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Die Mercedes-Benz Story | Chrysler zu Crysis | 4

Shownotes

Folge 4/4: 1998, Auburn Hills: In siebzehn Minuten besiegelt Jürgen Schrempp einen 36-Milliarden-Dollar-Deal mit Chrysler – offiziell ein „Merger of Equals“, tatsächlich eine Übernahme. Als Schrempp das später selbst öffentlich zugibt, ist der Schaden immens: Klagen, Werksschließungen, Milliardenverluste. Dieter Zetsche saniert, was zu retten ist. Am Ende bleibt die Frage, die diese Staffel von Anfang an begleitet: Was ist ein Stern wert, wenn man vergisst, wofür er stehen soll?

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Transkript anzeigen

00:00:01: Jörg.

00:00:32: Vorkill Corian.

00:00:33: auf dem Schreibtisch liegt eine Ausgabe der Financial Times.

00:00:36: Am Telefon?

00:00:38: Sein Anwalt.

00:00:40: Kirk, die Überschrift des Artikels ist The Shramp Gambit als wären unsere Verhandlungen eine Schachpartie gewesen.

00:00:47: und das sein Gambit seiner Eröffnung.

00:00:49: Pass auf!

00:00:50: Der Journalist hat Jürgen Shrimp gefragt ob das?

00:01:01: Hör dir seine Antwort an, ich lese sie dir vor.

00:01:04: Ich rede als Schachspieler normalerweise nicht über meinen zweiten oder dritten Zug.

00:01:09: Immer diese Schachverweise von Schremp?

00:01:12: Wie geht es weiter?

00:01:13: Aber gut!

00:01:14: Die Struktur die wir mit Chrysler heute haben war immer die Struktur, die ich wollte.

00:01:20: Wir mussten nur einen Umweg gehen aus psychologischen Gründen.

00:01:24: Was soll das heißen?

00:01:26: Das sagt er im Anschluss.

00:01:28: hier Hätte ich von Anfang an gesagt, Chrysler wird eine Division?

00:01:33: Hätte man mir dort gesagt auf dieser Basis machen wir keinen Deal.

00:01:38: Aber genau das wollte ich immer!

00:01:42: Ich habe diesem Deal nur zugestimmt weil man mir gesagt hat beide Seiten würden diese Firma gemeinsam führen um einer der größten Automobilkonzerne der Welt zu werden.

00:01:52: Ein Zitat zusammen Schluss untergleichen keine Übernahme.

00:01:57: Das nennen die also eine Fusion und dergleichen, dass ich nicht lache.

00:02:01: Ich wollte diese Firma nineteenhundertfünfundneinzig ehrlich kaufen!

00:02:05: Jetzt sagst du mir... ...das ein Deutscher genau das geschafft hat?

00:02:09: Nur

00:02:09: heimlich?!

00:02:11: Und er hat es nicht dementiert.

00:02:13: Kein Widerruf, keine richtig Stellung.

00:02:14: Er steht dazu.

00:02:16: Damit soll er nicht ungeschogen davon kommen.

00:02:19: Woran denkst Du?

00:02:21: Bereite eine Klage vor – ich will Schadensersatz.

00:02:27: Kirk Hercorian ist das was man sich unter einem echten amerikanischen Businessman vorstellt.

00:02:33: Sein Leben lang hat er sich in fremde Unternehmen eingekauft, deren Strukturen verändert und seine Anteile teuer weiterverkauft.

00:02:40: Nach diesem Prinzip konnte er als Mega-Investor bereits ganze Branchen wie die Luftfahrt, Las Vegas oder Hollywood prägen und so Milliarden verdienen.

00:02:50: Auch die Automobilbranche hatte ins Visier genommen – jedoch ohne Erfolg!

00:02:55: Für einen Mann, der sein Leben lang andere geschäftlich in die Knie gezwungen hat ist das was Jürgen Schrempf im Interview sagt.

00:03:02: Eine besonders harte Niederlage!

00:03:05: Denn bereits nineteenhundertneunzig hatte er mit dem früheren Chrysler-Chef Lia Coca versucht den ganzen Konzern für über zwanzig Milliarden Dollar zu kaufen.

00:03:15: Chryslers eigener Vorstand lehnte ab.

00:03:18: Ninzehnhundertnünzig kommt es dann plötzlich zur Fusion vom deutschen Autobauer Daimler Bent mit dem US-amerikanischen Chrysler als ein vermeintlicher Zusammenschluss auf Augenhöhe.

00:03:31: Eine unbedachte Aussage von Daimlerchef Jürgen Schremp in einem einzigen Interview bringt ihn und den Konzern vor Gericht.

