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Die H&M Story | Mode für alle | 1

Shownotes

Folge 1/4: Alles beginnt mit einer Reise in die USA und einer einfachen Idee: modische Kleidung soll kein Luxus für wenige sein, sondern für viele bezahlbar werden. 1947 gründet Erling Persson im schwedischen Västerås das Geschäft Hennes und trifft damit den Nerv der Nachkriegszeit. Mit niedrigen Preisen, kluger Werbung und einem Gespür für Konsum wächst aus einem kleinen Laden schnell ein erfolgreiches Unternehmen. Aus Hennes wird später Hennes & Mauritz – kurz H&M. Doch mit dem Erfolg wachsen auch der Druck, die internationale Expansion und die Frage, wer das Unternehmen eines Tages weiterführen soll.

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Transkript anzeigen

00:00:01: New York im Jahr zweitausend.

00:00:08: An der Ecke Fifth Avenue, Fifty First Street drängen sich Männer und Frauen von jung bis alt vor einem neuen Geschäft.

00:00:16: Sie legen die Hände gegen die Scheiben in der Hoffnung durch das Glas etwas zu erkennen.

00:00:22: In wenigen Minuten werden sie hier zum ersten Mal die Türen öffnen.

00:00:26: Über dem gläsernen Eingang leuchten zwei rote Buchstaben h und m Etwas.

00:00:33: abseits der Menschen-Traube stehen drei Männer.

00:00:37: Trotz des Altersunterschieds ist die Inlichkeit unverkennbar, Vater, Sohn, Enkel.

00:00:44: Der Jüngste bemerkt wie sich auf dem Gesicht des Alten ein vorsichtiges Lächeln kräuselt.

00:00:50: Großvater?

00:00:52: Warum schaust du so?

00:00:54: So viele Menschen sind gekommen!

00:00:55: Ein... Unbeschreibliches Gefühl.

00:00:59: Mein ganzes Leben lang habe ich gehofft das einmal mitzuerleben Die erste H&M-Filiale in den Vereinigten Staaten von Amerika.

00:01:06: Das hier ist mein Lebenswerk.

00:01:10: Der alte Mann ist Erling Persson, in zweiundachtzig Jahre alt.

00:01:14: graues schütteres Haar buschige Augenbrauen.

00:01:18: Neben ihm sein Sohn Stefan zu diesem Zeitpunkt CEO des Unternehmens und Nachfolger seines pausenierten Vaters.

00:01:26: Stefan wiederum hat seinen Sohn Karl Johann mitgebracht einen jungen Mann Mitte zwanzig drei Generationen Persson sind tausende Kilometer aus Schweden angereist um diesen Moment mitzuerleben.

00:01:39: Noch blockieren rote Samtseile wie vor einem Nachtclub den Eingang zum Geschäft, lange dauert es nicht mehr.

00:01:45: Stefan Persson deutet auf die Menschenmenge.

00:01:49: Den Andrang verdanken wir der New York Times.

00:01:51: Sie nennt uns schon dem neuen Konsumtempel der Stadt.

00:01:54: Kein schlechter Start?

00:01:56: Für den ersten Store auf dem amerikanischen Kontinent Oder Papa Das stimmt.

00:02:01: Allerdings ist das hier kein Testlauf.

00:02:04: Amerika ist der Wettbewerb intensivste Markt der Welt.

00:02:06: Hier entscheidet sich unsere Zukunft.

00:02:08: Direkt neben Gucci zu eröffnen, das ist eine Botschaft!

00:02:12: Kaum einer Adresse ist so exklusiv wie die Fifth Avenue.

00:02:15: und in den nächsten zwei Wochen öffnen zwei weitere Stores im Raum New York und New Jersey.

00:02:19: Bis Ende des Jahres werden es fünf sein.

00:02:22: Und dass erst der Anfang.

00:02:24: Wenn wir hier bestehen Dann sind wir keine europäische Erfolgsgeschichte mehr.

00:02:28: dann sind wir eine globale Marke.

00:02:30: Wir machen Mode bezahlbar für alle.

00:02:33: Das war immer mein Ziel.

00:02:35: Hier hat alles begonnen.

00:02:36: Vor über fünfzig Jahren stand ich schon einmal in New York City und habe gestaunt.

00:02:42: Kaum älter als du, Kai Johann!

00:02:44: Gerade mal anderthalb Kilometer von hier entfernt kam mir die Idee der Traum von einem eigenen Unternehmen.

00:02:51: Und heute bringen wir diesen wahrgewordenen Traum genau hierhin zurück.

00:02:58: Eine Mitarbeiterin öffnet die Tür einen Spalt und nickt den Herren zu.

00:03:03: Punkt zehn Uhr Es geht los

00:03:07: Die Absperrung wird gelöst, mit Schwung werden die Glastüren geöffnet.

00:03:11: Kundenströmen hinein.

00:03:13: Drei Tausend Quadratmeter auf drei Etagen.

00:03:17: Sie greifen sich Tanktops, Kleider und alles was sie in die Hände bekommen.

00:03:21: Schon bald bilden sich lange Schlangen vor den Umkleidekabinen.

00:03:24: nur dreizehn Minuten nach Öffnung befinden sich bereits zweitausend Menschen im neuen Geschäft.

00:03:30: Gründer Enkel Karl-Johann Persson später als einen Wendepunkt der Familiengeschichte beschreiben, als eine ihrer größten Erfolge.

00:03:42: Der amerikanische Markt gilt als gnadenloser Prüfstein – viele europäische Händler sind hier bereits gescheitert!

00:03:49: Für H&M beginnt an diesem Ort die globale Expansion ausgerechnet dort wo Ehrling Persson Jahrzehnte zuvor die Idee kam, die alles ins Rollen brachte.

00:04:12: Ich bin Marc-Ben Poch und das ist Imperium.

00:04:15: Die H&N Story Innes und Mauritz, kurz H&M.

00:04:35: Für viel ist der Name weltweit das Symbol für Fast Fashion – über viertausend Filialen in mehr als achtzig Ländern trennen die Geteile zu kleinen Preisen ständig neue Kollektionen voller Einkaufstaschen.

