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Die H&M Story | Heimlich & Mächtig? | 4

Shownotes

Folge 4/4: Der Höhenflug von H&M ist vorbei. Ab 2018 gerät der Konzern unter Druck: Ein Rassismus-Skandal, schwächelnde Umsätze, ein verspäteter Ausbau des Onlinegeschäfts und Zweifel an Nachhaltigkeitsversprechen erschüttern das Unternehmen. Unter CEO Karl-Johan Persson und später Nachfolgerin Helena Helmersson versucht H&M, sich neu aufzustellen. Doch Pandemie, Greenwashing-Vorwürfe, Stellenabbau und Kritik an Arbeitsbedingungen zeigen, wie schwer echter Wandel fällt. Während H&M um Glaubwürdigkeit und Profitabilität kämpft, bleibt eines konstant: die Kontrolle der Familie Persson – und die Frage, ob sich dieses System überhaupt verändern kann.

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Transkript anzeigen

00:00:01: Januar, in Stockholm.

00:00:08: Eine schwarze Limousine mit getönten Scheiben gleitet durch die winterlichen Straßen der Stadt.

00:00:13: Auf der Rückbank sitzt Karl-Johann Persson, CEO von H&M.

00:00:19: Die letzten Termine des Tages sind erledigt.

00:00:21: Der Zweiundvierzigjährige tippt eine Nachricht auf seinem Smartphone.

00:00:26: Ein Mitarbeiter auf der gegenüberliegenden Bank des geräumigen Wagens bolt sich nach vorne und reicht seinem Chef bestürzt ein Handy.

00:00:34: Karl-Johann, es tut mir leid dass ich Störe habe.

00:00:37: Das musst du sehen!

00:00:38: Es ist überall.

00:00:40: Auf dem Bildschirm ist ein Werbeplakat von H&M zu sehen Ein schwarzer Junge in einem kaputzen Pullover.

00:00:47: Der CEO liest den Slogan auf dem Pulli The coolest Monkey In the Jungle?

00:00:56: Warum trägt dieser Junge diesen Pulli?

00:00:58: Wieso haben wir so einen

00:00:59: Plakat?!

00:01:00: Wie konnte das passieren?

00:01:01: Es ist überall.

00:01:03: Twitter explodiert der Hashtag boycourt h&m trendet gerade Und andere Medien haben die Rassismusvorwürfe auch schon aufgegriffen.

00:01:10: Weltweit!

00:01:11: Wir erleben gerade einen Shitstorm in Echtzeit.

00:01:15: und es kommt noch schlimmer, The Weeknd hat gerade gepostet.

00:01:19: Der Sänger will nach zwei Jahren die Zusammenarbeit mit uns beenden Mit sofortiger Wirkung.

00:01:25: Er schreibt er ist schockiert und beschämt.

00:01:28: beleidigt.

00:01:29: Karl Johan wir müssen reagieren.

00:01:31: alle fragen nach einer Stellungnahme los.

00:01:34: wir fahren zurück in die Zentrale.

00:01:36: Wurf unsere Anwälte an.

00:01:37: Lasst die Presseabteilung ein Schreiben aufsetzen, es muss noch heute rausgehen.

00:01:41: Wir entschuldigen uns sofort!

00:01:44: Die Kampagne müssen wir augenblicklich zurückziehen den Pulli aus dem Sortiment nehmen Sorgt dafür.

00:01:48: was anderes können wir jetzt nicht tun?

00:01:51: Was bedeutet das für uns?

00:01:53: Es ist zu früh um über personelle Entscheidungen nachzudenken.

00:02:01: Nur wenige Stunden später veröffentlicht H&M eine Pressemitteilung.

00:02:05: Man verstehe den Ärger, der Anzeiger hätte niemals entstehen dürfen Sie sei ohne böse Absicht entstanden und tour ihnen unendlich leid.

00:02:15: Doch der Schaden ist da längst angerichtet.

00:02:18: Trotz Entschuldigung, Kampagnenstopp- und Produktrückzug wird der Rassismusskandal bei H&M binnen Stunden zur globalen Krise.

00:02:27: In Südafrika werden Filialen verwüstet unter Brand gesetzt.

00:02:30: Die Aktie fällt um acht Prozent und erreicht ein mehrjahres Tief.

00:02:35: Für viele zeigt er Umgang mit dem Skandal H und M ist nicht mehr auf der Höhe der Zeit.

00:02:41: Die Reaktion des Konzerns wirkt formell, unpersönlich kontrolliert – und folgenlos!

00:02:48: Denn in einer vernetzten Öffentlichkeit zählt nicht nur was man sagt sondern wie schnell und glaubwürdig man handelt.

00:02:56: Der Konzert steht unter Druck.

00:02:59: Im Zentrum der Kritik steht besonders einer CEO Karl Johann Persson.

00:03:18: Ich bin Marc-Ben Bruch.

00:03:38: In der letzten Folge haben wir erlebt, wie H&M in die dritte Generation übergeht.

00:03:43: Gründer Enkel Karl Johann Persson übernimmt das Ruder mit seinem Vater Stefan im Hintergrund.

00:03:49: Gemeinsam manövrieren sie das Unternehmen durch Wirtschaftskrisen, Skandale und die wachsende Kritik an Arbeitsbedingungen, Produktion und der eigenen Verantwortung.

00:03:59: Lange scheint das Erfolgsmodell zu tragen!

00:04:01: Börsenhochs, weltweite Expansion ungebremstes Wachstum sind die Folge.

00:04:07: Bis die Stimmung kippt!

00:04:09: In dieser Folge zeigt sich – ein Problem kommt selten allein Der Höhenflug ist vorbei.

00:04:16: Stattdessen wird H&M von einer Krise in die nächste gerissen.

00:04:20: Dursentiefs, Imageprobleme, Vertrauensverlust.

00:04:24: Jetzt beginnt die eigentliche Aufarbeitung Denn die Herausforderungen sind größer als einzelne Fehlentscheidungen.

00:04:32: Ein Unternehmen, das auf fast fashionfußt gerät gewaltig unter Druck wenn das unnachhaltige schnelllebige Prinzip zunehmend in Frage gestellt wird.

00:04:42: Das ist Folge vier von vier heimlich und mächtig.

00:04:50: Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

00:04:54: Stokholm Februar zwei tausend achtzehn In der Veranstaltungshalle Zirkus einem alt-erwürdigen Holzbau auf der Stockholmer Museumsinsel Jürgen.

00:05:04: Es ist ein besonderer Anlass, der erste Kapitalmarkttag in der Siebzigjährige Geschichte von H&M.

00:05:13: Auf der Bühne stehen Aussichtsratsvorsitzender Stefan Persson und dessen Sohn und H&N CEO Karl Johann Persson.

