Die Playboy Story | Rebellion im Bademantel | 1
Shownotes
Folge 1/4: Die Marke Playboy steht für Freizügigkeit, Sex und Konsum. Gegründet in der prüden Nachkriegsgesellschaft der 1950er Jahren will sich Gründer Hugh Hefner mit freizügigen Bildern von Frauen ganz gezielt an die Interessen junger, heterosexueller Männer richten – und verursacht mit einem niedagewesenen Erotik- und Lifestylemagazin einen gesellschaftlichen Urknall. Streng religiös erzogen wird aus dem schüchternen Jungen ein Rebell, der sich mit Comics gegen die Konventionen richtet. Für die erste Playboy-Ausgabe gelingt es ihm, Nacktbilder von Marilyn Monroe zu erwerben – und innerhalb kürzester Zeit zum Marktführer unter den Männermagazinen zu werden. Es folgt der rasante Playboy-Aufstieg samt Bunny-Logo und Einführung des „Playmate“-Prinzips. Hefner hostet sogar eine eigene TV-Show. Doch wegen Obszönitätsvorwürfen wird er verhaftet.
Kontakt: imperium@studio-jot.de Folge IMPERIUM: https://www.instagram.com/imperium.podcast/
Transkript anzeigen
00:00:01: Ja.
00:00:33: Oh!
00:00:37: Die Polizisten verschaffen sich Eintritt in eine Halle mit weißem Marmorboden.
00:00:42: Ist ja noch bräutziger als ich dachte!
00:00:45: Zeit, dass ihr Ordnung reinkommt.
00:00:47: Hefners Assistentin führt die Polizistinnen durch einen prunkvollen Ballsaal mit Flügel.
00:00:56: Hugh
00:01:07: Hefner ein hagerer Mann Mitte dreißig liegt umgeben von Zeitungsausschnitten im Bett.
00:01:13: er trägt einen samtroten Seiden-Pujama.
00:01:18: Mr.
00:01:18: Hefner, aufwachen!
00:01:21: Sie sind verhaftet wegen der Verbreitung von obszönen Inhalten.
00:01:27: Der Playboy-Chef scheint nicht überrascht.
00:01:30: Gemütlich richtet er sich auf.
00:01:33: Dabei segelt eine Fotografie von einer barbusigen Frau auf den Boden.
00:01:39: Kann ich noch kurz aufs Klo?
00:01:41: Betont gelassen greift er nach einer Pfeife, die auf einem Nachtschrank liegt und zieht einen Bademantel über.
00:01:48: Der jüngere Polizist nickt amüsiert.
00:01:52: Sie dürfen sich auch was richtiges anziehen Nicht nötig, so ist es am bequemsten.
00:01:59: Hefners Assistentin beginnt einige Dokumente vom Bett aufzusammeln.
00:02:04: Entschuldigen sie das
00:02:05: Chaos.
00:02:06: Er arbeitet meist bis spät Nachts am Magazin
00:02:10: der jünger Polizisten schenkt seinem älteren Kollegen einen verschmitzten Blick.
00:02:15: Ich habe gehört dass Bett dreht sich auf Knopfdruck Reiß dich zusammen!
00:02:20: Dieser Mann und sein Schmuddelblatt stehen für die Verrohung Amerikas.
00:02:25: Mr.
00:02:26: Hefner, wird's bald?
00:02:28: Komm ja schon... Vor dem Haus hat sich eine Menschentrauber aus schaulustigen und Presseleuten versammelt.
00:02:40: Da ist er.
00:02:42: Die Korps transportieren ihn ja wirklich ab wie einen richtigen Gernhoven
00:02:46: Und er trägt ein Bademantel
00:02:49: Mr.Hefner?!
00:02:50: Wie fühlen sie sich angesichts ihrer Verhaftung?
00:03:00: In Hefners Blick liegt ein friedliches Schmunzeln, als er in das Polizeifahrzeug steigt.
00:03:06: Die Souveränität des Playboy-Herausgebers ist strategisch!
00:03:11: Die Festnahme durch die Polizei soll ihn zum furchtlosen Märtyrer der freien Rede machen und das Playboy Magazin zum umstrittenen Symbol für Freiheit.
00:03:35: Ich bin Marc Benpoch und das ist Imperium – The Playboy Story von Studio J. Playboy zählt zu den bekanntesten Marken der Welt.
00:03:58: Das ikonische Bunny-Logo steht für Glamour, Erotik und einen sexuell befreiten Lebensstil – und zieht alles von Deos, Bettwäsche hinzu Brotdosen.
00:04:09: Tausende Frauen haben in mehr als siebzig Jahren Playboy-Geschichte für das Magazin posiert, darunter auch Prominente wie Pamela Anderson oder die Eiskunstläuferin Katharina Witt.
00:04:21: Schon früh steckt hinter Hefners Heft mehr als ein Erotikmagazin.
00:04:26: Der Playboy positioniert sich als Stimme für Bürgerrechte, sexuelle und wirtschaftliche Freiheit.
00:04:32: Zeitweise gehören dutzende Clubs, Casinos- und Medienproduktionen zum Imperium.
00:04:38: Hefner selbst verkörpert als Gründer das Klischee einer Männerfantasie.
00:04:43: Sein Leben zwischen Luxuswillen, Privatjets und stets jungen Frauen macht ihn zur Ikone im Bademantel und zu einer der umstrittensten Figuren der Gegenwart.
00:04:54: Aber die Ursprung von Hefners Freiheitsvision beginnt fernab der Grenzenlosigkeit in einem Korsett aus Tabus, das erst gesprengt werden muss.
00:05:05: Das ist Folge eins von vier Rebellionen im Bademantel Februar nineteen hundertvierzig In einem Hinterzimmer an der Universität von Illinois in Chicago.
00:05:21: Der einundzwanzigjährige Hugh Hefner skizziert im Schein einer schreibte Schlampe einen bunten Comic.
00:05:29: Hier versteckst du dich also!
00:05:33: Seine Freundin, Mildred Williams drückt ihm einen Kuss auf die Stirn.
00:05:38: Ihre Haare sind zu einer adreppen Lockenfrisur geföhnt.
00:05:42: Wir wollten doch ins Kino.
00:05:43: Es läuft Casablanca
00:05:46: Mein Lieblingsfilm.
00:05:48: Hefner beginnt seine Zeichnungen einzupacken.
00:05:51: Lass mich mal sehen.
00:05:55: Das ist ja unsere
00:05:56: Cafeteria.
00:05:58: Mildred Williams Augen wandern über das chaotische Wimmelbild.
00:06:03: Hef liebt Millie, eine versteckte Botschaft an mich?
00:06:08: Ja!