00:04:49: Es gibt kaum eine Fußgängerzone ohne das rote Logo, kaum einem Kleiderschrank, ohne wenigstens ein Stück von H& M. So manche erste Shopping-Tour mit Freundinnen und Familienmitgliedern führte in eine H&M-Filiale.

00:05:02: Bei anderen war es ein Nebenjob zwischen Kleiderstangen und Kassenpippen.

00:05:06: Gleichzeitig steht H& M immer wieder im Zentrum von Debatten über Konsum, Nachhaltigkeit, globale Lieferketten und die Schattenseiten der Modeindustrie – und das bei einem Umsatz von Zweiundzwanzig Milliarden Euro pro Jahr!

00:05:22: Obwohl viele H&M für einen anonymen Börsenkonzern halten, steht hinter dem Unternehmen mit rund hundred-fünfzigtausend Mitarbeitenden bis heute eine Familie.

00:05:31: Und die Vision eines einzelnen Mannes – Erling Persson!

00:05:36: Für ihn beginnt alles auf einer Reise und mit einer Idee, die den weltweiten Modehandel für immer verändern wird.

00:05:44: Das ist Folge eins von vier.

00:05:47: Mode für alle.

00:05:57: in den Rocky Mountains im US-Bundesstaat Colorado.

00:06:01: In der Hitze der sängenden Sonne flimmert die Route Forty, ein alter Chevrolet kämpft sich den Hang hinauf.

00:06:08: Am Steuer sitzt ein junger Mann mit schmalem Gesicht und zurückgekämmtem Haar.

00:06:13: Erling Person, neunundzwanzig Jahre alt aus Schwäben, neben ihm sein Begleiter einen Werbefachmann.

00:06:20: Ihr nächstes Ziel San Francisco!

00:06:23: Mit den Fingern trommelt Erling person Gedanken verloren auf das Lenkrad.

00:06:27: Sein Beifahrer guckt ihn fragend an.

00:06:30: Erling, was ist los?

00:06:31: Seit wir aus New York weggefahren sind, wirst du immer stiller!

00:06:34: Ich denke nach... Woran denkst

00:06:37: Du?!

00:06:38: Mein Margit und das Kind?

00:06:39: Erling Persson schüttelt den Kopf.

00:06:43: Nein ich habe erst gestern ein Telegramm von Jahr erhalten.

00:06:46: Sie kümmert sich zu Hause in Schweden gut um die Kleine.

00:06:48: alles is bestens.

00:06:49: sie fehlen mir aber mich beschäftigt etwas anderes.

00:06:55: Wir sind seit Wochen unterwegs von der Ost-zu-West-Küste quer durch die USA und suchen Ideen.

00:07:01: Und ich glaube, ... Ich habe eine gefunden!

00:07:05: Wirklich?

00:07:07: Und was ist

00:07:07: das?!

00:07:08: Schon vor meinem Vater hab' ich gelernt dass es beim Verkaufen weniger um Talent oder das Produkt geht.

00:07:13: Entscheidend... Ist das System dahinter?

00:07:16: Erinnerst du dich als wir New York by Learners waren?

00:07:19: Diesem großen Kleidergeschäft?

00:07:21: Da ist mir etwas aufgefallen.

00:07:24: Es ist Ihre Kleidung.

00:07:27: Beziehungsweise nein, ich korrigiere Es ist wie sie verkauft wird Ganz anders als bei uns.

00:07:36: Aber...kleidung wird doch überall gleichverkauft.

00:07:39: Oh nein!

00:07:40: Da isst du dich gewaltig.

00:07:41: Es hat einen Grund warum sich bei uns nur wohlsituiert der schicke Kleidungen leisten können.

00:07:46: Allein die ausführliche Beratung im Geschäft Die Wahl der Stoffe und Schnitte Dann die Anfertigung Alles von Hand und Maß geschneidert Was das alles kostet.

00:07:55: In New York gehen Frauen in ein Geschäft, nehmen sich selbst was ihnen gefällt vom Ständer probieren es an, zahlen an der Kasse und gehen wieder.

00:08:05: Keine Beratung!

00:08:06: Kein Schneider kein Warten und alles bezahlbar.

00:08:10: Learners verkauft die Ware schnell und in großen Mengen.

00:08:13: das Geld für die Produktion wird so direkt wieder in die Kasse gespült.

00:08:17: Ein Mone-Geschäft ohne Schneider?

00:08:19: Das funktioniert doch nicht.

00:08:20: ehrlich Kleidung muss passen!

00:08:22: Das wird unsere Frauen zu Hause nicht gefallen.

00:08:25: Sie wird passen und es wird ihnen gefallen.

00:08:27: Was in New York funktioniert, klappt bei uns auch!

00:08:31: Ich habe es im Gefühl.

00:08:33: Woher willst du das wissen?

00:08:35: Mein Vater verkauft Schinken nicht einzeln für jeden Kunden.

00:08:39: Er verkauft viel und verdient daran.

00:08:42: Warum sollte Mode nicht wie Schinken sein?

00:08:45: Denn Frau in New-York geht es nicht um den Luxus sondern um die Preise und das Angebot.

00:08:51: Warum verkaufen wir Mode also nicht?

00:08:53: genauso Klingt für mich nach einem großen Risiko von Lebensmittel auf Kleidung zu schließen.

00:09:00: Und du hast deine Familie, Margit und ... Du, ihr wollt auch weitere Kinder!

00:09:06: Was wenn du scheiterst?

00:09:08: Das Risiko besteht... Aber ich glaube fest daran dass es funktionieren wird.

00:09:12: Mode für alle.

00:09:14: Dieses Konzept wird den Markt revolutionieren.

00:09:17: Du wirst schon sehen Der ausgeprägte Geschäftssinn wird Erling Parsons gewissermaßen in die Wiege gelegt.

00:09:29: Im schwedischen Borlinge geboren wächst er in einer Industriestadt auf, geprägt von Stahlwerken und Papierfabriken.

00:09:37: Sein Jugend ist bestimmt von Sparsamkeit und Entbehrung.

00:09:40: Der Vater betreibt ein Delikatessen-Geschäft und schon als Kind beobachtet Erling Persson aufmerksam wie er Waren anbietet, Preise kalkuliert und mit Kunden verhandelt.