00:05:21: Sie präsentieren Investoren, Analisten und Medienvertretern den Status quo sowie Wachstumsprognosen.

00:05:29: Mehr als dreihundert Aktionäre sitzen im Publikum, aber die meisten sind nicht gekommen um nur zuzuhören.

00:05:36: Sie wollen wissen wie es so weit kommen konnte.

00:05:40: eine von ihnen erhebt sich

00:05:43: Herr Persson.

00:05:44: seit über einem Jahr fällt die Aktie von H&M.

00:05:47: Es geht um fast fünfzig Prozent Wertverlust.

00:05:50: und das alles weil sie nichts machen.

00:05:53: Umsatz und Gewinn sinken und sie machen weiter wie bisher.

00:05:57: Wann übernehmen sie endlich die Verantwortung?

00:06:00: oder anders gefragt.

00:06:01: Warum treten sie nicht zurück?

00:06:05: Alle Blicke gehen nach vorne, doch statt Karl-Jo an Person ergreift dessen Vater Stefan Persson das Wort Wir hatten ein schwieriges Jahr – Das ist unbestritten!

00:06:16: Aber man muss die Dinge auch ins Verhältnis setzen.

00:06:20: H&M hat inzwischen viertausend Siebenhundert Shops weltweit und isst in über siebzig Märkten aktiv.

00:06:26: Mehr als einhundertseinundsiebzig Tausend Mitarbeitende sind für uns tätig.

00:06:30: Wir wachsen weiter und wir verdienen noch immer Geld.

00:06:34: Jemanden zum Rücktritt zu fordern, während wir Jahr für Jahr global wachsen ist nicht ernst zu nehmen.

00:06:41: Ich weiß als sein Vater klinge ich nicht objektiv aber auch als Hauptaktionär sage ich, wir haben den richtigen

00:06:48: Chef.".

00:06:50: Karl Johann Persson ergreift das Wort.

00:07:01: Bis Zwei Tausend Fünfzehn lief es fantastisch.

00:07:04: Was jetzt passiert, würde jedes Management herausfordern.

00:07:08: Ich bin davon überzeugt Wenn wir uns in zwei oder drei Jahren wiedersehen wird die Welt von H&M wieder deutlich besser aussehen.

00:07:15: Die Bedingungen in unserer Branche stimmen mich optimistisch.

00:07:19: Ach ja?

00:07:20: Was genau soll sich denn ändern?

00:07:23: Wir investieren inzwischen stark In unser Online-Geschäft.

00:07:27: Sechs-hundert Millionen schwedische Kronen allein im letzten Jahr, fortyfünf Prozent der Investitionen tendenziell steigend.

00:07:34: Wir modernisieren außerdem unsere Leben!

00:07:36: Wir bauen Marken weiter aus – COS, Monkey & Other Stories, Orchid.

00:07:42: Dazu neue Konzepte wie das H&M Outlet A-Found oder Nüden.

00:07:46: Wir stellen H&Ms breiter auf.

00:07:48: Wir werden digitaler und

00:07:49: flexibler.".

00:07:50: Und trotzdem kommen sie im Onlinehandel zu spät?

00:07:54: In vielen ihrer Märkte gibt es bis heute keinen Online-Shop.

00:07:58: Währenddessen haben Sarah, Amazon und Zalando wie sie nicht alle heißen längst vorgemacht, wie man Kunden online hält.

00:08:05: Sie haben über Jahre Filialen eröffnet statt das Online-Geschäft ernst zu nehmen.

00:08:10: Und jetzt haben wir den Schlamassel.

00:08:13: Von Schlamasse würde ich nicht sprechen.

00:08:16: Natürlich bin ich nicht über jede Entwicklung glücklich aber Ich werde dafür sorgen dass solche Fehler nicht erneut passieren.

00:08:22: Wissen Sie?

00:08:23: Wir Persons denken langfristig, auch in turbulenten Zeiten.

00:08:28: Der Kurs geht mal rauf und mal runter.

00:08:30: Als Familie schauen wir nicht jeden Tag auf den Börsenwert der Firma.

00:08:34: Unser Zeithorizont ist unendlich.

00:08:41: Es ist ein Satz, der hängen bleibt.

00:08:43: Während im Saal Empörung aufbrandet, bleibt eines unverändert Das Machtverhältnis.

00:08:50: Die Persons kontrollieren den Konzern.

00:08:52: Gemeinsam halten sie fast die Hälfte des Kapitals und rund drei Viertel der Stimmrechte.

00:08:58: Für ein Börsenunternehmen höchst ungewöhnlich.

00:09:01: Am Ende des Tages hat die Aktie weitere fünf Prozent verloren, das Vermögen der Familie Persson schrumpft um fünfhundert Millionen Euro.

00:09:10: Was an diesem Tag wie Transparenz wirkt ist vor allem eine Machtdemonstration.

00:09:16: Aktionäre dürfen fragen, entscheiden aber kaum etwas!

00:09:20: Als Karl-Johann Persson in den Jahren, mit dreiunddreißig Jahren CEO wurde, hat er nicht auf Wandel gesetzt sondern auf Kontinuität.

00:09:29: Lange scheint das zu funktionieren bis Zwei-Tausendfünfzehn sogar glänzend!

00:09:33: Doch genau diese Starheit führt H&M in die Krise.

00:09:37: Zwar ist das Unternehmen jahrelang gewachsen jedoch nicht besser geworden.

00:09:41: Hunderte neue Filialen pro Jahr bei sinkendem Umsatz pro Quadratmeter und immer häufigeren Rabattaktionen.

00:09:49: Das Ergebnis?

00:09:50: gefüllte Lager, liegenbleibende Ware.

00:09:53: Ein Szenario das gründer Ehrling-Person stets fürchtete.

00:09:57: Gleichzeitig bringen Konkurrenten wie Zara Trends in wenigen Tagen in die Leben.

00:10:03: H&M hält an einem günstigeren aber langsameren System fest – eine Entscheidung, die ihnen nun zum Verhängnis wird.

00:10:13: und dann ist da das Internet.

00:10:16: Zu lange sieht die Familie Persson den Onlinehandel nur als Ergänzung.

00:10:20: Der Einstieg in wichtige Märkte verzögert sich.

00:10:23: Von über siebzig Ländern, in denen H&M vertreten ist kann die Kundschaft in gerade einmal vierzig von ihnen online shoppen.

00:10:31: Zwei-tausendachzehn stammen nur rund vierzehn Prozent des Umsatzes aus dem digitalen Geschäft – in einer Branche, die längst davon geprägt ist.

00:10:39: Auf dem Kapitalmarkttag im Frühjahr zwei-tauendachtzin verkörpert Karl Johann Persson genau dieses Dilemma!

