Bau neuer Wohnungen.
00:22:02: Viele Stellen wurden mit Stahlplatten versiegelt.
00:22:05: Das scheint nicht ausgereicht zu haben.
00:22:08: Jedenfalls fliegt ausgerechnet mir das jetzt um die Ohren.
00:22:11: Obwohl ich nicht das Geringste dafür kann!
00:22:14: Ich brauche deinen Rat, was würdest du tun?
00:22:17: Noch ist doch gar nichts passiert.
00:22:20: Wie wäre es wenn Du jetzt einfach aktiv auf die Stadt Leverkusen zugehst und dann bist Du offen und ehrlich keine Winkelzüge kein herumlavieren aber wir mischen uns doch wehren Hier.
00:22:32: die Presse zerreißt uns und diese sogenannten Umweltschützer von der CBG sowieso.
00:22:36: Die reiben sich schön die Hände.
00:22:38: Bei Verleumdung kannst du gegen sie vorgehen, aber du hast jetzt die Möglichkeit allen zu zeigen wie wichtig dir der Umweltschutz ist.
00:22:45: Also volle Kooperation mit den Behörden!
00:22:48: Du sagst es doch selbst – Der Bau der Wohnungen fiel nie in deine Zuständigkeit Das stimmt?
00:22:53: Nur geht das hier um Stoffe wie Blei-, Asen- und Katmium.
00:22:57: Das Areal ist u.a.
00:22:58: fußballfelder groß.
00:23:00: Wenn wir die Schuld für eventuelle Krankheitsfälle bekommen dann kann uns das viele Millionen kosten.
00:23:06: Um das Geld würde ich mir keine Sorgen machen, finanziell geht es uns hervorragend.
00:23:10: Unser guter Ruf dagegen ist unbezahlbar!
00:23:12: Du kannst die Schlagzeilen ja doch nicht mehr einfangen.
00:23:16: Strenger dreht sich nachdenklich zum Fenster um von dem er einen Blick auf die betroffenen Wohngebiete im Stadtteil Wiesdorf hat.
00:23:24: Ich fürchte du hast recht Augen zu und durch.
00:23:30: Der Skandal um die sogenannte KIP wird strenger in seinen Nachfolger noch knapp fünfzehn Jahre begleiten.
00:23:38: Bis nineteenhundertdreiundneunzig werden auf dem Gelände hunderte Wohnungen abgerissen.
00:23:43: Der Unterboden des Gebietes wird in der Folge aufwendig versiegelt und eine Barriere zum Grundwasser errichtet.
00:23:50: Bayer betont, dass der Konzern etwa achtzig Prozent der Kosten von Hundertzehn Millionen freiwillig übernimmt.
00:23:56: In heutigen Zahlen sind das etwa hundertvierundvierzig von hundertachtzig Millionen Euro Im Jahr.
00:24:02: zwei tausendfünf wird anstelle der früheren Müllhalde der sogenannte Neulandpark eröffnet Ein grünes Naherholungsgebiet.
00:24:11: Die Kritikerinnen und Kritiker der Bürgerinitiative CBG halten die Versiegelung der KIP für unvollständig, da sie nach unten offen ist.
00:24:20: Sie weisen auf eine erhöhte Zahl von Krebserkrankungen- und Todesfällen in dem Gebiet hin und fordern bis heute eine weitere Sanierung des Geländes.
00:24:33: In Deutschland ist der Skandal um die KIP vor allem ein Imageproblem vorbei.
00:24:38: Wirtschaftlich und strategisch dagegen blicken Herbert Grünewald und sein Nachfolger Hermann Strenger besonders ins Ausland.
00:24:44: In den letzten Jahren erwirtschaftete der Konzern bereits über seventy-fünf Prozent seines Umsatzes außerhalb Deutschlands.
00:24:53: Fast die Hälfte der über hundertsechzigtausend Mitarbeitenden ist international beschäftigt.
00:24:58: Durch Zukäufe anderer Unternehmen ist Bayer besonders in den USA längst ein Schwergewicht, Verantwortlich dafür sind vor allem Medikamente und Pflanzenschutzmittel.
00:25:12: Konzernchef Hermann Strenger bleibt bemüht, die Bayer AG als besonders umweltfreundliches Unternehmen zu etablieren.
00:25:19: Sein Vorgänger Herbert Grünewald unterstützt ihn dabei als Aufsichtsratsvorsitzender.
00:25:23: Beide sitzen zudem auf den prästisch trächtigen Profifußball, um das Image des Chemieriesen zu verbessern.
00:25:30: Doch der Giftmüllskandal in Leverkusen zerstört bei vielen Menschen in Deutschland das Vertrauen.
00:25:37: Die Tatsache, dass Bayer einen Großteil seines Umsatzes im Ausland erwirtschaftet, soll sich für Strenger deshalb als Segen erweisen.