00:06:10: Hefner, ein schmaler junger Mann im grauen Anzug bewegt seinen Blick an ihrem knielangen Faltenrock entlang.
00:06:17: Du siehst toll aus.
00:06:19: Du weißt genau dass wir uns bis zur Hochzeit gedulden müssen.
00:06:23: Heffner streicht seiner Freundin eine dunkle Haarsträhne hinter's Ohr.
00:06:28: Nächstes Jahr mache ich meinen Abschluss und wir ziehen in ein Haus.
00:06:32: Ach ja?
00:06:34: Und wer bezahlt dich fürs Karton zeichnen?
00:06:37: Ich habe gute Chancen, bei Esquire einen Job zu bekommen!
00:06:41: Esquare?!
00:06:42: Das Männermagazin?
00:06:44: Es ist das Einzige, indem es nicht nur um Jagen, Bären und Angeln geht... ...und sie haben eine eigene Comic-Sparte.
00:06:51: Du meinst wohl die freizügigen Zeichnungen von Frauen?
00:06:55: Hefner kratzt sich Verstohlen am Kopf.
00:06:58: Es ist eben nicht so konservativ.
00:07:01: Herr, je!
00:07:02: Alle tun so als würde Sex nur zur Fortpflanzung dienen.
00:07:05: Dabei zeigen Studien dass die meisten Männer sich schon vor der Ehe ausprobieren.
00:07:11: Hier auf dem Campus denken auch alle nur an das eine.
00:07:14: Deswegen läuft unsere neue Rubrik auch so gut.
00:07:18: Hefner schlägt die aktuelle Ausgabe des Campus Magazins auf.
00:07:23: Die wunderbare Miss Februar heißt Carol Spitzname Candy.
00:07:27: Sie ist kein Filmstar, einfach nur eine ganz normale Studentin.
00:07:32: Mark kunst und spielt
00:07:34: Tennis.
00:07:36: Ab jetzt können unsere Leser die Studenten des Monats wählen.
00:07:39: Spannung erhöht die Auflage!
00:07:42: Wer wird wohl die nächste Schönheit sein?
00:07:45: Solange du dich nicht in einer von ihnen verliebst...
00:07:48: Wie könnte ich nur Milly?
00:07:49: Du bist die einzige Frau für mich.
00:07:56: Hugh Hefner wird mitten in der Weltwirtschaftskrise, der neunzehntzwanziger Jahre in Chicago geboren.
00:08:03: Seine Eltern gehören einer methodischen Freikirche an.
00:08:07: Während sich seine Mutter für ihn eine Karriere als Missionar wünscht, flüchtete sich Hugh Heffner schon als Kind infektive Welten.
00:08:15: Das schwarz-weiß Kino – Filme wie Tarzan und der große Gatsby prägen seine Sehnsucht nach sexueller Freiheit und sozialem Aufstieg.
00:08:24: In der High School beginnt Hugh Hefner gesellschaftliche Moralzuhinterfragen.
00:08:29: Comics und eigens produzierte Kurzfilme werden zum Ausdruck des Protestes.
00:08:34: Mit siebzehn Jahren nennt er sich selbst nur noch Heff, und lernt seine Freundin Mildred Williams kennen.
00:08:41: Nach seinem Militärdienst studieren die beiden an derselben Universität in Chicago.
00:08:46: Sie wird Lehrerin – Hefna erhält neunzehntneunundvierzig einen Abschluss in Psychologie!
00:08:52: Im selben Jahr verlobt sich das junge Paar.
00:09:00: Nach außen hin strebt Hefner nach einem konventionellen Leben, heimlich aber reizt ihn die Konfrontation mit dem Verbotenen.
00:09:08: Abends besucht er Bolesk-Shows um dort nackte Tänzerinnen zu zeichnen.
00:09:13: Parallel zur Beziehung mit Mildred Williams pflegt er zahlreiche Romanzen.
00:09:18: Kurz vor der Hochzeit ist es nicht Hugh Hefnar sondern seine verlobte Mildrid, die eine Affäre gesteht.
00:09:26: Hefner ist am Boden zerstört.
00:09:28: Gleichzeitig sieht er seine Chance auf das, was er sich heimlich wünscht – sexuelle Abenteuer!
00:09:36: Für die Hochzeit fordert Juhefner eine Bedingung.
00:09:39: Einen lebenslangen Freifahrtsschein.
00:09:42: Seine Frau soll ihm aber von nun an treu bleiben.
00:09:46: In deiner Zeit gelingt es ihm schließlich einen Job beim Esquire-Magazin zu ergattern.
00:09:51: Allerdings nicht als Comiczeichner sondern als Werbetexter.
00:10:02: Januar, in der Redaktion des Esquire-Magazins in Chicago.
00:10:08: In einem Großraumbüro arbeiten rund zwei Dutzend Mitarbeitende an Textentwürfen, Layouts und Werbeanzeigen.
00:10:20: Juhhefner betritt das Büro seines vorgesetzten Arnold Gingrich.
00:10:24: Anfang fünftig hoher Ansatz schmaler Oberlippenbart.
00:10:29: Was gibt's Heff?
00:10:31: Mit einer Handbewegung bedeutet er ihm Platz zu nehmen.
00:10:34: Nervös reibt Hefner seine Hände an der Falkenhose.
00:10:38: Mr.
00:10:38: Gingrich, ich möchte über meine Vergütung sprechen!
00:10:42: Meine Frau Milly hat gerade unsere Tochter zur Welt gebracht, Christy Wir wollen das Kinderzimmer einrichten und brauchen ein neues Auto.
00:10:50: Der Chef zündet sich eine Zigarre an.
00:10:53: An was hast du denn gedacht?
00:10:56: Fünf Dollar mehr in der Woche!
00:10:58: Hefners Forderung entspricht in etwa umgerechnet fünfzig Euro die Woche.
00:11:03: Bei einem Wochenlohn von sechzig US-Dollar Ist das eine Gehaltserhöhung um rund acht Prozent?
00:11:09: Dafür könnte ich mich auch mehr redaktionell einbringen.
00:11:12: Eigentlich bin ja nicht so der Werbetyp.
00:11:14: Beim Campus-Magazin an der Universität von Illinois war ich Chefredakteur, und die Comics sind auch von mir.
00:11:22: Hefner platziert einige Heftausgaben auf dem Schreibtisch seines Chefs.
00:11:27: Sein Boss stößt unbeeindruckend eine Rauchschwade aus ... Und... Ich weiß eben was junge Männer begeistert!
00:11:34: Und ich finde Wir sollten uns mehr trauen.
00:11:37: Hier, in dieser Kurzgeschichte zum Beispiel geht es um eine Welt, in der nicht hetero sondern Homosexualität enorm ist und Männer die Frauen begehren werden verfolgt.