00:09:51: Als junger Erwachsener zieht er schließlich mit zweihundert Kronen in der Tasche umgerechnet etwa fünfhundert Euro einen halber Monatslohn nach Stockholm.

00:10:00: Dort verkauft er Uhren, Geldbörsen und Schreibwaren.

00:10:04: Schnell lernt er wie sich Geld in die Kassen bringen lässt durch hohen Umsatz geringe Lagerbestände und schnellem Warenumschlag.

00:10:12: Dieses Prinzip haben große Warenhäuser in den USA längst verstanden.

00:10:16: Bereits vor dem Zweiten Weltkrieg etabliert sich dort günstige Ready-to-wear Mode.

00:10:21: Standardisierte Konfektion statt teurer Maßanfertigung.

00:10:26: Nach Kriegsende erlebt das Land einen regelrechten Konsumboom.

00:10:30: In Europa hingegen ist ein solcher Aufschwung im Zeichen des Wiederaufbaus noch undenkbar.

00:10:36: Kleidung wird meist handwerklich und in kleinen Betrieben gefertigt.

00:10:40: Entsprechend hoch sind die Preise, erschwinglich oft nur für Wohlhabende.

00:10:45: Erling Person versteht wenig von Stoffen oder Schnitten, aber viel von Nachfrage, Preisgestaltung und Timing.

00:10:53: Er stellt sich daher immer wieder dieselbe Frage – könnte das amerikanische System nicht auch in Schweden funktionieren?

00:10:59: Günstige modische Kleidung in großer Stückzeit zu produzieren und schnell zu verkaufen?

00:11:05: Weniger als ein Jahr später wird aus dieser Überlegung ein Geschäft entstehen!

00:11:09: Der Beginn eines Unternehmens, das Jahrzehnte später zu einem Milliarden-Imperium heranwachsen soll.

00:11:21: Abst.

00:11:23: in Westeros einer schwedischen Provinzstadt rund hundert Kilometer westlich von Stockholm.

00:11:29: Mitten im Zentrum direkt am alten Marktplatz liegt ein kleines Geschäft kaum fünfzig Quadratmeter groß aber in bester Lage.

00:11:39: über der Tür wird gerade ein Schild befestigt Hennes klare Helle Buchstaben in leichter Schrägschrift.

00:11:49: Hannes bedeutet auf Schwedisch für sie.

00:11:53: In wenigen Tagen ist die Eröffnung, im Geschäft rückt Ehrling Persson Preisschilder zurecht und schiebt Kleiderbügel über die Stange.

00:12:02: Neben ihm steht seine Frau Margit – eine Hand auf ihrem runden Bauch.

00:12:07: Sie isst Hochschwanger mit dem zweiten Kind.

00:12:09: Du schaust die Blusen an als würdest du sie gleich wieder umhängen?

00:12:13: Sie müssen übersichtlich sein von klein bis groß.

00:12:16: Die Kundinnen sollen sofort sehen, dass es alles in ihrer Größe gibt.

00:12:21: Auf mehreren Stangen hängen Kleider dicht nebeneinander in vielen verschiedenen Mustern.

00:12:27: Keine schweren Stoffe keine Einzelanfertigungen sondern einfache Schnitte in mehreren Größen.

00:12:34: Margit greift nach einem Oberteil und begutachtet es.

00:12:37: Das gefällt mir gut!

00:12:39: Habe ich das nicht schon einmal in einer Zeitschrift gesehen?

00:12:42: Das kann sehr gut sein.

00:12:44: Unsere Entwürfe orientieren sich an Pariser und New Yorker Trends.

00:12:47: Wir beschäftigen ja keine eigenen Designer, sondern haben dafür Einkäufer und Schneiderinnen.

00:12:52: Sie fertigen die Ware in verschiedenen Größen an wir präsentieren ein paar Modelle auf unseren Kleidapuppen Und die Kundinnen ermitteln ihre Konfektion mit einer Tabelle dann einfach selbst.

00:13:03: Selbstbedienung spart Kosten.

00:13:05: Das hast du dir schlau ausgedacht Erling.

00:13:09: Oh!

00:13:10: Diese rosafarbene Bluse mit der großen Schleife gefällt mir auch sehr gut.

00:13:14: Dann wird keine Kundin vorbeigehen.

00:13:17: Und an den Ehemann hast du auch gedacht!

00:13:19: Während sie anprobiert, kann er sich in dem Sessel bequem machen und in den Ausladen blättern.

00:13:25: So wartet man doch gern fast wie zu Hause.

00:13:28: Das freut mich... Aber Margit, glaubst du der Name funktioniert?

00:13:32: Alle anderen Geschäftsleute benennen ihre Leben nach sich selbst.

00:13:35: Sollte unser Geschäft nicht doch lieber Persons Mode heißen?

00:13:39: Erling ... Hennes verstehen alle.

00:13:42: Es ist buchstäblich ein Geschäft für sie.

00:13:46: Ja, du hast recht!

00:13:48: Es ist ein Laden für Damen auch wenn er mir gehört.

00:13:51: Ich möchte einfach junge Frauen ansprechen die nicht aussehen wollen wie ihre Mütter.

00:13:55: Die jüngere Generation ist freier, progressiver, modebewusster.

00:14:00: Und findest du den Schriftzug nicht zu altbacken?

00:14:04: Erling Liebling Du hast dir einen grandiosen Namen ausgedacht Simpel Wie Ausdrucksstark.

00:14:11: Das Firmenschild ist ebenso wundervoll.

00:14:13: Du hast so viel Kreativität reingesteckt, das hat für mich sogar etwas Zeitloses.

00:14:18: Mach dir keine Sorgen!

00:14:20: Mich bewegt ehrlicherweise etwas ganz anderes... Mit unserem zweiten Kind auf dem Weg du gehst ein großes finanzielles Risiko ein.

00:14:29: wenn das Geschäft scheitert ist nicht nur deine Idee dahin.

00:14:33: es geht um die Zukunft unserer Familie.

00:14:36: dein Ruf und unser finanzielles Überleben stehen auf dem Spiel.

00:14:40: Ich weiß, Margit.

00:14:42: Deshalb muss ich schlauer sein als alle anderen und mich von der Konkurrenz abheben!