00:25:45: Mitverantwortlich dafür ist besonders Bayerns international aufgestellte Agrarsparte.
00:25:51: Der gilt nun Strengers und Grünewald's ganze Aufmerksamkeit – in Monheim am Rhein.
00:26:16: Hermann Strenger und Herbert Grünewald laufen über den Hof ihres neuen Zentrums für Pflanzenschutz.
00:26:24: Ihre Begleitung ist eine Vertreterin des japanischen Star-Architekten Kishokurukawa.
00:26:30: Sie führt die Männer durch den modernen Gebäudekomplex, dessen letzte Ausbaustufe nun fertiggestellt ist.
00:26:37: Die organische Form der Gebäude ist sicher ein wenig extravagant aber die runden Innenhöfe erinnern an ihre berühmte Aspirintablette.
00:26:46: Das gefällt mir!
00:26:47: Unser Pflanzenschutz und die traditionsreiche Farmersparte symbolisch vereint.
00:26:52: Das ist die Marschrichtung für den ganzen Konzern.
00:26:55: Bald arbeiten hier ein- tausend achthundert unserer Leute in wunderschöner Umgebung!
00:26:59: Das Vortragsgebäude hier am Teich sieht aus wie ein Ufo und wir sitzen an unserem langweiligen Turm im Leverkusen.
00:27:09: Es wird Herrn Kurokawa freuen, dass es ihn so gut gefällt.
00:27:12: Herr Strenger was sagen Sie denn?
00:27:15: Strenga wird aus seinem Gedanken gerissen.
00:27:18: Oh äh ja Ja Es ist wunderschön hier.
00:27:22: Ich musste nur gerade daran denken, was für eine Reise das Unternehmen hinter sich hat.
00:27:27: Vor hundertzwanzig Jahren fing alles an und das hier wird unser wichtigster Standort nach Leverkusen.
00:27:35: Ja Herr Grünewald hat mir schon einiges über die Geschichte von Bayer erzählt.
00:27:39: Das ist die Zukunft.
00:27:41: nicht die Produktion selbst ist heute das Wichtigste sondern die Entwicklung der Produkte Forschung und Entwicklung in Monheim Geschäfte auf der ganzen Welt.
00:27:50: Deshalb hat uns ihr Konzept eines kampusartigen Komplexes auch so überzeugt.
00:27:54: Stimmt, es wirkt ein wenig wie eine Universität!
00:27:57: Ganz genau!
00:27:59: Sagen Sie, Hankuru Kawa, dass wir hochzufrieden sind und ihn gerne bald selbst hier begrüßen werden?
00:28:04: Das mache ich... Was sagen sie?
00:28:07: Wollen wir zum Abschluss die tropischen Gärten im UFO
00:28:09: besuchen?!
00:28:10: Stränger muss grinsen.
00:28:12: Darauf freut sich Herbert schon die ganze Zeit – und ich mich übrigens auch….
00:28:20: In den letzten Jahren markiert das Ende einer mehrstufigen Bau- und Eröffnungsphase von neun Jahren.
00:28:27: Die modernen Gebäude in Monheim am Rhein werden Bayers neues Herzstück für Forschung und Entwicklung von Pflanzenschutzmitteln – ein Geschäftsfeld, dessen Bedeutung für Bayer und Konzernchef strenger immer weiter zunimmt.
00:28:40: Im selben Jahr feiert der Bayernkonzern hundertzwanzigjähriges Jubiläum.
00:28:45: Das Unternehmen veröffentlicht zu diesem Anlass ein umfangreiches Buch namens Meilensteine.
00:28:50: Hundertfünfundzwanzig Jahre, Bayer.
00:28:52: Achtzehnhundertsechzig bis neunzehnundertachtundachtzig.
00:28:57: Das Buch dient nicht nur der Information Es ist auch ein geschickter Schachzug um das Narrativ über die Firmenhistorie selbst zu bestimmen.
00:29:04: Neunzehundertzweiundneinzig folgt Hermann Strenger dem Weg seines Vorgängers Herbert Grünewald erneut.
00:29:12: Er wird an dessen Stelle Aufsichtsratsvorsitzender.
00:29:15: Siebenjahres später kann Bayern ein weiteres Jubiläum feiern.
00:29:19: Hundert Jahre Aspirin.
00:29:21: Doch im selben Jahr wird vor allem ein Ereignis, mit dem niemand gerechnet hat.
00:29:25: Die Schlagzeilen über die Bayer-AG bestimmen.
00:29:34: Wuppertal, achter Juni, Nineteinundneunzig.
00:29:39: Eine Bayern-Mitarbeiterin erreicht ihr zu Hause im Stadtteil Elberfeldt.