00:11:49: Ich habe ja Psychologie studiert und interessiere mich sehr für Frauen.
00:11:54: Der Chef hebt prüfend eine Augenbraue.
00:11:57: Anfang der neunzehntinhundertfünfziger Jahre steht Homosexualitet in den meisten US-Bundesstaaten noch unter Strafe.
00:12:04: Allein das Gespräch darüber gilt als Tabu.
00:12:08: Natürlich, aber eben auch für die Vorstellung davon was wir als normal verstehen und was als moralisch falsch oder verwerflich.
00:12:17: Esquire-Chef Gingrich drückt seine Zigarre in einem silbernen Aschenbecher aus.
00:12:24: Wir haben jetzt schon Ärger mit den Postbehörden weil unsere Zeichnungen als anstößig gelten.
00:12:29: Und du willst weiter provozieren?
00:12:32: Ich verstehe dass dich diese Themen Reizen.
00:12:37: Aber wir brauchen nicht noch mehr Probleme und das Gehalt kann ich auch nicht einfach
00:12:41: hochschrauben.".
00:12:42: Hefners Blick friert ein, plötzlich packt ihn die Wut.
00:12:48: Wenn das so ist?
00:12:49: Dann kündige ich!
00:12:50: Und zwar sofort!
00:12:56: Hefner verlässt die Esquire-Redaktion ohne jede Absicherung.
00:13:01: Nicht nur seine Karriere steht auf dem Spiel sondern dass wohl ergehen seiner Familie aber ... Schon länger träumt der siebenundzwanzigjährige von seinem eigenen Magazin.
00:13:12: Mit den Themen, die ihn faszinieren will auch andere Männer begeistern – ein Mix aus Witz, Kultur und dem Spiel mit dem Verbotenen.
00:13:20: Sex Durch seine Erfahrungen bei Esquire weiß Hefner, dass er dafür einen Startkapital von rund acht tausend Dollar benötigt.
00:13:29: Umgerechnet entspricht das heute in etwa achtzigtausend Euro!
00:13:33: Er beginnt sich Geld im Familien- und Bekanntenkreis zu leihen und überzeugt sogar seine streng religiöse Mutter zu einer Investition von US-Dollar.
00:13:43: Um weitere Geldgebende zu gewinnen, gründet Hefner neunzehnhundertbeundfünfzig seinen eigenen kleinen Verlag – die HMH Publishing Company.
00:13:53: Abgeleitet aus seinen Initialen, Hugh Marston Hefners.
00:13:57: Firmensitz wird sein Apartment in Chicago.
00:14:04: Unterstützt wird er von einem Freund, Ernst Hellers.
00:14:08: Der dreißigjährige Anwalt hat ein Händchen für Finanzen und ist von Hefners Idee derart überzeugt, dass er selbst als Investor einsteigt.
00:14:18: Mit Sellers an seiner Seite konzentriert sich Hefner ganz auf die Inhalte.
00:14:22: Tag-und Nacht arbeitet er in einem Magazin das Provokanter sein soll – alles zuvor!
00:14:30: Der Titel Stagparty übersetzt Junggesellenfeier Aber bald droht eine Klage, alles zu zerstören Noch bevor die erste Ausgabe druckreif ist, Herbst.
00:15:00: In eine modernen Apartment in Chicago.
00:15:04: Hugh Hefner sitzt im Anzug in seiner Küche.
00:15:07: Konzentriert tippt er auf einer Schreibmaschine.
00:15:11: Vor ihm stapeln sich Entwürfe, Bild- und Textausschnitte.
00:15:15: Im Nebenzimmer telefoniert sein Freund und Kollege Eldon Sellers.
00:15:29: Selas betritt die Küche, sichtbar euphorisch.
00:15:32: Unsere Anzeigenseite fühlt sich langsam.
00:15:34: Flaschenöffner Trinkbächer Ein Getränke-Eimer Alles was der moderne Jungeselle braucht.
00:15:41: Hefner schaut auf.
00:15:43: Wie viel fehlt uns noch?
00:15:44: Ungefähr... sechshundert Dollar?
00:15:48: Hefners lehnt sich zurück und lässt den Blick durch die Kühe wandern.
00:15:52: Dann verpfende ich eben meine Möbel.
00:15:55: Schau mal!
00:15:56: Unsere anleitung zum Jungesellen.
00:15:57: Partyspiel Strip Quiz.
00:16:00: Ellen Sellers beugt sich angetan über einen Seitenentwurf, zusammengebastelt mit Schere und Kleber.
00:16:06: Neben dem Textausschnitt zu sehen ist eine schwarz-weiß Fotografie einer barbusigen Frau.
00:16:12: Sie posiert lächelnd im Slip vor dem überwiegend männlichen Publikum.
00:16:17: Neben ihr ragt ein Mannem Anzug ins Bild.
00:16:20: Grinsend greift er nach ihrer Unterhose.
00:16:23: Spielanleitung!
00:16:25: Ein Spielmeister wirft Fragen in den Raum.
00:16:28: Derjenige, der sie richtig beantwortet darf... ...der schönen Dame auf der Bühne ein Kleidungsstück ausziehen kann.
00:16:36: Jus!
00:16:37: Aber ich kann mir vorstellen dass das nicht allen gefällt meiner Frau zum Beispiel oder deiner.
00:16:44: Deswegen findet sich gleich auf Seite eins ein Disclaimer.
00:16:48: um eins klarzustellen Wir sind kein Familienmagazin.
00:16:53: wenn du die Schwester Ehefrau oder Schwiegermutter von jemandem bist, geht zurück an die häuslichen Frauenbeschäftigungen.
00:17:02: Heffners Ehe-Frau Mildred betritt die Küche.
00:17:05: Auf ihrem Strickpolis zeichnen sich Spuren einer breiigen Flüssigkeit ab.
00:17:11: Sie schläft endlich!
00:17:13: Mildrid Heffner stellt einen schweren Metalltopf auf den Herd.
00:17:17: Wie läuft's mit dem Magazin?
00:17:20: Gut.
00:17:21: Heffener schaukelt so weit zurück ... dass die vorderen Beine vom Boden abheben.
00:17:27: Abenteuergeschichten, Witze und wunderschöne Mädchen!
00:17:31: Genau was dich begeistert.
00:17:34: Midrid Hefner hält einen Moment inne.
00:17:37: Zwar teilt sie die progressive Haltung ihres Ehemanns.
00:17:40: Gleichzeitig fühlt sie sich im Stich gelassen.