00:10:46: Er soll erneuern?

00:10:47: Bewahrt aber!

00:10:49: Er soll Verantwortung tragen, aber bleibt durch die Eigentümerstruktur geschützt.

00:10:54: Obwohl viele seinen Rücktritt fordern.

00:10:56: Ein Führungswechsel ist nicht in Sicht.

00:10:59: H&M steckt nicht nur an einer Absatzkrise sondern auch in einer Identitätskrise und es braucht Hilfe.

00:11:13: Frühjahr hat's für den gesamten Hof gemietet.

00:11:23: Dort kommt die Familie Persson zusammen Abgeschirmt von der Öffentlichkeit, begleitet von einem Team der Unternehmensberatung Boston Consulting Group.

00:11:32: Es ist ein Krisentreffen!

00:11:35: Karl Johann Persson eröffnet das Gespräch.

00:11:38: Wir machen es kurz – natürlich wissen wir bereits wo's bei uns hakt.

00:11:42: Wir haben die Digitalisierung verschlafen.

00:11:45: Die Frage ist was müssen wir jetzt konkret tun um das aufzuholen?

00:11:50: Sie haben das Problem schon erkannt.

00:11:52: Digital First sollte ihre neue Devise sein Online-Shops in allen Märkten, Datenanalysen und künstliche Intelligenz einsetzen.

00:12:02: Das Wissen über die Kundschaft nutzen Sie dann dafür, die weltweit fünftausend Läden mit individuelleren Sortimenten zu beliefern.

00:12:11: Dadurch werden sie verstehen wann kaufen ihre Kunden wie oft online oder im Laden?

00:12:17: was schicken sie zurück?

00:12:18: Und warum?

00:12:20: diese Daten existieren bereits aber sie nutzen sie nicht konsequent.

00:12:24: Ich kann mich meiner Kollege nur anschließen.

00:12:27: Darauf aufbauend brauchen sie automatisierte Nachfüllung der Ware, Sortimente die sich dynamisch anpassen.

00:12:34: Sie müssen weg von.

00:12:35: wir produzieren Masse hinzu.

00:12:37: wie reagieren in Echtzeit?

00:12:40: Ihr Geschäft operiert inzwischen zu schwer Zu langsam!

00:12:44: Sie haben über Jahre Fläche aufgebaut.

00:12:46: Heute sinkt die Produktivität.

00:12:48: Ihre Leben konkurrieren teilweise miteinander.

00:12:50: Sie brauchen weniger Fläche, kleinere Stores, bessere Verzahnung mit Online.

00:12:57: Der Vorstandsvorsitzende Stefan Persson runzelt die Stirn nickt aber!

00:13:02: Wenn sie sagen, die Läden konkurrieren miteinander... ...was bedeutet die neue Richtung für unser Portfolio?

00:13:08: Das ist in unseren Augen zu breit geworden.

00:13:11: Cost and other stories Monkey Weekday Arquette Die Millennialmarke Needon das Outlet A-Found.

00:13:21: Sie wollten jede Zielgruppe bedienen, aber am Ende haben sie ihre Kernmarke H&M damit verwässert.

00:13:28: Uns ist klar dass die vielfachen Einführungen eine Reaktion auf die Konkurrenz durch ZARA waren!

00:13:34: Sie wollten schneller, trendiger näher im Kunden sein... Aber die Taktik ist nicht aufgegangen.

00:13:40: Prüfen sie welche Marken sie wirklich noch brauchen.

00:13:44: Das heißt H&N wird wirklich wieder unsere Hauptmarke.

00:13:47: Also lieber weniger dafür nachhaltiger?

00:13:49: Absolut.

00:13:51: Auch Second Hand wächst stark, das sollten Sie im Blick behalten.

00:13:54: Das muss allerdings integraler Teil Ihres Geschäfts werden!

00:13:58: Mit der Übernahme von Selfies sind sie gut beraten – eine Plattform die für ihre Kundinnen und Kunden deren gebrauchte Kleidung verkauft.

00:14:06: Genial!

00:14:08: Und noch etwas... Sie denken Marketing veraltet?

00:14:12: Das Leben der Kunden findet heute komplett online statt….

00:14:15: Eine Marke entsteht heute digital …und Selbstdarstellung ist alles.

00:14:20: Das gilt auch für sie.

00:14:21: Sie müssen sich öffnen, ihr Unternehmen wirkt verschlossen und die Familie auch.

00:14:26: Viele sagen H und M steht verheimlich und mächtig.

00:14:31: Klingt vielleicht erstrebenswert ist aber in der Krise ein echtes Problem.

00:14:35: Die Öffentlichkeit versteht nicht mehr wo sie stehen.

00:14:38: Nutzen sie die Medien wieder mehr für sich.

00:14:41: Vielen Dank Wir denken darüber nach und treiben den Umbau voran.

00:14:55: Hunderte Millionen fließen ins Digitalgeschäft, Apps, Datenanalyse, KI-und personalisierte Angebote aber auch in Social Media & Influencer Marketing.

00:15:06: Die Marke soll schneller reagieren statt weiter Ware auf Verdacht zu produzieren.

00:15:11: Auch die Leben sind Teil des neuen Konzepts Moderner digitaler stärker verzahnt mit dem Onlinehandel.

00:15:19: Second Hand Plattformen wie Saupy sowie Recyclingprogramme sollen das Unternehmen nachhaltiger wirken lassen.

00:15:26: In einer Zeit, in der Fast-Fashion zunehmend als Klima und Wegwerfproblem gilt – selbst das Allerheiligste öffnet sich!

00:15:34: Der Wietarummet in Stockholm Das Designzentrum gewährt ausgewählten Medien Einblick in Design und Entwicklung.

00:15:42: Die Botschaft?

00:15:43: Seht her Wir verändern uns Und tatsächlich stabilisieren sich die Zahlen.

00:15:52: zunächst Zwei-Tausendneunzehn steigt der Gewinn erstmals seit zwei Jahren.

00:15:57: Die Aktie erholt sich, doch der Aufschwung bleibt fragil.

00:16:02: Während H&M an Technik, Konzepten und Image arbeitet, brechen alte Widersprüche wieder auf.

00:16:08: Die Kritik an den Lohnversprechen in den Produktionsländern hält an – konkrete Verbesserungen bleiben unklar!

00:16:15: Auch in Europa gerät H& M unter Druck.

00:16:18: Gewerkschaften kritisieren prekäre Arbeitsbedingungen, flexibler Abrufverträge Die Verhinderung von Betriebsräten.

00:16:25: Und dann kommt auch noch ein Datenschutzskandal in Deutschland hinzu.

00:16:29: Für viele zeigt sich ein Muster, die Fassade wird moderner – doch im Inneren knirscht es.