00:14:46: Ich verkaufe bis zu dreißig Prozent günstiger als andere Leben.

00:14:49: Die Marge ist klein aber die Verkauf der Menge wird größer sein.

00:14:54: Ich weiß dass du ein großes Talent fürs Geschäft hast Aber manchmal ist eine Idee nicht ausreichend.

00:15:00: Denk an den Weihnachtssternen vor ein paar Jahren.

00:15:03: Den haben dir die Leute aus der Hand gerissen.

00:15:05: Jeder wollte so einen vor seinem Hause hängen haben.

00:15:08: Und woran ist's am Ende gescheitert?

00:15:11: An Brandbestimmung und Dingen, die du nicht kontrollieren konntest.

00:15:15: Ich vertraue deinen Fähigkeiten aber vielleicht trauere ich den Umständen nicht.

00:15:20: Was wenn die Kunden nicht kommen trotz der niedrigen Preise?

00:15:25: Dann verdiene ich nichts.

00:15:27: Warum bist Du Dir trotzdem so sicher?

00:15:30: Erling Persson schaut auf die Kleider!

00:15:33: Ich glaube an kluge Preispolitik.

00:15:35: In New York habe ich gesehen dass Frauen nicht nur kaufen was sie brauchen Sie kaufen, was sie sich leisten können.

00:15:42: Das zu sehen, Margit – daran hättest du deine Freude gehabt!

00:15:59: Nur ein Jahr nach seiner Reise durch die USA hat Erling Persson seinen Einfall in die Tat umgesetzt und ein preiswertes Bekleidungsgeschäft für Frauen gegründet.

00:16:09: Die Standortwahl in Westeros ist bewusst Eine Stadt mit Kaufkraft, aber ohne eine Mode-Metropole zu sein.

00:16:16: Na genug an Stockholm um Trends im Blick zu behalten.

00:16:20: Am vierten Oktober nineteenhundertsehnundvierzig findet die Eröffnung von Hennes statt und noch am selben Tag bringt Persons Frau Margit ihren Sohn Stefan zur Welt – ein neues Leben also in zweifacher Hinsicht!

00:16:35: Zur Eröffnung hat sich der talentierte Verkäufer etwas einfallen lassen.

00:16:39: Jede Kunden erhält eine frisch gepflückte Rose.

00:16:42: Damit sie merkt, dieser Laden ist wirklich für Sie – wie er in einer Zeitungsanzeige ankündigt!

00:16:49: Die Geste zeigt Wirkung.

00:16:51: Die Frauen in Westeros reagieren mit großem Interesse.

00:16:55: die Lokalpresse berichtet begeistert.

00:16:58: Das Risiko zahlt sich aus denn die Zeit arbeitet für ihn.

00:17:02: Nach dem Zweiten Weltkrieg erlebt Schweden einen wirtschaftlichen Aufschwung.

00:17:06: Steigende Löhne, Urbanisierung und der Ausbau des Wohlfahrtsstaates verändern das Konsumverhalten spürbar.

00:17:13: Was bisher gefehlt hat ist stilvolle und zugleich erschwingliche Kleidung für die wachsende Arbeiter- und Mittelschicht.

00:17:20: Immer mehr Menschen können sich Dinge leisten, die nicht notwendig sind – und haben Lust, sich schön zu kleiden!

00:17:26: Modern genug für den neuen Alltag aber eben bezahlbar.

00:17:31: Genau diese Lücke schließt Ehrlingperson mit kluger Preispolitik und effizientem Warenumschlag.

00:17:37: Das Geschäft läuft so gut, dass in den folgenden Jahren weitere Filialen in Schweden entstehen – zuerst in Uppsala dann in Jynchöping.

00:17:49: In der ersten Hennestore in der großen Stadt Stockholm in der Kungsgatan der Königstraße eine der prominentesten Einkaufsstraßen Und in der Stadt, in die Ehrlingperson einst als junger Bursche kamen um sein Glück zu versuchen.

00:18:07: Erlingperson ist erst Mitte dreißig doch seine Prinzipien stehen fest.

00:18:12: Ware muss sich ständig bewegen.

00:18:15: Lagerware ist Risiko.

00:18:17: Der Preis entscheidet letztlich über den Verkauf.

00:18:20: Seine Ideen sind bodenständig fast unspektakulär und gerade deshalb radikal.

00:18:26: Ihr denkt nicht in Kollektionen sondern in Umlaufgeschwindigkeit.

00:18:31: Person versteht, dass Nachkriegsschweden früher als andere.

00:18:35: Die Menschen wollen kaufen – schnell, unkompliziert und zu anständigen Preisen.

00:18:40: Mode soll Teil eines modernen neuen Alltags werden.

00:18:44: Hennes trifft genau diesen Nerv!

00:18:47: Die Fünfzigerjahre werden Jahre des Aufstiegs.

00:18:50: Filiale um Filiale eröffnet, Umsätze steigen ... Der Name Hennis spricht sich herum.

00:18:56: Doch je schneller das Unternehmen wächst, desto stärker verschiebt sich das Gleichgewicht.

00:19:01: Person muss auf die harte Tour lernen, dass geschäftlicher Triumph kein Schutzschild gegen private Krisen ist.

00:19:18: Pack mal mit an!

00:19:19: ... in einer noblen Wohngegend im Nordwesten Stockholms.

00:19:27: Die herrschaftliche Villa am Mälarsee wird von nun an das neue Zuhause der Familie Persson sein.

00:19:34: Inzwischen ist die Familie zu fünft Erling und Margit Persson mit ihren drei Kindern Siann, Stefan und Helga Lieselott Kurz Lotti.

00:19:43: Während die Möbelpacker Kisten die Treppe hinauftragen, rennen die Kinder fröhlich zwischen den noch leer stehenden Räumen hin und her.

00:19:52: Doch Stefan!

00:19:54: Ehefrau Margit steht währenddessen im Rahmen einer gewaltigen Eichentür mit einer Liste in der Hand.

00:20:00: Nein, der Arne-Jakobsenstuhl muss ins Schlafzimmer nach oben nicht hier ... Und vorsichtig mit dem Schrank bitte.

00:20:07: Stefan, nicht rennen.