00:17:43: Anstatt sich für seine Tochter zu interessieren zieht er nachts durch Strip-Clubs aber ... Die Scham für ihren Seitensprung sitzt nach wie vor tief genug dass sie ihre persönliche Enttäuschung für sich behält.
00:17:56: Leicht argwönisch betrachtet sie das Schwarz-Weiß-Foto einer badenden Frau
00:18:02: Erlaubt mir die Frage, aber es gibt doch schon Magazine, die Nackte beim Baden zeigen Diese Gesundheitshefte in denen es um diesen deutschen Trend geht.
00:18:11: FKK Freikörperkultur.
00:18:14: Aber Millie!
00:18:15: Wir haben einen ganz anderen Anspruch.
00:18:18: Oh entschuldigt mich
00:18:21: Hefner bringt seinen Stuhl zurück in die Waagerechte.
00:18:25: Ich sag's dir, Elben.
00:18:27: Dieses ganze Eheleben hängt mit zum Hals raus.
00:18:30: Am liebsten wir ich mein ganzes Leben Jungselle
00:18:32: geblieben.".
00:18:35: Ellensherrlers saugt abgelenkt an einer Zigarette.
00:18:38: Wir sollten über ein stärkeres Alleinstellungsmerkmal nachdenken Etwas das Kunden direkt ins Gesicht springt.
00:18:46: Da sagst du was!
00:18:47: Wir sollten die Nacktbilder in drei D drucken.
00:18:50: Die Kinos sind vollmitleuten, die sich Filme mit diesen rot-blauen Brillen ansehen.
00:18:55: Das wäre ja unglaublich.
00:18:57: Aber jedes Exemplar mit einer drei D-Brille auszustatten, das lässt unser Budget nicht zu, Hefner schließt angestrengte Augen.
00:19:06: Dann halten wir es simpel.
00:19:09: Wir müssen einfach nur ein Cover-Motiv finden, dem kein amerikanischer Mann widerstehen kann.
00:19:18: Für Hefners beginnt mit Stackparty eine Phase sexueller Experimente.
00:19:24: Gemeinsam mit Elmsellers veranstaltet er Partys die nicht selten in Affären Partnertausch und sexuellen Gruppenspielen enden.
00:19:33: Seine Frau Mildred bleibt dabei außen vor, die Beziehung bröckelt.
00:19:38: Anfang der neunzehntfünfziger Jahre herrschen in den USA klare Rollenbilder.
00:19:42: Männer arbeiten, Frauen kümmern sich um Haushalt und Familie.
00:19:47: Sexualität soll nur unter verheirateten Paaren stattfinden.
00:19:51: Gleichzeitig ist Untreue keine Seltenheit.
00:19:55: In diesem Spannungsfeld begreift Hefner die monogame Ehe zunehmend als Käfig, aus dem er sich als Mann zu befreien hat.
00:20:03: Im Leitartikel seines Magazins warnt er vor Frauen, die sich mit der Ehe finanzielle Vorteile verschaffen könnten und plädiert für die Abschaffung von Alimentezahlungen nach der Scheidung.
00:20:17: In seine Magazin entwirft er ein Gegenmodell – ein Leben als ewiger Junggeselle ohne Verpflichtung, ohne moralische Fesseln!
00:20:26: Dass eine Fantasie v.a.
00:20:28: den Männern Freiheiten eröffnet.
00:20:30: Während Frauen und besonders Mütter weiterhin stark von finanzieller Absicherung abhängig sind, blendet er aus.
00:20:37: Für den frisch gebackenen Verleger zählt nur noch eines – aus seiner Vision einen landesweiten Erfolg zu machen!
00:20:44: Aber Hefner weiß, er hat nur eine Chance für den Durchbruch.
00:20:49: Wochenlang sucht er bei Fotografen- und Kalenderherstellern nach einem Coverphoto das sich von den bereits weitverbreiteten Pinup-Fotografien abhebt.
00:20:59: Was Hefners nicht ahnt.
00:21:00: Seine Erwartungen sollen übertroffen werden.
00:21:04: Mit einem Model, das nicht nur dem Schönheitsideal der neunzehnhundertfünfziger Jahre entspricht sondern es maßgeblich mitgeformt hat.
00:21:18: November nineteenhundertdreifundfünfzig in Chicago.
00:21:22: Der siebenzwanzigjährige Hugh Hefner betritt das Büro eines Verlags für Pin-upkalender.
00:21:28: Ein Fotograf mit streng nach hinten gekämmtem Haupthaber begrüßt ihn mit festem Händedruck.
00:21:34: Was kann ich für Sie tun?
00:21:35: Mein Name ist Hugh Hefner.
00:21:37: Ich arbeite aktuell an einem neuen Unterhaltungsmagazin für Männer und dafür suche ich nach möglichst ansprechenden Bildern.
00:21:45: Was darf es sein?
00:21:47: Blond, brünett oder rot-harig mit Fokus auf Busen oder Po?
00:21:51: Der Fotograf öffnet eine Photomappe.
00:21:55: Etwas abgelenkt lässt Hefnar seinen Blick über die nackten Brüste einer Frau mit Föhnfrisur schweifen dass sie über ganz besondere Fotos verfügen.
00:22:07: Von Marilyn Monroe.
00:22:11: Stimmt!
00:22:12: Die Aufnahmen sind entstanden, als man sie noch Norma Jean Baker nannte.
00:22:16: Der Fotograf holt einen Umschlag aus einer Schublade hervor.
00:22:20: Das war neunzehnhundertundvierzig und damals brauchte sie dringend Geld um ihr Auto abzubezahlen.
00:22:26: Da war wohl nicht klar, dass sie nur fünf Jahre später zur Sex-Fantasie einer ganzen Nation werden würde... Behutsam drapiert der Fotograf einen Fotoabzug auf dem Schreibtisch.
00:22:39: Heffner's Augen glänzen, die Schauspielerin liegt auf einem roten Sandstoff.
00:22:44: Ihr Blick ist lasziv.
00:22:47: Wow!
00:22:48: Sie hat ja wirklich nichts an?
00:22:50: Nichts außer dem Radio wie ich mir sagen ließ.
00:22:55: So haben wir unsere Marilyn jedenfalls noch nie gesehen.
00:22:59: aber fürs Cover geht das natürlich nicht.
00:23:02: Unter den Optionitätsgesetzen würde das Magazin damit wohl schneller beschlagnahmt, als die Postbehörden die Auslieferung verweigern könnten.
00:23:11: Wenn Sie Pech haben kommen sie dafür fünf Jahre in den Knast!
00:23:15: Es ist schon mutig das Bild innerhalb eines Magazins zu drucken aber ich habe da eine Lösung... Der Fotograf präsentiert ein weiteres Foto.