00:16:37: Zwei-tausendneunzehn wird zum Schicksalsjahr für Karl Johann Persson.

00:16:41: Er versucht den Konzern neu auszurichten.

00:16:44: Digitaler?

00:16:45: Nachhaltiger?

00:16:47: Zeitgemäßer?

00:16:48: Doch die Zweifel bleiben und dann wird die Reißleine gezogen!

00:16:56: Anfang Jahrzehnte zieht sich Karl-Johann Persson aus der operativen Führung zurück.

00:17:02: Gleichzeitig kündigt sein Vater Stefan Persson an, nach zwei Jahrzehnten den Vorsitz des Aufsichtsrats abzugeben.

00:17:09: Sein ausdrücklicher Wunsch?

00:17:11: Auch in dieser Position soll sein Sohn der Nachfolger werden.

00:17:15: Damit wechselt er an die Spitze des Gremiums und verlässt den CEO-Posten ohne als Gescheiter zu gelten!

00:17:24: Mit der engagierten Helena Helmason übernimmt Anfang-Zweitausendzwanzig erstmals eine Frau den Konzern.

00:17:31: Eine jahrelange H&M Insiderin, die für Nachhaltigkeit und Neuausrichtung steht.

00:17:36: Für viele ist sie das Zeichen – jetzt beginnt der Wandel!

00:17:41: Doch kaum ist sie im Amt kommt alles anders.

00:17:44: Eine weltweite Pandemie bringt das Geschäft zum Stillstand und macht aus dem Neuanfang direkt eine neue Krise.

00:18:06: März, in der H&M-Zentrale in Stockholm.

00:18:10: Ein Konferenzraum im obersten Stock.

00:18:13: An einem großen Tisch sitzt Helena Helmasonn, sie ist erst seit wenigen Wochen neue CEO.

00:18:22: Neben ihr sitzt der Finanzchef Adam Carlson sowie Mitarbeiter aus der Kommunikationsabteilung.

00:18:28: Handys liegen auf dem Tisch – immer wieder leuchtet eines auf.

00:18:32: bei einer minütlichen Update zur aktuellen Lage.

00:18:35: Die Stimmung ist angespannt, dann beginnt die neue Chefin.

00:18:57: Der Finanzchef Adam Carlson meldet sich zu Wort.

00:19:00: Wir haben unsere Situation durchgerechnet.

00:19:04: Wenn die Schließungen länger anhalten, reden wir über massive Ausgaben.

00:19:08: deshalb alles was nicht dringend notwendig ist wird gestoppt oder verschoben.

00:19:13: das heißt auch wir müssen an die Mietkosten ran.

00:19:17: Was meinst du konkret?

00:19:18: Wir

00:19:19: sind bereits auf die Vermieter der Geschäfte in Deutschland und Großbritannien zugegangen.

00:19:24: UK ist immerhin unserer Drittgrößter Markt.

00:19:26: dort mussten wir gerade dreihundert Läden dicht machen.

00:19:29: In Deutschland reden wir sogar von vierhundertsechzigvier Jahren.

00:19:34: In einem Schreiben haben wir die Vermietenden gebeten, uns die Mietzahlungen kurzfristig zu erlassen.

00:19:43: Ein gewagter aber wahrscheinlich sinnvoller Schritt!

00:19:47: Wer macht das noch?

00:19:48: Gibt es andere Unternehmen, die sich das trauen?

00:19:50: Ich weiß von Deichmann und von Adidas – Wir tun es ihnen gleich.

00:19:54: Die Pressemitteilung dazu haben wir vor einer Stunde rausgegeben.

00:19:59: Leider... ist das Feedback jedoch nicht so wie erwartet.

00:20:03: Der Finanzchef reicht Helena Hermason ein Tablet.

00:20:06: Gut, was steht hier?

00:20:09: H und M stoppt Mi-Zahlung.

00:20:12: Modekonzern entzieht sich Verantwortung.

00:20:15: Solidarität in der Krise – Fehlanzeige.

00:20:19: Eine weitere Mitarbeiterin betritt den Raum.

00:20:22: Oh gut!

00:20:23: Du hast die Schlagzeilen schon

00:20:24: gesehen?!

00:20:25: Unsere Ankündigung schlägt Wellen als hätten alle nur auf einen Fehler von uns gewartet.

00:20:30: Auch die Aktie reagiert.

00:20:32: Sie ist bereits um fünf Komma drei Prozent gefallen und auch die ersten Politiker haben sich geäußert.

00:20:38: Es war zu erwarten, dass die Nachricht keine Freude auslöst Aber wie war denn das bei den anderen?

00:20:44: Bei Adidas?

00:20:45: da gab es sicherlich auch keine Freudensprünge.

00:20:48: Da gab es ebenso Kritik aber bei uns ist sie deutlich härter.

00:20:52: Die Befürchtung ist, wenn die Vermieter unserer Bitte nachkommen, dies einen Präzedenzfall kreiert.

00:20:58: Andere Unternehmen könnten mit Mietstoppgesuchen nachziehen.

00:21:02: Aber wir können es uns nicht leisten, nichts zu tun!

00:21:05: Es ist eine betriebswirtschaftlich notwendige Entscheidung – zugunsten aller die bei H&M arbeiten.

00:21:13: Wir verfassen eine weitere Pressemitteilung Erklären unsere Entscheidungen klar und transparent.

00:21:19: Auch wir sind mitten in einer weltweiten Pandemie.

00:21:22: Vielleicht hat der ein oder andere doch ein wenig Nachsicht mit uns.

00:21:28: Der Führungswechsel zu Helena Hermason Anfangs- Twenty-Zwanzig soll vor einem Neuanfang stehen.

00:21:35: Seit sieben Jahren im Unternehmen unter anderem als Nachhaltigkeitschefin, Produktionsverantwortliche und mit Stationen in Bangladesh kennt Sie die Lieferketten aus nächster Nähe.

00:21:45: Ihre Vision?

00:21:47: Fast Fashion nicht abschaffen sondern transformieren!

00:21:51: Sie spricht von Kreislaufwirtschaft, Recycling, fairen Arbeitsbedingungen einerseits Und Wachstum steigender Profitabilität und wieder zweistelligen Margen andererseits.

00:22:03: Es ist der Versuch, zwei Gegensätze zu vereinen – Wachs-Tum und Verantwortung.

00:22:09: Treiber sollen der E-Commerce und neue Märkte wie Ecuador, Kosovo oder Nordmazedonien sein.

00:22:19: Doch nicht einmal drei Monate nach Amtsantritt von Helena Hammerson trifft die Corona-Pandemie den Mode-Riesen mit voller Wucht!

00:22:27: Über drei Tausend Vierhundert, der mehr als fünftausend Filialen müssen temporär schließen.