00:20:09: Die Männer tragen schwere Sachen – wie oft habe ich es euch schon gesagt?

00:20:13: Erling Persson steht etwas abseits am Fenster.

00:20:16: In der Hand ein kleines Glas Whiskey, er beobachtet das Treiben.

00:20:21: Du könntest mir helfen statt dort zu stehen.

00:20:24: Ich sehe mir erst an wo alles hinkommt sonst tragen wir es nachher zweimal.

00:20:28: du siehst ja immer erst alles an.

00:20:30: so funktionieren Geschäfte.

00:20:32: Ja darin bist du gut.

00:20:34: doch dass hier ist deiner Familie Ein Zuhause entwickelt sich nicht immer noch.

00:20:38: planen das weißt du.

00:20:40: Kannst du bitte nach Lottie sehen?

00:20:43: Besorgt, blickt Erling Persson zu den toben Kindern.

00:20:46: Bleib hier vorne, Lotti, wo ich dich sehen kann!

00:20:49: Nicht nach draußen laufen, hörst du?

00:20:51: Lotti nickt ernst.

00:20:53: Erling Person legt die Hand auf ihren Kopf – eine Moment länger als nötig.

00:20:58: Es ist eine Geste des Schutzes.

00:21:04: Ein Vorfall hat sich tief in das Gedächtnis der Familie Persson eingebrannt.

00:21:09: Vor einiger Zeit wäre die kleine Lotti beinah im Mählersee ertrunken, nachdem sie einer Katze gefolgt war.

00:21:16: Ihr Vater hatte sie aus dem Wasser gezogen und wiederbelebt.

00:21:20: Erst Stunden später im Krankenhaus galt die größte Gefahr als überstanden, der Unfall bleibt nicht privat.

00:21:27: Zum ersten Mal berichtet eine überregionale Zeitung über Ehrling Persson und plötzlich steht nicht nur das Geschäft sondern auch die Familie im Licht der Öffentlichkeit.

00:21:38: Mit dem Erfolg von Hannes wächst das Interesse an den Persons.

00:21:42: Nur fünf Jahre nach der ersten Eröffnung hat das Unternehmen bereits ein kleines Vermögen eingebracht.

00:21:49: Neue Filialen entstehen, die Umsätze steigen Das Leben verändert sich größere Häuser mehr Mitarbeiter mehr Verantwortung und eben mehr Aufmerksamkeit.

00:22:00: Doch nach dem Vorfall beginnt Person die Presse zu meiden wann immer es geht.

00:22:05: Gleichzeitig lernt er eine Lektion Die für sein Unternehmen entscheidend wird Öffentlichkeit bewegt nicht nur Meinungen, sondern auch Ware.

00:22:14: Berichte steigern die Neugier – neugier bringt Kundinnen in die Läden!

00:22:19: Auf schmerzhafte Weise versteht er wie stark Medienpräsenz die Umsätze ankobelt und wie unverzichtbar Werbung für das Wachstum seines Geschäfts ist.

00:22:48: Heisser Dampf steigt vom Café auf.

00:22:51: Durch das Fenster fällt helles Morgenlicht, ein Dienstbote legt eine Zeitung neben Erling Person auf den Tisch.

00:23:00: Sein siebenjähriger Sohn Stefan läuft durch den Raum noch im Schlafanzug die Haare ungekämmt.

00:23:06: Guten Morgen Stephan.

00:23:07: Komm mal her.

00:23:08: ich will dir etwas zeigen.

00:23:11: Der Junge bleibt zögerlich stehen.

00:23:13: er ist müde aber neugierig Was isst muss sich wieder rechnen?

00:23:19: Nein keine Sorge Schlag doch mal die Zeitung auf!

00:23:23: Weiter.

00:23:24: Noch eine Seite?

00:23:26: Noch eine... Stopp!

00:23:29: Eine Farbanzeige füllt das gesamte Blatt der Dagensniheter, der größten Tageszeit um Schwedens.

00:23:36: Stefan kann noch nicht so schnell lesen Doch er erkennt das Logo, dass auch über dem Geschäft seines Vaters hängt.

00:23:42: Ist das dein Laden?

00:23:44: Unser Laden mein Sohn?

00:23:46: Warum ist er auf der ganzen Seite?

00:23:49: Das nennt man eine Werbeanzeige mein Sohne.

00:23:52: Die habe ich selbst beauftragt, damit alle das Geschäft Hannes wieder erkennen.

00:23:56: Wenn wir präsent sind geraten wir nicht in Vergessenheit.

00:24:00: Im Gegenteil!

00:24:01: Wir werden den Menschen vertrauter und so kommen noch mehr Leute in unser Geschäft.

00:24:05: Was ist wenn keiner kommt?

00:24:07: Dann hab' ich Geld verloren.

00:24:09: Aber wenn viele kommen, habe ich Kunden gewonnen Und treue Kunden sind tausendmal mehr wert als ein einzelner Druck.

00:24:17: Bekanntschaft bringt Kundschaft und Kundschaft bringt Umsatz.

00:24:23: Ehrling Persons Frau Margit kommt ins Zimmer.

00:24:26: Du erklärst ihm schon wieder das Geschäft!

00:24:29: Wer fragt?

00:24:30: Er ist sieben.

00:24:32: Früher genug, in dem Alter habe ich meinem Vater schon lange über die Schulter geschaut.

00:24:37: Vater gehört dir bald etwa ganz Stockholm?

00:24:40: Ganz recht mein Sohn.

00:24:42: Erst Stockholm, bald ganz Schweden, Europa und dann irgendwann die ganze Welt.

00:24:49: Darf ich die Zeitung behalten?

00:24:51: Gute Idee Hebt sie auf, damit du später weißt wie ich Hannes Groß gemacht habe.

00:25:00: Erling Persson sitzt gezielt auf die Kraft der Öffentlichkeit.

00:25:04: Zeitungen können Geschichten verbreiten oder ein Geschäft.

00:25:07: In den fünftiger Jahren investiert er massiv in Werbung während parallel neue Läden entstehen.

00:25:13: große Schaufenster zentrale Lagen maximale Sichtbarkeit Das ist das Prinzip.