00:23:26: In dieser Einstellung trägt sie ein tief ausgeschmittenes Kleid.
00:23:30: Das taugt als jugendfreie Cover-Version.
00:23:34: Hefner betrachtet das zweite Foto von Marilyn Monroe, lachend kniet sie auf weißem Stoff.
00:23:41: Das ist genial!
00:23:43: Und wer das Magazin kauft sieht Marilyn dann so wie wir sie noch nie gesehen haben.
00:23:49: Splitter faser nackt.
00:23:52: HeFner weiß dass in der Kombination der beiden Bilder genau die Sprengkraft liegt nach der er sucht Aber sein Budget liegt bei maximal ein tausend Dollar, umgerechnet heute etwa zehntausend Euro.
00:24:06: Was wollen sie für die Rechte an den Fotos?
00:24:10: Der Fotograf greift nach einem silbernen Ad-Wee aus dem er eine Zigarette fischt.
00:24:16: Nun ja ... Ich muss wohl nicht erklären dass die Vervielfältigungsrechte nicht billig sind!
00:24:23: Für einen Moment verschwinden die Gesichtszüge des Fotografen hinter einer dichten Wolke.
00:24:28: Feichsend hebt er die Augenbrauen.
00:24:31: Wie wäre es mit ... sixhundert Dollar?
00:24:35: Hefner überkommt ein Siegerisches Schmunzeln.
00:24:38: Er streckt dem Fotografen die Hand entgegen.
00:24:40: Sagen wir, fünfhundert und ich zahle sofort!
00:24:44: Deal!
00:24:49: Mit den Bildern von Marilyn Monroe ist das Heft komplett.
00:24:52: Neben dem Strip Quiz einer Sherlock Holmes-Geschichte und Partywitzen behandelt es Themen wie Jazz-, Cocktails- und Designermöbeln.
00:25:02: Die Artikel werden von unbekannten Autoren verfasst.
00:25:05: Ob Hefner selbst dahinter steckt, bleibt ein Geheimnis.
00:25:09: Für die künstlerische Gestaltung ist der junge Illustrator Art Paul in Vorleistung gegangen.
00:25:15: Aber wenige Wochen vor der Drucklegung erreicht ein Brief Hefners Firmensitz.
00:25:20: Ein bereits existierendes Magazin namens Stack sieht seine Namensrechte verletzt und droht mit einer Klage.
00:25:28: In Rekordzeit muss ein neuer Titel her.
00:25:31: Werbeschef Elbens Hellers schlägt Playboy vor damals eine eher unbekannte amerikanische Automarke.
00:25:39: Das dahinterstehende Unternehmen ist vier Jahre zuvor insolvent gegangen, der Markenname ist also frei verfügbar.
00:25:46: für Hefner klingt der Titel perfekt verspielt frisch und provokant.
00:25:56: Für seine Vision setzt hefner alles auf eine Karte.
00:25:59: Seine Möbel hat er verwendet und er schuldet mehreren Menschen Geld.
00:26:04: Wenn sich das Magazin nicht verkauft steht der junge Familienvater vor dem finanziellen Ruin.
00:26:09: In Dezember, in den letzten Jahren fluten die ersten siebzig Tausend Playboy-Exemplare landesweit die Zeitungsstände auf dem Cover Marilyn Monroe im knappen Kleid samt Verweis auf die bislang unveröffentlichte Nacktaufnahme in der Magazin Mitte.
00:26:28: Hefner nutzt die Berühmtheit der jungen Schauspielerin gezielt um die Kundschaft anzuziehen.
00:26:33: nach ihrem Einverständnis für die Veröffentlichung der intimen Bilder fragt er die Schauspielerin nie.
00:26:39: Monroe bekommt für die Veröffentlichung ihrer Bilder im Playboy keine weitere Vergütung.
00:26:45: Die erste Auflage erscheint ohne Datum, denn ob jemals eine Folgeausgabe kommen wird ist unklar.
00:26:52: Playboy ist zu diesem Zeitpunkt nicht zweiter als ein riskantes Experiment mit ungewissem Ausgang.
00:27:11: Hugh Hefner sitzt mit seiner Frau Mildred und der Tochter Christy am Küchentisch.
00:27:16: Vor ihm ein unberührter Teller mit Braten- und Kartoffelbrei.
00:27:20: Wie macht das Vögelchen?
00:27:23: Ah, ja so ist es brav!
00:27:26: Nervös trommelt er mit einer Hand auf die Tischplatte.
00:27:33: Hier spricht Hugh Heffner.
00:27:35: Heff hier ist Elgen.
00:27:36: Die Zahlen sind da.
00:27:38: Angespannt kreilt sich Heffners Hand um den Telefonhörer Und wir haben fast ... vierundfünfzigtausend Exemplare verkauft.
00:27:47: Vierundfünftigtausende?
00:27:50: Das ist mehr als achtzig Prozent der gedruckten Auflage!
00:27:55: Ja, das Interesse an Marilynn ist überwältigend.
00:27:58: An vielen Zeitungsständen ist die Ausgabe komplett ausverkauft.
00:28:02: Hefner hält sich unglaublich den Mund zu.
00:28:05: Seine Frau guckt ihn aufgeregt an.
00:28:08: Das ist ja großartig...
00:28:10: Hef, ich muss Schluss machen.
00:28:12: Die Schlange vor dem Fernsprechhäuschen ist so lang... ...dass die Leute mir schon böse Blicke
00:28:16: zusenden.".
00:28:18: Überwältigt lässt sich Hefner zurück auf den Küchenstuhl sinken.
00:28:22: Trotz der freudigen Nachricht wirkt sein hageres Gesicht auf einmal grau.
00:28:27: Mildred Hefners streicht ihrem Mann behutsam den Rücken.
00:28:31: Was ist?
00:28:32: Willst du keine Luftsprünge
00:28:33: machen?
00:28:35: So ein Effekt lässt sich nicht nochmal erzielen.
00:28:39: Marilyn Monroe ist die unarreichbare Fantasie eines jeden Junggesellen.
00:28:45: Hugh Hefner lässt sein Gesicht in die Handflächen fallen.
00:28:49: Vielleicht liegt gerade da der Punkt, Marilyn ist und bleibt unerreichbar.
00:28:55: Aber wäre es nicht auch spannend Frauen zu zeigen, die keine perfekten Filmstars sind?
00:29:01: Du meinst ganz normale Frauen!
00:29:05: Na ja sie dürfen schon hübsch sein aber eben keine Hollywood-Ikonen sondern eher Wie das Mädchen von nebenan?
00:29:13: Das Mädchen vom Neben an.
00:29:16: Ja, das klingt so jung frisch und... ...narbar!