00:22:32: Lieferkettenstocken, Fabrikenstehenstill – Einnahmen brechen weg während Mieten, Gehälter und Logistik weiter bezahlt werden müssen!

00:22:41: Die Zahlen zeigen die Dimensionen.

00:22:43: Zwei Tausendszwanzig singt der Umsatz um achtzehn Prozent auf rund achtzehnt Komma Dreimilliarden Euro.

00:22:51: Gleichzeitig kündigt H&M an sein Filialnetz massiv auszudünnen.

00:22:56: Hunderte Stores sollen langfristig schließen.

00:23:02: Plötzlich geht es nicht mehr um Strategie, sondern ums nackte Überleben – und das steht oft im Widerspruch zu den eigenen Ansprüchen!

00:23:11: Wie so oft offenbart die Krise was darunter liegt?

00:23:14: Hohe Fixkosten Ein dichtes Filialnetz ein auf ständige Bewegung angewiesenes Geschäftsmodell.

00:23:21: Die Pandemie zeigt wie verletzlich selbst ein globaler Konzern ist.

00:23:26: Für Helena Helmason beginnt die Amtszeit nicht als Aufbruch, sondern als dauerhafter Stresstest.

00:23:32: Und dann steht ausgerechnet das Nachhaltigkeitsprogramm enorm in der Kritik.

00:23:44: Juni-Zweitausendundzwanzig am H&M Headquarter im Zentrum von Stockholm.

00:23:50: Unten ist der Flagship Store mit dem unverkennbaren rotem Logo über den Eingang.

00:23:56: In den oberen Etagen befinden sich die Konzernräume.

00:23:59: Chefin Helena Halmason kommt an.

00:24:02: Aber anstatt direkt ins Büro zu gehen, entscheidet sie sich durch den Laden zu laufen.

00:24:07: Sie bemerkt zwei junge Frauen die am Eingang des Geschäfts stehen.

00:24:11: Ich brauche echt noch was Leichtes für den Sommer.

00:24:14: Lass kurz hier gucken!

00:24:15: Die haben doch immer ganz gute Basics Echt jetzt?

00:24:18: Du willst hier rein?

00:24:19: Hast du das mit H und M nicht mitbekommen?

00:24:21: Nee... Was

00:24:23: denn?!

00:24:24: Dieser ganze Nachhaltigkeitskram, den die seit Jahren erzählen?

00:24:28: Das scheint so nicht zustimmen.

00:24:29: Ich habe gestern ein Bericht gelesen.

00:24:32: Da ging es darum, dass diese ganzen Recyclingversprechen gar nicht eingehalten werden können!

00:24:38: Aber die sammeln doch Kleidung ein und so oder?

00:24:40: Dafür kriegt man auch Rabatt?

00:24:42: Ja genau dieses Altkleiderprogramm.

00:24:45: Du bringst deine Sachen zurück, bekommst fünfzehn Prozent Rabatt und denkst ok das wird jetzt recycelt aber anscheinend wird ein großer Teil davon gar nicht wirklich wieder verwertet.

00:24:55: Ein Teil wird vielleicht weiterverkauft Aber vieles landet wohl einfach auf Müll halten oder wird verbrannt.

00:25:02: Krass!

00:25:03: Komm, lass lieber woanders gucken.

00:25:06: Da hinten ist

00:25:06: Zara.".

00:25:09: In Gedankenversunken bleibt Helena Hemerson stehen und blickt den beiden Frauen nach.

00:25:14: Da kommt ein junger Mitarbeiter mit einem Stapel Papieren in der Hand auf sie zu.

00:25:22: Er stellt ziemlich detailliert dar, dass ein großer Teil unserer Nachhaltigkeitskommunikation nicht mit der tatsächlichen Wirkung übereinstimmt.

00:25:36: Sie

00:25:38: haben sich vor allem unsere Produktkenzeichnungen und Marketing-Aussagen angesehen – also wie wir Dinge als nachhaltiger, bewusster oder umweltfreundlicher darstellen!

00:25:47: Und kommen zu dem Schluss, das ein Großteil dieser Claims entweder nicht ausreichend belegt ist oder missverständlich formuliert?

00:25:54: Die ganze Conscious Collection steht jetzt unter Generalverdacht.

00:25:58: Sie glauben uns nicht, dass wir Materialien recyceln?

00:26:01: Ist das deren Ernst?

00:26:03: Unsere Kommunikation suggeriert, dass Wir Kleidung in großem Maßstab In einen geschlossenen Kreislauf zurückführen können!

00:26:09: Die Realität ist... Das funktioniert technisch nur sehr eingeschränkt.

00:26:14: Echtes Phaser zu Phaser Recycling ist auf industriellem Niveau noch nichts skalierbar.

00:26:18: Du weißt es Ich weiß es... Die Öffentlichkeit nicht.

00:26:26: Ein neuer Bericht trifft H&M und CEO Helena Hamerson im Kern ihres eigenen Narratives.

00:26:32: Es geht um massive Greenwashing-Vorwürfe!

00:26:36: Im Branchenvergleich schneidet der Konzern besonders schlecht ab, ausgerechnet bei einem Unternehmen das sich jahrelang als Vorreiter positioniert hat.

00:26:44: Immer wieder tauchen Berichte auf, wonach zurückgegebene Kleidung nicht in Kreislauf bleibt sondern auf Deponien landet oder verbrannt wird – ein Vorwurf, Auch die recycelten Stoffe sollen längst nicht so nachhaltig sein, wie behauptet.

00:27:00: Die Folge?

00:27:02: In den USA prüfen Kanzleien Klagen wegen irreführender Nachhaltigkeitsversprechen und formen eine Sammelklage.

00:27:12: Für H&M ist das mehr als schlechte Presse.

00:27:15: Es ist ein Angriff auf die eigene Strategie Denn kaum ein Unternehmen hat Nachhaltigkeit so stark zur Identität gemacht!

00:27:23: Die Markenbotschaft wurde von Mode zu niedrigen Preisen hin zu Mode und Qualität zum besten Preis angepasst plus Nachhaltigkeitsanspruch.

00:27:33: H&M hat zwar in Recycling neue Materialien und Innovationen investiert, doch vieles bleibt im Versuchsstadium.

00:27:41: Intern ist klar – für echte Transformation fehlen oft die technologischen Lösungen.

00:27:47: Textilrecycling stößt an Grenzen.

00:27:50: Kreislaufwirtschaft bleibt oft Vision.

00:27:53: Gleichzeitig bleibt die Logik des Geschäfts bestehen Überproduktion, künstliche Nachfrage, kurze Nutzungsdauer.

00:28:00: Weltweit entstehen rund hundert Milliarden Kleidungsstücke pro Jahr – etwa drei Milliarden davon bei H&M.