00:25:20: Ende des Jahrzehnts folgt der nächste Schritt Der erste zweistückige Flagship-Store In der Einkaufspassage Hötörjet im Herzen Stockholms.

00:25:30: Größer und präsenter als alles zuvor!

00:25:33: Von nun an verfolgt Hannes eine klare Cluster-Strategie, mehrere Leben in unmittelbarer Nähe nur wenige Gehminuten voneinander entfernt.

00:25:42: Präsenz ist kein Zufall denn Sichtbarkeit schafft Vertrauen.

00:25:47: Das Wachstum is so rasant dass Vesteros als Firmensitz bald nicht mehr ausreicht.

00:25:53: Verwaltung und Steuerung ziehen Ende der Fünfzigerjahre schrittweise nach Stockholm.

00:25:58: Die Hauptstadt wird neuer Mittelpunkt des Geschäfts, bis dahin ist Hennes vor allem ein Händlernetz.

00:26:05: Eingekauft wird bei kleinen schwedischen Nähereien ohne eigene Designabteilungen orientiert an bestehenden Schnitten-und internationaler Alltagsmode.

00:26:15: die Abläufe greifen wie Zahnräder ineinander.

00:26:17: doch mit dem Wachstum beginnt Person das Unternehmen systematisch zu ordnen wahre hinein, wahre hinaus Trends beobachten schnell reagieren.

00:26:28: Auch die Belegschaft bleibt flexibel.

00:26:30: viele Teilzeitkräfte reserven für die Hochsaison ein Modell das sich über Jahrzehnte halten wird.

00:26:37: Erling Persson führt charismatisch aber straff.

00:26:41: er testet Loyalität erwartet Disziplin.

00:26:44: Ein falscher Ton kann zur Entlassung führen Aber gute Arbeit honoriert er.

00:26:49: Viele bleiben weil sie spüren, Teil von etwas Größerem zu sein.

00:26:54: In den Sechzigerjahren wird schließlich auch Schweden zu klein.

00:26:57: In der Nächste eröffnet der erste Laden in Nachbarland-Norwegen.

00:27:03: Drei Jahre später folgt Dänemark.

00:27:05: Noch bleibt Hennes ins Gandinavien – doch Person denkt längst weiter!

00:27:10: Errichtet das Unternehmen auf eine Dimension aus, die über neue Städte hinausgeht.

00:27:16: Was dann folgt?

00:27:17: wird zu einem der entscheidendsten Wachstumsschritte in der Geschichte des Unternehmens.

00:27:58: Erling Persson bleibt in der Nähe von zwei Kundinnen stehen.

00:28:03: Seit es Kinderkleidung gibt, spare ich mir jedes Mal den Weg ins Kaufhaus und teurer ist das auch nicht!

00:28:09: Die Kleinen wachsen sowieso so schnell – da lohnt sich teuer gar nicht.

00:28:14: Dieser Laden ist das Beste was seit dem Kindergeld passiert ist.

00:28:20: Ein Mann der Händen betrachtet dreht sich zu ihnen Und vor uns gibts jetzt auch endlich was.

00:28:25: Früher kam meine Frau immer alleine zum Einkaufen.

00:28:28: Jetzt gehe ich freiwillig mit.

00:28:32: Dann hat er alles richtig gemacht, dieser ehrlichen Person.

00:28:36: Heißt der nicht so?

00:28:37: Der versteht Familien!

00:28:40: Der Kunde hält zwei Händen hoch und zeigt sie den beiden Frauen.

00:28:44: Darf ich Sie um Rat fragen welches würde meiner Frau besser gefallen?

00:28:48: Oh das habe ich letzte Woche gekauft.

00:28:50: mein Mann mochte es sehr.

00:28:52: Nehmen Sie einfach beide die kosten zusammen.

00:28:55: weniger als früher

00:28:56: eins.

00:28:58: Erling Persson hört lächeln zu.

00:29:00: Natürlich erkennen sie ihn nicht, er nimmt ein Hemd vom Ständer und prüft den Stoff.

00:29:05: Ein Verkäufer kommt vorbei.

00:29:07: Guten Tag Herr Persson!

00:29:09: Guten Tag viel Betrieb heute.

00:29:12: Seit wir die Herren- und Kinderabteilung haben kommen ganze Familien.

00:29:16: Bleiben Sie denn auch länger?

00:29:17: Auf jeden Fall wenn einer etwas findet schauen die anderen auch.

00:29:21: Und Haben sich die Kunden schon an den neuen Namen gewöhnt?

00:29:29: In den letzten Jahren hat das Unternehmen grundlegend verändert.

00:29:34: Er kauft den etablierten Jagd- und Herrenbekleidungsausstatter Mauritz Wittforsch.

00:29:40: Die Gründe sind strategisch, die attraktive Lage Nahrsagels Torg im modernisierten Zentrum Stockholms dort wo bereits mehrere Hennisfilialen bestehen und vorhandenen Strukturen.

00:29:52: Produkte Lager Lieferkontakte alles ist bereits aufgebaut.

00:29:57: Statt bei null zu beginnen, kann Hennis sein Sortiment sofort erweitern.

00:30:01: Mit der Übernahme zieht erstmals Herrenmode ein.

00:30:04: Kurz darauf folgt schrittweise Kindermode.

00:30:07: Zum ersten Mal gibt es Kleidung für die ganze Familie unter einem Dach.

00:30:12: Doch die Erweiterung stellt Ehrling Persson vor ein Problem.

00:30:15: Über zwanzig Jahre lang steht über den Läden nur ein Name – Hennis!

00:30:20: Für sie.

00:30:21: Mit Herrenbekleidung passt das nicht.

00:30:24: mehr Person hätte sein Geschäft theoretisch in Hannes och Hans, also für sie und ihn umbenennen können.

00:30:32: Doch er übernimmt ein etabliertes Unternehmen – also behält er beide Namen, Hannes und Mauritz.

00:30:40: Der neue Name erweitert das Angebot ohne die bisherige Kundschaft zu verlieren.

00:30:45: Auch das Erscheinungsbild ändert sich.

00:30:47: Links Hannes rechts Mauritz Sachliche Schrift dazwischen ein Kreis mit zwei Buchstaben H und M. Die Resonanz ist überwältigend positiv.