00:29:21: Herr Fna erhebt sich entschlossen und kritzelt einige Notizen in einen Skizzenblock.
00:29:27: Das ist es.
00:29:28: Wir zeigen Mädchen aus dem alltäglichen Umfeld unserer Leser.
00:29:31: Erotisch und verspielt.
00:29:33: Die Sekretärin im Büro die Kellnerinnen aus dem Deiner Restaurant oder die freundliche Kassiererin aus den Milchladen?
00:29:42: Mich erinnert das an die Studentin des Monats aus dem Campus-Magazin.
00:29:47: Da war doch immer so ein Text, der etwas über ihre Persönlichkeit und Interessen verraten hat.
00:29:53: Sport, Musik, Mathematik...
00:29:55: Ja!
00:29:56: Der Steckbrief schafft Kontrast.
00:29:58: Er lässt die Mädchen trotz allem anständig wirken.
00:30:02: Ist tüchtig im Büro, backt gerne und ist am liebsten bei Kerzenschein zu Abend.
00:30:08: Oh ja ... Das kurbelt die Fantasie so richtig an.
00:30:11: Hugh Hefners Augen glänzen.
00:30:14: Mildred Hefner räumt seufzend seinen Teller ab.
00:30:18: Und schon hast du jeden Monat ein neues Sweetheart.
00:30:22: Hm, Sweetheart klingt so brav!
00:30:25: Ich denke eher an sowas wie ... Playmate?
00:30:29: Spielgefährtin ja!
00:30:35: Die unbekannte junge Frauen als erotische Alltagsfiguren zu inszenieren wird zum Markenzeichen des Playboys Zusammen mit dem neuen Maskottchen des Magazins, dem Hasen.
00:30:48: Schnell steht der ikonische Bunny-Kopf für einen Serienerfolg.
00:30:53: Entworfen wird das Logo vom Illustrator und neuen künstlerischen Leiter des Magazines Art Paul.
00:31:00: Nach nur drei Ausgaben ist die Redaktion aus Hefners Wohnungsküche rausgewachsen und bezieht im Frühjahr, nineteen hundert fünfzig ein eigenes Bürogebäude in Chicago.
00:31:10: Um Hefner entsteht ein festes Kernteam aus Redaktion und Management – fast ausschließlich Männer.
00:31:17: Frauen sind im Playboy überwiegend als Playmates repräsentiert, arbeiten als Sekretärinnen oder in der Aboverwaltung.
00:31:26: Hefners Konzept geht auf!
00:31:28: Nach einem Jahr beschäftigt er über hundert Mitarbeitende.
00:31:31: Die Auflage steigt bis Ende nineteenhundetfünfundfünfzig auf mehr als fünfhunderttausend Exemplare.
00:31:37: Bis von der Zeit bis zu den Jungen im Monat überholt der Playboy mit über einer Million verkauften Heften das bislang beliebteste Männermagazin Esquire.
00:31:48: Hefner nutzt seine Plattform auch für Inhalte, die seinem früheren Arbeitgeber zu kontrovers waren.
00:31:54: Es erscheinen Texte über Homosexualität und ein eheloses Leben.
00:31:59: Inhalten, die gesellschaftliche Moralvorstellungen herausfordern und zur Widerstand führen.
00:32:10: drohen die US-Postbehörden mit der Einschränkung des Magazinversands.
00:32:15: Hefner zieht dagegen mit einer Klage vor Gericht und gewinnt!
00:32:20: Der Playboy inszeniert sich mehr und mehr als Stimme einer Gesellschaft, die sich nach Freiheit und Konsum sehnt – und profitiert vom wirtschaftlichen Aufschwung der Nachkriegszeit.
00:32:31: Bis Mitte der neunzehnundatfünfziger Jahre entstehen Werbepartnerschaften mit hochkarätigen Marken wie Marlboro, Chanel und Diners Club der ersten Kreditkarte.
00:32:42: Ende den neunzehntfünfziger Jahre generiert Heffners Verlag einen geschätzten Jahresumsatz von rund fünf Millionen US-Dollar, umgerechnet knapp fünfzig Millionen Euro.
00:32:52: Der Playboy-Chef zählt zu dem bekanntesten Männern der Stadt Aber mit voranschreitendem Ruhm vernachlässigt Heffner seine Familie immer weiter.
00:33:02: Über Jahre übernachtet er im Büro im obersten Stockwerk der Playboy Redaktion und das oft nicht alleine.
00:33:09: Bald kommt er nur noch zu besonderen Anlässen nach Hause.
00:33:13: Seine Tochter Christi und ihr zwei Jahre jüngerer Bruder David pflegen ein eher onkelhaftes Verhältnis zu ihrem Vater.
00:33:21: Neunzehntneinundfünfzig kommt es schließlich zur Scheidung von Hugh & Mildred Heffner.
00:33:26: Für den Playboy-Visionär wird die Trennung zum letzten Befreiungsschlag, für ein Leben, von dem er immer geträumt hat – ohne Grenzen und Tabus in einer Villa Die bald zum legendärsten Party-Hotspot im Landwirt.
00:33:53: Herbst, new-hafters Villa in Chicago.
00:33:58: Im prunkvollen Ballsaal servieren angestellte Meeresfrüchte auf Silber-Tablets.
00:34:05: Hugh Hefner lehnt mit einem Cocktail an einem Flügel, auf dem ein Musiker spielt.
00:34:10: Neben ihm schluft Eldon Sellers mittlerweile Distributionsmanager beim Playboy eine Austa.
00:34:17: Ich kann's immer noch nicht glauben!
00:34:19: Das Märchen, das du an deinem Kirchentisch entworfen hast ist wahr geworden.
00:34:23: Samt deinen eigenen Märchenschloss!
00:34:26: Sellers wischt sich den Mund mit einer edlen Stoff servierte ab.
00:34:30: Wer hat schon eine Bowling-Bahn?
00:34:32: Einen Indorpul und einen Ballsaal der so groß wie ein Basketball
00:34:36: fällt?!
00:34:37: Hast Du den Picasso überm Kamin gesehen?
00:34:39: Der ist echt... Hefner nimmt zufrieden an seinem Artini.
00:34:44: Erst vor wenigen Monaten hat er die Villa mit mehr als zweiundvierzig Zimmern für vierhunderttausend US-Dollar gekauft.
00:34:51: Umgerechnet entspricht das heute ungefähr fünf einhalb Millionen Euro.
00:34:56: Ich wollte schon immer ein eigenes Königreich, mit meinen eigenen Regeln besitzen!
00:35:01: Jetzt muss ich das Haus nicht mehr verlassen.
00:35:03: Alle kommen zu mir.
00:35:06: Na denn, die Herren?