00:28:07: Zehn bis vierzig Prozent werden nie verkauft, bei hohem Ressourcenverbrauch und rund zehn Prozent der globalen CO-Zweiemissionen durch die Branche.

00:28:17: Helena Hammerson steht bei H & M für den Wandel und erlebt gleichzeitig wie dieses Versprechen öffentlich zerbricht!

00:28:24: Die Nachhaltigkeitsblase beginnt zu platzen.

00:28:27: Während sie versucht, Anspruch Realität und wirtschaftlichen Druck zu vereinen, wird klar – es bleibt nicht bei dieser Krise!

00:28:36: Und diesmal liegt sie in Russland Anfang Juli-Zweitausendzweiundzwanzig am Stockholmer Alanda Airport.

00:28:50: Helena Hammerson steht am Rand des Gatebereichs das Handy in der Hand den Blick abwechselnd auf die Anzahl getafeln und vorbeiziehende Reisende gerichtet Hm.

00:29:26: Sechstausende Mitarbeitenden in Hundertsiebzig verjahren.

00:29:30: Abschreibungen, Lagerbestände, Logistik... Alles würde auf einmal wegfallen!

00:29:35: Wir reden hier über einen Gesamtschaden von Hundert neunzig Millionen Euro.

00:29:39: Es ist ein gigantisches Verlustgeschäft Aber wir sollten es

00:29:43: tun.

00:29:44: Das werden wir im dritten Quartal heftig zu spüren bekommen.

00:29:48: Und das nachdem wir gerade erst anfangen uns von Corona zu erholen.

00:29:53: Wie sieht die Lage bei Zara bzw.

00:29:55: Inditex aus?

00:29:56: Merkwürdigerweise stabiler.

00:29:59: Sarah und Co haben bessere Margen, flexiblere Strukturen.

00:30:03: Sie kommen schneller aus solchen Situationen raus – wir halt nicht!

00:30:07: Helena... das ist nicht alles.

00:30:09: Was noch?

00:30:11: Die Berichte zu den Arbeitsbedingungen kommen wieder hoch in Deutschland vor allem.

00:30:16: Medien schreiben darüber dass wir Druck auf Mitarbeitende ausüben nur Flexverträge also kurzfristige Arbeit auf Abruf rausgeben die maximale Verfügbarkeit verlangen.

00:30:27: Es gibt Vorwürfe, dass Betriebsräte aktiv verhindert werden.

00:30:30: Und die Presse hat Wind von unserem Sparprogramm bekommen und das wir achthundert Stellen abbauen müssen.

00:30:37: Darunter sind leider auch Mütter, Mitarbeiterinnen in Elternzeit- und Langzeiterkrankte.

00:30:44: Das kommt nicht gut an.

00:30:46: Jetzt mischt sich die Politik ein!

00:30:48: Haben wir bereits dementiert?

00:30:50: Wer genau mischt sie

00:30:51: ein?!

00:30:52: Die SPD mit der Fraktionsvorsitzenden Katja Mast.

00:30:55: Der Vorwurf Nach außen tun wir familienfreundlich, intern sind wir das Gegenteil.

00:31:01: Sollen wir sie kontaktieren?

00:31:03: Nein!

00:31:04: Es ist kein schöner Schritt – das ist mir klar.

00:31:07: Aber wir tun was wir tun müssen um das Unternehmen profitabel zu halten.

00:31:11: Adam ich muss los….

00:31:13: Das Boarding beginnt.

00:31:17: Schon wieder muss Helena Hammers an Entscheidungen treffen die nicht zudem passen wofür sie angetreten ist.

00:31:29: Rückzug aus Russland, Inflation, geopolitische Spannungen.

00:31:34: Dazu gibt es Probleme in China – einem der wichtigsten Märkte nach dem H&M wegen Kritik an den Arbeitsbedingungen vor Ort Baumwolle aus Xinjiang ablehnt.

00:31:44: Rund ein Zehntel des Umsatzes hängt an China mit etwa fünfhundert Filialen.

00:31:50: Nach außen setzt H&Ms zwar weiter auf Narrative von Wandel und Nachhaltigkeit doch intern läuft parallel bereits einen harter Umbau.

00:31:59: Milliarden sollen eingespart werden.

00:32:02: Ende zwei tausendzweiundzwanzig fallen eintausendfünfhundert Stellen weg.

00:32:06: Das Unternehmen kündigt an, dass die Gewinne schlechter ausfallen werden als erwartet.

00:32:13: Auch in den Filialen spannt sich die Lage weiterhin an.

00:32:16: Flexible Verträge Unterbesetzung steigender Druck Eine Entwicklung, die an der Politik nicht vorbeigeht.

00:32:24: Seit Jahren steht der Umgang mit Mitarbeitenden des Unternehmens in der Kritik.

00:32:28: Berichte über Mobbing Druck auf Betriebsräte und eine Kultur der Angst häufen sich, besonders in Deutschland.

00:32:35: Gewerkschaften werfen H&M vor Mitbestimmung zu behindern und Risiken auf die Beschäftigten abzuwälzen.

00:32:42: Die bei H& M öffentlich propagierten Werte Teamgeist-, Offenheit-, Menschlichkeit wirken zunehmend wie eine Fassade Der H&m-Spirit.

00:32:52: ein eins von Stefan Persson kreierte Erfolgsfaktor kippt ins Gegenteil.

00:32:58: Kritik wird sanktioniert Leistung permanent überwacht.

00:33:01: Kurz gesagt, die Krisen prasseln auf Helena Hammerson nicht mehr nacheinander sondern gleichzeitig ein und sie sind zu viel für eine Person.

00:33:16: Nach vier Jahren als CEO tritt Helena Hammersson im Januar in den letzten Jahren überraschend zurück und verlässt den Konzern vollständig.

00:33:25: Sie spricht von Erschöpfung – von der Dauerbelastung einer Rolle, die zwischen Anspruch und Realität zerrieben wird.

00:33:32: Der Markt reagiert nervös.

00:33:34: Die Aktie verliert mit um die zehn Prozent deutlich.

00:33:37: Ihr Nachfolger steht jedoch bereits fest, einer der als Stabilitätsanker gilt – als jemand, der H&M zurück auf Wachstumskurs führen kann.

00:33:47: Doch während nach Außenruhe einkehren soll werden im Hintergrund die Machtverhältnisse neu austariert.

00:34:08: Ende Jahrzehnte in Stockholm.

00:34:11: Ein neu gestalteter H&N-Store im Zentrum der Stadt.

00:34:15: Der Raum wirkt offen.

00:34:16: Viel Luft zwischen den Ständern, breitere Gänge, weniger Ware auf einen Blick.