00:31:00: Eine Mutter wird mit ihrem Satz über das Kindergeld später sogar in einer h-und m-Werbung zitiert.

00:31:06: Die Sortimentserweiterung gilt rückblickend als eine der wichtigsten Wachstumsschritte der Unternehmensgeschichte.

00:31:13: Trotz Wachstem bleibt das Prinzip dasselbe, niedrige Preise große Stückzahlen schnelle Anpassungen.

00:31:20: Einkäufer beobachten Trends.

00:31:22: Größere Fabriken in Skandinavien und Europa produzieren entsteigenden Mengen.

00:31:27: Die Kaufentscheidung fällt nicht nur vor dem Spiegel, sondern am Preisschild – und dieses bestimmt Persons weiterhin selbst!

00:31:36: Sortiment-, Einkauf-, Werbung- und Standorte laufen immer noch über seinen Schreibtisch.

00:31:45: Ende der Sechzigerjahre wächst Hannes & Mauritz schneller als je zuvor.

00:31:51: Zu diesem Zeitpunkt betreibt H&M bereits zweiundvierzig viele Jahren in Skandinavien.

00:31:56: Jedes Jahr kommen neue hinzu, getragen von hunderten Mitarbeitenden.

00:32:01: Doch dieses Wachstum verlangt Entscheidungen in völlig neuer Größenordnung von Erling-Personn.

00:32:07: Entscheidungen die weit über einzelne Läden hinausreichen und später das Leben tausender Menschen beeinflussen werden!

00:32:29: Ein sonniger Sommertag, In der kleinen Küstenstadt Wachsholm, nordöstlich von Stockholm.

00:32:37: Erling Persson hat seine Mitarbeiter zu einem Tagesausflug eingeladen.

00:32:42: Seine Geschäfte führt er am liebsten außerhalb des Büros.

00:32:45: Das Jackett aufgeknöpft sitzt er an einem Holztisch nahe im Wasser die Hemsärmel leicht hochgeschoben vor ihm ein Glas gefüllt mit einer Bernsteinfarbenen Flüssigkeit daneben einen kleiner Block mit Zahlen.

00:32:59: mehrere Einkäufer und Filialverantwortliche sitzen um ihn herum.

00:33:03: Einer breitet nun Listen aus.

00:33:06: Herr Person, wir haben die Bestellungen für den Herbst aufgeteilt.

00:33:09: Klarer Fokus auf Grün!

00:33:11: Grüne Mäntel werden teuer ankommen bei den Kundinnen fürs erste vielleichts.

00:33:15: Aber was wenn Paris nächsten Sommer plötzlich Lila zeigt?

00:33:18: Dann sitzen wir auf der Ware.

00:33:20: Wir bestellen Monate im Voraus als würden Trends auf uns warten.

00:33:23: Ein weiterer Kollege meldet sich zu Wort aber Die Fabriken brauchen die Vorlaufzeit.

00:33:29: Von der Idee bis zur Bestellung, Produktion, Lieferungen und dem Verkauf braucht es nun mal mindestens sechs Monate.

00:33:34: Manchmal auch bis zu zwölf.

00:33:36: Genau das ist das Problem!

00:33:38: Deshalb brauchen wir andere Fabriken.

00:33:40: für ein Geschäft wie unseres Das von Modelead sind zwölfe Monate eine halbe Ewigkeit.

00:33:45: Trends kommen plötzlich und verschwinden eben so schnell.

00:33:48: Wenn wir zu spät reagieren verkaufen nur noch die Vergangenheit.

00:33:53: Billige Einkaufen geht in Europa kaum noch.

00:33:56: Dann kaufen wir nicht mehr in Europa.

00:33:58: Wenn wir Gewinner erzielen wollen, müssen wir in noch größeren Mengen verkaufen und noch günstiger produzieren als bisher.

00:34:05: Wir brauchen Fabriken, die flexibel sind bei den Bestellungen.

00:34:09: Also im Ausland?

00:34:11: Denkbar ja!

00:34:12: Sonst verkaufen hier nur was gestern modern war.

00:34:15: Aber wir bei Hannes & Mauritz wollen Aktualität verkaufen.

00:34:21: Die Teller werden abgeräumt.

00:34:23: Die Mitarbeiter stehen langsam auf.

00:34:26: Nur einer bleibt noch sitzen.

00:34:30: Also größer und beweglicher.

00:34:32: Das ist das Ziel!

00:34:33: Größer, günstiger, schneller – Mode wartet auf niemanden.

00:34:37: also dürfen wir auch nicht warben.

00:34:38: Die Denkweise muss immer zeitgemäß sein.

00:34:40: Wir müssen Risiken eingehen.

00:34:42: Wenn wir uns fürchten werden wir unser Ziel nie erreichen.

00:34:50: Ende der sechziger Jahre ist Hennis & Mauritz längst kein einzelnes Geschäft mehr sondern eine Kette.

00:34:56: Dutzende Filialen folgen denselben Regeln in Preisen gesteuert durch eine Straffeorganisation.

00:35:02: Kleine Einkaufsteams arbeiten mit festen Budgets, aber große Eigenverantwortung und stehen in engem Austausch mit den Filialleitern.

00:35:10: Mengen werden laufend der Nachfrage angepasst.

00:35:13: Jeden Dienstag geht Erling Persson persönlich die Verkaufslisten durch – Artikel für Artikel.

00:35:19: Was sich verkauft bleibt!

00:35:21: Ladenhüter verschwinden.

00:35:23: Doch selbst dieses präzise System stößt an Grenzen so lange die Produktion nicht im gleichen Tempo mithält.

00:35:30: Ab hier beginnt Henness und Mauritz daher die Fertigung schrittweise ins Ausland zu verlagern.

00:35:37: Zunächst nach Süd- und Osteuropa, Portugal, Italien, Griechenland, Jugoslawien.

00:35:43: Später folgt Asien – erst Hongkong und Südkorea dann China.

00:35:48: eigene Fabriken besitzt das Unternehmen weiterhin nicht.

00:35:52: H&M steuert, organisiert, verhandelt.

00:35:55: Produziert wird dort wo es am günstigsten ist.

00:35:59: Es ist ja Beginn einer neuen Ära des Outsourcings, die eine ganze Branche verändern wird.