00:35:09: Ein Mann mit dunklen Haaren und markanten Augenbrauen begrüßt die beiden.
00:35:15: Es ist Victor Lowens, seit vier Jahren Playboys Werbeschef.
00:35:18: Mit geheimnisvoller Mimik zieht er an einer Pfeife.
00:35:23: Die neue Cartoon-Redakteurin ... Ist genau dein Typ, Heff!
00:35:28: Er deutet auf eine Mitarbeiterin mit Blonda Hochsteckfrisur am anderen Ende des Saals.
00:35:34: Sie ist eine der wenigen Frauen, die beim Playboy einen redaktionellen Posten innehaben.
00:35:39: Heffner hebt vielsagend eine Augenbraue.
00:35:42: Sie würde auch ein gutes Playmate hergeben?
00:35:45: Meint ihr nicht?
00:35:46: Ein wahrer Playboy genießt die weibliche Anwesenheit.
00:35:50: Ähnlich wie einen edlen Scotch oder eine gute Schallplatte, aber er verstrickt sich niemals in emotionale oder finanzielle Verpflichtungen.
00:36:01: Werbeschef Viktor Lohns zieht zustimmend an seiner Pfeife.
00:36:05: Wahrer Worte aus der Playboy-Philosophie.
00:36:08: In diesem Sinne meine Herren auf die Freiheit!
00:36:14: Oh da hinten steht meine Frau.
00:36:16: Ich geh mal zu ihr und frag Sie, ob sie tanzen will.
00:36:19: Bis später!
00:36:19: Während der Vertriebschef Sellas im Partygeschehen verschwindet, versucht Hugh Heffner die lässige Haltung seines Werbeschefs zu imitieren.
00:36:29: Auch wenn sich der Playboy-Chef nach außen hin selbstbewusst gibt unter dem teuren Anzug steckt immer noch ein eher unsicherer Junge.
00:36:38: Lawrence ist für sein selbstsicheres Auftreten bekannt aber auch für sein grenzüberschreitendes Verhalten besonders gegenüber Frauen.
00:36:46: Hey Süße, mein Martini ist leer.
00:36:50: Ungefragt greift er einer Kellnerin im engen Kleid an Italie.
00:36:54: Je trockener desto männlicher.
00:36:57: kommt.
00:36:57: sofort Victor!
00:36:59: Das Mädchen ist hübsch aber ihre Stimme ruiniert alles.
00:37:03: sie sollte besser den Mund halten.
00:37:05: ich stimme dir zwar zu Aber bitte sei freundlich Victor Ich will nicht das.
00:37:10: noch mehr Leute wegen der Kündigen.
00:37:13: Ach was und mich würden die besten Kooperationen durch die Lappen gehen.
00:37:17: Siehst du den Typ Links auf dem Sofa mit dem Old Fashion?
00:37:20: Das ist doch dieser Programmdirektor beim lokalen Fernsehen.
00:37:25: Ich habe mich eben unterhalten, er ist ziemlich beeindruckt vom Ambiente und meint wir sollten über eine TV-Sendung nachdenken!
00:37:32: Eine exklusive Party mit hochkarätigen Gästen und den schönsten Playmates.
00:37:36: Es geht um Musik und Literatur.
00:37:38: Du bist der Host und ganz Amerika sieht dabei zu.
00:37:45: Victor Lowens wird zum strategischen Architekten eines Unternehmens dass bald mehr sein soll als ein Magazin.
00:37:51: Der Werbeschef will den Playboy vom Schmuddel-Image lösen und zu einer massentauglichen Marke machen.
00:37:59: Nach monatelangen Verhandlungen entsteht ein Deal mit dem lokalen Fernsehsender WBKB für Playboys Penthouse, eine neunzigminütige schwarzweiß Show inszeniert als private Party bei Heffner produziert in einem TV Studio in Chicago.
00:38:16: Mit der Sendung will der Playboy seinen Kerninhalt erotik als gesellschaftlich akzeptierte Männerfantasie etablieren.
00:38:22: Statt Nacktheit gibt es Glamourambiente und gehobene Flirts zwischen rauchenden Männern im Smoking- und attraktiven Playmates.
00:38:31: Weil die nationale Netzwerke dennoch davor zurückschrecken, die Sendung ins fester Abendprogramm aufzunehmen wird sie über einzelne lokale Sendeanstalten verkauft – und läuft meist nachts!
00:38:44: In seiner nachgestellten TV-Wohnzimmerkulisse inszeniert sich Hefner endgültig als der Mann, der er sein will.
00:38:51: Mr.
00:38:52: Playboy Stilecht.
00:38:54: mit Fliege und Pfeife begrüßt er bekannte Persönlichkeiten und gibt aufstrebenden Jazz-Legenden wie Ella Fitzgerald und Nat King Cole eine Bühne.
00:39:09: Das auch schwarze Künstlerinnen in der TV-Sendung auftreten ist Ende der fünftiger Jahre keine Selbstverständlichkeit.
00:39:16: Rassistische Gesetze fordern in vielen US-Bundesstaaten die Trennung von Menschen verschiedener Hautfarben.
00:39:23: Hefner nutzt seine mediale Macht für Integration und provoziert damit Gegenwind.
00:39:29: In den konservativen Südstaaten wird die Ausstrahlung verweigert, mit der Begründung Playboy's Penthouse Verstoße gegen moralische Standards.
00:39:38: Trotz der eingeschränkten Reichweite wirbt Playboys Penthouse zum Kult Hit und lässt auch die Verkaufszahlen des Magazins nach oben schnellen.
00:39:47: Der Erfolg im Fernsehen wird zum Startschuss in ein neues Geschäftsfeld.
00:39:52: Noch im selben Jahr gründet Hefner mit Playboy Productions seine eigene TV-Produktionsfirma, aber mit wachsendem Einfluss spitzt sich auch der Konflikt mit den konservativen Kräften in den USA weiter zu.
00:40:05: Im Juni,仔 und sechzig beschlagnahmt die Chicagoer Polizei die aktuelle Playboy Ausgabe.
00:40:12: Hefners Verhaftung an seiner Villa in Chicago wird nach Jahren des moralischen Tauzins zum groß inszenierten Medienspektakel.
00:40:27: Juni, in einem Gerichtssaal in Chicago.
00:40:32: Hugh Hefner sitzt neben seinem Anwalt an einem massiven Eichentisch.
00:40:36: Hinter ihm hersticht das Gedränge schaulustige, pressevertretende und zwölf geschworene darunter fast die Hälfte Frauen.
00:40:45: Seh sich mal einer Hefne an!
00:40:47: Der zieht mit einem Blick an seiner Pfeife als Stünde er über dem Gesetz.