00:34:22: Neu CEO Daniel Erwehr schlendert langsam durch den Laden.

00:34:26: Neben ihm die Leiterin der kreativen Entwicklung bei H&M.

00:34:30: Bewundernd blickt sie sich um.

00:34:33: Vor ein paar Jahren hätte hier noch doppelt so viel Ware gehangen – mehr Farbe und Reize.

00:34:38: Alles sollte gleichzeitig sichtbar sein!

00:34:40: Jetzt ist es viel übersichtlicher.

00:34:43: Ja, die Kundschaft soll reinkommen und sofort verstehen was wir ihr zeigen wollen.

00:34:48: Es geht hier schließlich um sie!

00:34:50: Die Zeiten in denen Quantität allein zählt sind vorbei.

00:34:52: Die Leute vergleichen heute alles Preis Qualität Stil Haltung Und Sie schätzen Innovation.

00:35:01: Hier guckt dir diese Funktion an.

00:35:03: In einer Umkleide-Kabine tippt Daniel Erwehr mit dem Finger auf den Spiegel.

00:35:08: Das sind digitale Spiegel, die erkennen was du anprobierst.

00:35:11: Ein Fingertipp genügt und eine andere Größe wird angefordert.

00:35:15: ein Algorithmus schlägt passende Teile vor während im Hintergrund Datenströme zusammenlaufen.

00:35:21: Was wir nicht vorrätig haben kann der Kundschaft direkt nach Hause geschickt werden.

00:35:24: das Geschäft soll nicht nur schöner aussehen es soll intelligenter werden präzise und profitabel.

00:35:30: Die Geräte in den Kabinen funktionieren erstaunlich intuitiv.

00:35:34: Damit dass funktioniert arbeiten inzwischen rund zweihundert Leute an KI und Datentools, sprachgesteuerte Anwendungen, Personalisierung, Bestandssteuerung, Nachfrageprognosen.

00:35:45: Wir müssen schneller verstehen was funktioniert und schneller reagieren wenn etwas nicht funktioniert!

00:35:51: Wenn wir bestimmte Teile in sechs bis zehn Wochen von der Idee bis in den Store bringen statt in mehreren Monaten sind wir beweglicher.

00:36:00: Trotzdem sollten wir unsere Nachhaltigkeitsansprüche nicht aus dem Blick verlieren.

00:36:05: Die Modeindustrie muss die Grenzen des Planeten akzeptieren.

00:36:08: Daran führt kein Weg vorbei!

00:36:09: Die Frage ist nur, wie bauen wir daraus ein Geschäft das funktioniert?

00:36:13: Es ist eine große Herausforderung... Wenn wir nicht gleichzeitig begehrlich, erschwingenlich und glaubwürdig sind, verlieren wir.

00:36:21: Ich will das Geschäft wieder attraktiv machen.

00:36:24: Deshalb auch das Revival von H&M auf den Fashion Weeks nach zweierzehnten Pause klingt für mich noch einer Message.

00:36:31: Wir möchten wieder einen Platz am globalen Modetisch haben.

00:36:35: Ganz genau!

00:36:36: Wir müssen wieder zeigen, dass H&M nicht nur reagiert sondern gestalten kann.

00:36:42: Wofür haben wir schließlich fast fünfhundert Kreativkräfte bei H&m?

00:36:46: Sie alle kümmern sich um Kleidung Stoffe Muster und das unter ganz neuen Bedingungen.

00:36:52: Absolut die Welt hat sich verändert.

00:36:55: Wer braucht schon große Plakate und Fernsehwerbung?

00:36:58: Unsere Marketing-Kampagnen mit Charlie XCX, Tyler FKA Twix erreichen Millionen von Menschen.

00:37:05: Genau!

00:37:06: Und wir nutzen die Macht von Mikroinfluenzern – das schafft Vertrauen.

00:37:10: Die Leute sollen H&M nicht nur kennen sie müssen es wieder fühlen.

00:37:18: Mit Daniel Erwer rückt Ende Jahrzehnte an Neut ein langjähriger Mitarbeiter an die Spitze des Unternehmens.

00:37:25: Er ist seit achtzehn Jahren bei H&m und hat sich vom Praktikanten zum Topmanager hochgearbeitet.

00:37:32: Er steht für Kontinuität- und Bruch zugleich, er kennt Mechanismen und Schwächen – spricht aber anders als seine Vorgängerin!

00:37:40: H&M soll schneller präziser und wirtschaftlicher werden.

00:37:44: Die Stores werden erneut umgebaut Premiumlinien Secondhand und digitale Tools rücken in den Fokus.

00:37:51: Gleichzeitig setzt H&m auf Datenanalyse KI & Nier Showering Die Verlagerung der Produktion in geografischen Nähe zum Absatzmarkt.

00:38:01: Kollektionen sollen so in sechs bis zehn Wochen marktreif sein, doch strukturell bleibt die Abhängigkeit von globalen Lieferketten hoch – stärker als etwa bei Inditex und deren Tochterunternehmen Zara!

00:38:13: Der Druck ist dementsprechend weiterhin enorm.

00:38:23: Neue Plattformen wie Schilen- und Temu verschärfen den Konkurrenzkampf.

00:38:27: Deshalb investiert der Konzern gezielt in Aufmerksamkeit durch Kampagnen, Social-Media, Influencer.

00:38:35: Als im Herbst, nach zwei Jahren Pause endlich wieder eine neue Limited Collection mit dem belgischen Designer Glenn Martens erscheint, sprechen Medien von einem Hype!

00:38:45: Es ist die insgesamt zwanzigste Designerkollaboration und damit ein Jubiläum.

00:38:51: Plötzlich hat H&M wieder Gesprächswert – und doch liegt überall den Auf und Abs der letzten Jahre eine gewisse Ruhe….

00:38:59: nicht weil die Krisen kleiner geworden wären, sondern weil die Machtverhältnisse unangetastet bleiben.

00:39:06: Die Familie Person hält weiterhin die Kontrolle und mehr.

00:39:11: Hinter verschlossenen Türen werden bereits Pläne geschmiedet – die sollten sie Realität werden – den Markt aufschrecken und die Öffentlichkeit in Staunen versetzen könnten.

00:39:27: Juni-Zw.

00:39:29: in Südengland Auf dem Ramsbury Estate.

00:39:33: Hier trifft sich die Familie Person auf ihrem herrschaftlichen Anwesen.

00:39:37: In einem Holzgetäfelten Raum sitzen sich Stefan Person und Sohn Karl Johann Person gegenüber, und trinken einen Kaffee.

00:39:45: Zwei Männer, die H&M besser kennen als alle anderen.

00:39:49: Der Jüngere beginnt zu erzählen.

00:39:52: Vor meiner Ankunft in England hatte ich heute Morgen ein Interview.