00:36:08: Während das Unternehmen internationaler und sichtbarer wird verschiebt sich auch intern etwas.

00:36:14: Erling Persons Sohn Stefan ist inzwischen Anfang zwanzig und arbeitet neben seinem Wirtschaftsstudium im Betrieb mit – doch Privilegien gibt es nicht!

00:36:23: Statt direkt eine Führungsposition zu erhalten beginnt er mit einfachen Aufgaben Im Lager, im Filialmanagement und im Marketing in der operativen Aufsicht.

00:36:33: Er soll das Geschäft von Grund auf verstehen.

00:36:36: Der Einstieg ist bewusst geplant und strukturiert.

00:36:39: Diese Lehrjahre sind ein Prüfstein!

00:36:42: Von den drei Kindern ist Stefan als einziger Sohn der designierte Nachfolger.

00:36:47: Noch sind die Rollen klar verteilt – so ein.

00:36:50: Stefan fragt Vater Ehrling entscheidet.

00:36:53: Doch Person Senior wird älter Und während er langsam in seine neue Rolle hinein wächst, wächst Hannes und Mauritz schneller als es eine Familie allein steuern kann.

00:37:23: Männer in dunklen Anzügen notieren sich Zahlen, schauen immer wieder zur Tafel.

00:37:28: Zwischen ihnen steht eine Familie Erling Persson etwas abseits, die Hände ruhig vor sich gefaltet.

00:37:35: Neben ihm Margit – die Kinder sowie mehrere langjährige Mitarbeiter von Hannes und Mauritz.

00:37:41: Stefan Persson steht dicht bei seinem Vater und betrachtet den Raum.

00:37:46: Schon merkwürdig.

00:37:47: So viele Menschen sind hier Und am Ende geht es nur um ein paar Prozentanteile auf Papier.

00:37:53: Aber ein gutes Zeichen für Hannesund Mauritz.

00:37:56: Wir sind begehrt.

00:37:57: Für sie ist das vielleicht ein Stück Papier... ...für uns sind es neue Möglichkeiten.

00:38:03: Jeder neue Laden, jedes Lager jede größere Bestellung kostet Geld lange bevor er sich bezahlt macht.

00:38:09: mit eigenem Kapital entscheiden wir selbst wie schnell wir wachsen.

00:38:13: nicht die Banken mit ihren Krediten aber dafür schauen uns jetzt alle zu.

00:38:17: jede Zahl wird öffentlich.

00:38:19: jede schwache Saison fällt sofort auf.

00:38:21: das ist in Ordnung.

00:38:23: schwierig wäre es wenn andere uns erklären wollen wie wir unser Geschäft führen.

00:38:27: Du glaubst nicht, dass sich die neuen Aktionäre einmischen?

00:38:31: Sie investieren vor allem weil sie unserem System vertrauen.

00:38:34: Solange wir abliefern was wir versprechen wird es in Ordnung sein!

00:38:37: Sie wollen Ergebnisse sehen... ...nicht die nächsten Schaufensterdekorationen diskutieren.

00:38:41: also bekommen wir mehr Verantwortung aber auch mehr Freiheit.

00:38:45: genau Wir holen uns Geld ohne die Kontrolle abzugeben und wir können schneller handeln wenn sich Gelegenheiten ergeben.

00:38:52: Und was wenn das einen Jahr lang mal schlechter läuft?

00:38:56: Dann machen wir es im Nächsten besser.

00:38:58: Unser Geschäft hängt nicht von einer Kollektion ab, sondern davon, dass die Menschen jeden Tag etwas brauchen und es bei uns finden.

00:39:06: Eine Mitarbeiterin der Börse tritt zu ihnen.

00:39:09: Meine Herren, es geht gleich los!

00:39:11: Vater und Sohn nicken.

00:39:16: Mit dem Börsengang geht Hennis & Mauritz einen denkwürdigen Schritt.

00:39:20: Erstmals öffnet sich das Unternehmen nach außen.

00:39:23: Rechtlich ist es von Beginn an eine schwelische Aktiebolag Also eine haftungsbeschränkte Kapitalgesellschaft, vergleichbar mit einer deutschen GmbH.

00:39:33: Bisher waren die Anteile von Hannes und Mauritz jedoch ausschließlich privat verteilt – also bei Familie und Engenvertrauten.

00:39:40: Die Message?

00:39:41: Wir sind noch lange nicht am Ende angekommen!

00:39:44: Hier wird sich für einen Aufstieg gewappnet, der es in sich haben soll.

00:39:48: Ebenfalls etabliert sich der Name, der bis heute besteht.

00:39:52: Aus Hannes & Mauritz wird kurz H&M Zwei Buchstaben – prägnant, modern und aufzack.

00:39:59: Wie das Unternehmen selbst!

00:40:02: Wie viele Aktien an diesem Tag den Besitzer wechseln lässt sich heute kaum noch genau rekonstruieren.

00:40:08: Sicher ist die Familie behält die Kontrolle.

00:40:11: Für das Unternehmen bedeutet der Börsengang vor allem Kapital.

00:40:19: Er hat große Pläne und Vertrauen in das eigene Geschäftsmodell.

00:40:29: Der Börsengang schafft das Fundament für die nächste Phase von H&M, Die Expansion über Skandinavien hinaus – In einen stark umkämpften Markt mit höchst anspruchsvollen Publikum.

00:40:41: Für den Sohn-und potenziellen Nachfolger Stefan Persson wird diese Aufgabe zur ersten echten Bewährungsprobe.

00:40:55: Das war Folge eins von vier Von Imperium.

00:41:02: Ein Hinweis zu den Dialogen, die du gehört hast.

00:41:05: Wir wissen natürlich nicht genau was besprochen wurde.

00:41:07: Alle Dialoge basieren nach bestem Wissen auf unseren Recherchen.

00:41:11: Ich bin Marc-Mann Poch

00:41:13: Und ich bin Aline Staskowiak.

00:41:16: Zora Alba hat die Folge geschrieben Für Studio J, Producerin Philippa Halder.

00:41:22: Executive Producer Janis Gebhardt.

00:41:26: Das Sounddesign hat Axenia Dorn gemacht Gemischt von Fabian Klinkel.

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