00:29:43: Es liegt ganz in der Nähe der Bayer Fabriken.
00:29:46: Ihr kleiner Sohn erspät sie schon durch das Fenster.
00:29:54: Hallo mein Schatz!
00:29:55: Hast du den Papa auch mitgebracht?
00:29:57: Natürlich hatte er das.
00:30:00: Na wie war's in Leverkusen?
00:30:02: Sehr gut Unser neues Pflanzenschutzmittel wird hervorragend angenommen.
00:30:07: Aber schade, dass ich nicht im Frühjahr schon da war!
00:30:10: Die große Aspirinschachtel habe ich so leider verpasst.
00:30:13: Was für eine Aspirin-Schachtel?
00:30:16: Das würde mich auch interessieren...
00:30:18: Ich meine das Hochhaus von Bayer in Leverkusen.
00:30:21: Das haben sie im Frühjar doch verpackt wie ein Aspirini Schachtel.
00:30:25: Ich zeig euch gleich mal
00:30:26: Fotos.
00:30:27: Aber erst einmal gibt's was zu essen.
00:30:29: Los, rein mit euch!
00:30:32: In diesem Augenblick wird die dreiköpfige Familie von einer Druckwelle auf den Boden geschleudert.
00:30:41: Eine Rauchwolke erhebt sich über die Gegend.
00:30:45: Was für Hölle war das?
00:30:47: Eine Explosion, das muss aus der Fabrik gekommen sein!
00:30:52: Oh nein du blutest ja... Hier liegen überall Glassplitter, die Fenster sind zersprungen.
00:30:57: Krawt raus hier.
00:30:58: wir müssen uns sofort hier weg.
00:31:03: Die Explosion im Wuppertaler Bayerwerk ist die schwerste in der Geschichte des Standorts.
00:31:08: Rund hundert Menschen werden durch Veretzungen, Rauchvergiftungen oder Schnittwunden verletzt.
00:31:14: Mindestens sechs von ihnen sind Kinder.
00:31:17: Untersuchungen ergeben das Mitarbeitende der Fabrik die falsche Chemikalie in einen Reaktionskessel gefüllt hatten.
00:31:24: Durch ein Versehen wurde eine halbe Tonne Etzen des Kaliumhydroxy zur Herstellung eines Pflanzenschutzmittels genutzt.
00:31:35: Nur eine Brandschutzmauer rund um die Produktionsstätte verhindert Schlimmeres.
00:31:40: Der Sachschaden beträgt knapp zweihundert Millionen D-Mark, heute etwa hundfünfzig Millionen Euro.
00:31:47: Als Konsequenz wird ein verantwortlicher Mitarbeiter vor Gericht zu einer Strafzahlung von umgerechnet etwa drei tausend achthundert Euro verurteilt.
00:31:56: Für die Bürgerinitiative CBG ist die Aufklärung der Explosion unvollständig.
00:32:01: Sie wirft der Konzernleitung vor das wahre Ausmaß des Vorfalls zu verschleiern.
00:32:09: Grünewalds- und Strengersstrategische Ausrichtung steht besonders auf den Säulen Farmer und Pflanzenschutz.
00:32:16: Die Bayer AG wächst auf diesen Gebieten zum internationalen Großkonzern heran, doch ausgerechnet die Farmersparte sorgt schon bald für eine Krise.
00:32:25: Der Konzern reagiert mit einer aggressiven Wachstumsstrategie in den beiden Kerngeschäften und trennt sich von traditionsreichen Sparten.
00:32:34: Das Konzept geht auf – und verschafft Bayer neue Umsatzrekorde!
00:32:38: Doch dann löst der milliardenschwere Kauf des US-Aggra-Konzerns Monsanto eine Lawine aus, die Bayer in den Abgrund zu reißen droht.
00:32:54: Das war Folge drei von vier – von Imperium Die Bayerstory Von Studio J. Wenn du mehr erfahren willst über die Anfangszeit von Bayer empfehlen wir dir das Buch Meilensteine.
00:33:06: Hundertfünfundzwanzig Jahre Bayer.
00:33:08: Achtzehnhundertsechzig bis neunzehnundachtachzig von Erik Werk.
00:33:14: Ein Hinweis zu den Dialogen, die du gehört hast Wir wissen natürlich nicht genau, was gesprochen wurde.
00:33:19: Alle Dialoge basieren nach bestem Wissen auf unseren Recherchen!
00:33:23: Ich bin Marc-Ben Poch
00:33:25: und ich bin Aline Staskowiak.
00:33:27: Daniel Jakob hat die Folge geschrieben für StudioJ, Producerin Helene Feldmayer.
00:33:34: Executive Producer Janis Gebhardt.
00:33:37: Das Sounddesign hat Lukas Leibiger gemacht.
00:33:40: gemischt von Fabian Klinke.
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