00:39:55: Wie erwartet ging es wieder fast nur um eine Frage?

00:39:59: Die Listing!

00:40:00: Ob wir planen das Unternehmen von der Börse zu nehmen.

00:40:03: Sie lassen einfach nicht locker damit.

00:40:05: Und, was hast du ihnen gesagt?

00:40:07: Dass wir einfach weiter Aktien kaufen weil wir an das Unternehmen glauben, langfristig denken, Verantwortung übernehmen... Was sagst Du ihnen denn wenn sie dich

00:40:16: fragen?!

00:40:18: Ich erinnere sie daran warum wir überhaupt an die Börse gegangen sind!

00:40:21: Mein Vater hat als nineteenhundertsiebzig vor allem aus steuerlichen Gründen gemacht und um den Nachfolge zu regeln Nicht weil wir das Kapital unbedingt gebraucht hätten.

00:40:30: Wir hatten auch ohne die Böse wachsen können Aber heute ist es ebenso und wir leben damit.

00:40:36: Der Vorteil ist, dass wir immer von außen beurteilt werden... ...und unser Bestes geben müssen um die Erwartungen zu erfüllen.

00:40:44: In den letzten Jahren haben wir die Erwartung nicht erfüllt.

00:40:47: Die Zahlen waren schwächer als viele gehofft haben.

00:40:50: Die Anleger sind ungeduldig geworden.

00:40:52: Das ist nicht neu!

00:40:54: Der Markt denkt kurzfristig Hat da ja schon mal getan.

00:40:58: Da sollte uns nicht aus der Ruhe bringen.

00:41:01: Wir haben die Kontrolle Und das ist am Ende entscheidend.

00:41:05: Solange wir die behalten, bestimmen wir den

00:41:07: Kurs.".

00:41:08: Ja?

00:41:09: Am Ende ist und bleibt H&M ein Unternehmen der Familie Persson.

00:41:13: Ganz richtig mein Sohn!

00:41:16: Und nun lass uns zur Jagd gehen – ich höre die Fasane schon

00:41:19: rufen!".

00:41:25: Seit Jahrzehnte baut die Familie Persson ihren Einfluss systematisch aus….

00:41:30: …und kauft über ihre Holding Rampsbury Invest kontinuierlich Aktien an H&N zurück Insgesamt im Wert von rund sechs Milliarden Euro.

00:41:39: Ende twenty-fünfundzwanzig kontrolliert die Familie etwa einundsiebzig Prozent des Kapitals und sechsunachtzig Prozent der Stimmrechte.

00:41:47: Die Macht liegt damit nicht mehr bei Markt, sondern bei wenigen Personen innerhalb einer Familie.

00:41:53: Unter Investoren wächst demnach die Sorge vor einem Dealisting – einem Rückzug von der Börse.

00:41:59: Für Beobachter ist das längst ein realistisches Szenario Denn es führt zu weniger Druck und mehr Kontrolle, mehr Handlungsspielraum für die Familie.

00:42:12: H&M ist Ende twenty-fünfundzwanzig rund zweihundertzwanzich Milliarden Kronen umgerechnet einen zwanzig Milliarden Euro wert!

00:42:20: Für eine vollständige Übernahme müssten die Persons weitere Milliarden investieren – doch es ist ein Ziel das Analysten in wenigen Jahren verarreichbar halten.

00:42:30: Verschwiegenheit gehört dabei zum System.

00:42:33: Seit Jahrzehnten entzieht sich die Familie weitgehend der Öffentlichkeit.

00:42:37: Seit der Ära von Stefan Persson verschiebt sich der Fokus, weg von Re-Investitionen hin zu hohen Ausschüttungen und dem Aufbau eines privaten Imperiums.

00:42:48: Einst brachte der Börsengang Wachstum und Sichtbarkeit – ein Dealisting könnte das Gegenteil bedeuten!

00:42:54: Rückzug Abschirmung Machtkonzentration.

00:42:59: Am Ende laufen die Fäden seit fast achtzig Jahren immer wieder bei der Familie zusammen.

00:43:04: Und wenn etwas geschieht, wird es nicht angekündigt sondern umgesetzt.

00:43:12: Was nineteenhundertsehnundvierzig als Idee eines jungen Schweden begann ist heute zum globalen Riesen erwachsen in rund achtzig Märkten mit gut viertausend einhundertviel Jahre weltweit.

00:43:25: H&M ist tief verankert in den Kleiderschränken der Welt Milliardenverkauf der Kleidungsstücke Kollektionen im Wochentakt, Designerkooperationen.

00:43:35: H&M hat Mode demokratisiert und das Konsumverhalten vieler Generationen geprägt.

00:43:41: Mode zu niedrigen Preisen wurde Mode- und Qualität später um das Stichwort nachhaltig ergänzt.

00:43:49: Die Slogans zeigen vor allem den Versuch sich neu zu erfinden.

00:43:53: H & M bleibt ein System in Bewegung, geprägt von Widersprüchen, Krisen und dem Spagat zwischen Größe und Verantwortung.

00:44:01: Ein Unternehmen, das Mode für die Masse zugänglich gemacht hat und selbst Teil der Probleme der Branche wurde.

00:44:11: Die Geschichte ist auch die der Familie Persson.

00:44:15: Erling-Person der Gründer Stefan Persson der Strategie Karl Johann der Reforma.

00:44:22: Drei Generationen ein Unternehmen größer als jeder einzelne allein Und eine Familie, die im Hintergrund bleibt.

00:44:31: Eine echte Dynastie isst H&M noch nicht.

00:44:34: Dafür fehlt die vierte Generation an der Spitze.

00:44:38: Die Kinder von Karl Johann sind inzwischen jedoch zweiundzwanzig, siebzehn und zwölf Jahre alt.

00:44:44: Ob der Staffelstab weitergereicht wird ist offen.

00:44:47: Sicher ist nur... ...die nächste Generation existiert bereits!

00:44:52: Und die Geschichte….

00:44:53: …ist noch nicht zu Ende.

00:45:00: Das war die vierten letzte Folge von Imperium – The H&M Story von Studio J. Ein Hinweis zu den Dialogen, wie du gehört hast.

00:45:09: Wir wissen natürlich nicht genau was besprochen wurde.

00:45:12: Alle Dialoge basieren nach bestem Wissen auf unseren Recherchen.

00:45:16: Ich bin Marc-Ben Poch

00:45:17: und ich bin Aline Staskowiak.

00:45:20: Zora Alba hat die Folge geschrieben Für Studio J, Producerin Philippa Halder.

00:45:26: Executive Producer Janis Gebhardt.

00:45:28: Das Sounddesign hat Lukas Leibiger gemacht Gemischt von Fabian Klinkel.

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