00:40:52: Unbelehrbar ... Immerhin trägt er einen Anzug und keinen Badmantel.
00:40:56: Sein Anwalt hat vor drei Jahren diesen Bürgerrechtsaktivisten verteidigt, Martin Luther King.
00:41:03: Der lässt sich sicher einen Vermögen zahlen.
00:41:07: Ruhe meine Damen und Herren!
00:41:09: Ich bitte nun den Kleger zu Wort.
00:41:11: Den Bundesstaat Illinois vertreten durch die Staatsanwaltschaft.
00:41:16: Auf der gegenüberliegenden Seite des Gerichtseils erhebt sich ein großgewachsener Mann im dunklen Anzug.
00:41:23: Hohes Gericht?
00:41:24: Verehrte Geschworene.
00:41:26: Was wir in der Uni-Ausgabe des Playboys sehen, ist kein Journalismus sondern ein Angriff auf das moralische Fundament unserer
00:41:35: Nation.".
00:41:36: Der Kleger deutet auf die Beweistücke, die auf einer großen Holztafel direkt neben der geschworenen Bank festgepinnt sind.
00:41:44: Fotos von der Schauspielerin Jane Mansfield nackt an einem Filmset.
00:41:49: Diese Bilder dienen rein dazu, niedere Instinkte zu wecken.
00:41:54: Wer solche Optionitäten verbreitet, vergiftet die Seelen unserer Jugend.
00:42:01: Hefner nimmt seine Pfeifer aus dem Mund und beugt sich zu seinem Anwalt.
00:42:05: Das ist doch lächerlich!
00:42:07: Wir drucken solche Bilder seit zehn Jahren Und nur weil jetzt auf dem Foto ein angezogener Mann daneben steht.
00:42:13: soll ich jetzt in den Knast?
00:42:16: Hefners Anwald erinnert mit einem Handzeichen daran sich ruhig zu verhalten.
00:42:21: Dann hält er die Hand vor den Mund um Lippenlesenden keine Chance zu geben.
00:42:26: Hast du schon mal so viele Frauen unter den Geschworenen gesehen?
00:42:29: Die Jury besteht nicht zufällig fast nur aus konservativen und Kirchenvertretern.
00:42:34: Das ist Manipulation!
00:42:36: Sie haben dich auf dem Kika, aber denk dran... Du bist ein moderner, kultivierter Amerikaner der sich für die Meinungsfreiheit einsetzt.
00:42:45: Keine emotionalen Ausbrüche, keine Unterbrechungen.
00:42:50: Helfner nickt unauffällig.
00:42:52: Was Hugh Hefner
00:42:53: verkauft?!
00:42:54: ist nichts weiter als Schamlosigkeit unter einem Lifestyle-Deckmantel.
00:42:59: Diese Fotografie entlarvt, dass es ihm rein um die Befriedigung männlicher Gelüste geht!
00:43:05: Der Kleger richtet seinen Fingern nun direkt auf die Anklagebank.
00:43:09: Indem er Frauen zu bloßen Objekten der Begierde degradiert und den Heiligenbund der Ehe verspottet, reißt er die moralischen Stützen unserer Gesellschaft nieder... Was bildet er sich eigentlich
00:43:22: ein?
00:43:23: Das ist eine
00:43:24: Unmögliche.
00:43:26: Deswegen halte ich es für unbedingt nötig, verehrte Geschworene ein Zeichen gegen die Verrohung Amerikas zu setzen und den Angeklagten mit der vollen Härte das Gesetzes zu bestrafen.
00:43:40: Recht hat er!
00:43:41: Hefner propagiert einen Lebensstil, der es Männern erlaubt sich alles zu nehmen was sie wollen ohne Rücksicht auf andere.
00:43:49: Was ist eigentlich mit seiner Frau und den beiden Kindern?
00:43:52: Ruhe im Saal Mr.
00:43:56: Hefner, wollen Sie sich verteidigen?
00:44:01: Verehrte Geschworene!
00:44:02: Ich muss entschieden widersprechen... Der Playboy richtet sich nicht gegen Amerika.
00:44:09: Ganz im Gegenteil.
00:44:10: Wir kämpfen für die Freiheit der amerikanischen Gesellschaft
00:44:17: Wohl eher für die Rücksichtslosigkeit der Männer im Land.
00:44:21: Ach ich finde das klingt gut, darf doch jeder leben wie er will.
00:44:29: Die monatelangen Verhandlungen enden mit einer sich uneinigen Jury.
00:44:34: Die Anklage fällt!
00:44:35: Hugh Hefner verlässt das Gericht als freier Mann, damit hat er nicht nur einen Prozess gewonnen – Er hat sein Magazin als Bollwerk der Meinungsfreiheit zementiert.
00:44:47: Der Playboy-Herausgeber sieht sich als Stimme der sexuellen Revolution.
00:44:52: Aber genau die Bewegung, die er damit antreibt soll auch die Widersprüche seiner Vision offenlegen.
00:44:59: Mit der wachsenden Selbstermächtigung einer neuen Generation verdeutlicht sich, dass Hefners Freiheitsidee nur für Leute wie ihn selbst gilt.
00:45:08: Männer!
00:45:09: Frauen tauchen im Playboy fast ausschließlich als austauschbare Projektionsflächen auf – sie sind Objekte männlicher Fantasien.
00:45:18: Genau dieser Doppelstandard soll Hefner erst bewusst werden wenn es schon zu spät ist und erstreit öffentlich eskaliert.
00:45:27: Außerdem wird ein neuer Konkurrent auf die Bildfläche treten, der den Playboy mit seinen eigenen Waffen schlagen will und bereit ist dabei tief unter die Gürtelinie zu gehen.
00:45:44: Das war Folge eins von FIA!
00:45:46: Von Imperium Die Playboy Story – von Studio J. Wenn du mehr erfahren willst über Hugh Hefner empfehlen wir dir das Buch Mr.
00:45:55: Playboy Hugh Heffner and the American Dream von Stephen Watts erschienen auf Englisch.
00:46:02: Ein Hinweis zu den Dialogen, die du gehört hast.
00:46:04: Wir wissen natürlich nicht genau was gesprochen wurde.
00:46:07: Alle Dialoge basieren nach bestem Wissen auf unseren Recherchen.
00:46:12: Ich bin Marc-Ben Poch
00:46:13: Und ich bin Aline Staskowiak.
00:46:16: Franka Frey hat die Folge geschrieben Für StudioJ, Producerin Helene Feldmayer.
00:46:22: Executive Producer Janis Gibbard.
00:46:25: Das Sounddesign hat Bibi von Ger gemacht Gemischt vom Fabian Klinkel.
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