00:03:38: Es geht um fast acht Milliarden Dollar, zwar wird die Klage zwei Tausend Fünf vollständig abgewiesen aber der Schaden für Daimlers Bands ist enorm.

00:03:48: Was als eine auf dem Papier gute Idee beginnt wird zur größten Krise der langen Konzerngeschichte.

00:04:09: Ich bin Marc Ben-Puch und das ist Imperium, die Mercedes-Benz Story von Studio J. In der letzten Folge hat die A-Klasse ihre Elchtestkrise überstanden.

00:04:34: Jürgen Hobart rettet mit einer Pressekonferenz und einem nachgerüsteten Stabilitätsprogramm nicht nur ein Auto sondern das Sicherheitsversprechen der ganzen Marke Daimler-Bens.

00:04:45: Doch während in Sindelfingen noch nachgebessert wird Verhandelt-Vorstandschef Jürgen Schremp längst über einen viel größeren Plan.

00:04:53: Er will in Zukunft nicht mehr nur einen deutschen Mischkonzern aus Autos, Waschmaschinen und Flugzeugteilen führen sondern träumt davon den größten Autokonzern der Welt zu schaffen.

00:05:06: Doch aus dem großen Versprechen eines Zusammenschlusses untergleichen wird schnell eine andere Realität.

00:05:18: Und ein wütender Großaktionär zieht vor Gericht.

00:05:22: Als die amerikanische Fusion scheitert, besinnt man sich bei Daimler in einer sich rasant verändernden Automobilbranche auf einen alten Namen den man nie vergessen hat – Mercedes-Benz.

00:05:35: Das ist die vierte und letzte Folge von Chrysler zu Crisis.

00:05:47: Auburn Hills, Michigan, XII.

00:05:49: Januar.

00:05:52: Im Chrysler Hauptquartier oberste Etage.

00:05:55: Winterlicht fällt durch die Fensterfront auf ein Eckbüro mit Ledercouch im Schachbrettmuster.

00:06:01: Jürgen Schremp, dreiundfünfzig steht bereits in der Tür den Mantel noch an.

00:06:05: Wochenlang hat er zuvor Detroit abtelefoniert.

00:06:08: Analysten, Berater, frühere Chryslar-Manager?

00:06:11: Keinem von ihnen hat er verraten was er wirklich vorhat.

00:06:15: Drinnen hinter seinem Schreibtisch erhebt sich Chrysla Chef Robert genannt Bob Eaton.

00:06:21: Bob, es ist mir eine Freude.

00:06:24: Jürgen, setz dich doch!

00:06:26: Danke ich halte mich lieber kurz.

00:06:28: wir sind beide vier beschäftigte Männer.

00:06:31: Wir haben Chrysler analysiert und wir haben unser Unternehmen analysiert.

00:06:34: wenn wir uns zusammentun passt das perfekt zusammen tun.

00:06:39: was heißt das genau?

00:06:40: Ein Übernahme ein Zusammenschluss untergleichen zwei gleichberechtigte Partner ein gemeinsamer Vorstand.

00:06:49: Auf dem Papier ist Daimler-Benz natürlich trotzdem das größere Unternehmen, auch mit der älteren Tradition.

00:06:56: Das stimmt auf dem Papir ja!

00:06:59: Ich sehe Chrysler jedoch als Partner.

00:07:01: deshalb bin ich gekommen damit wir uns gegenüber sitzen und nicht unsere Anwälte euren.

00:07:09: Dafür bin ich dir auch dankbar.

00:07:11: Der Vorschlag überrascht mich nicht Jürgen.

00:07:14: Wir führen ja Selbstmarktbeobachtungen durch.

00:07:17: Daimlers hat was uns fehlt Technologie, eine traditionsreiche Marke, Premium-Kompetent und natürlich den europäischen Markt.

00:07:28: Ganz genau!

00:07:29: Und was hat Chrysler das uns fehlt?

00:07:32: Volumen.

00:07:33: Den Zugang zum US-Markt.

00:07:35: bei Minivans SUV's und Pickups sind wir konkurrenzlos.

00:07:39: Frag eure Analysten.

00:07:41: Das weiß ich... Also ... Was hältst du von der Idee?

00:07:46: Dass es Sinn ergibt?

00:07:47: ja Wir werden das dennoch in Ruhe durchdenken müssen.

00:07:52: Und dann melde ich

00:07:52: mich.".

00:07:54: Mehr sagt Ithen nicht, er begleitet Schrempf noch zur Tür.

00:08:02: Vier Monate lang verhandeln beide Seiten unter strengster Geheimhaltung bis das Wall Street Journal am Morgen des sechsten Mai, die Gerüchte öffentlich macht.

00:08:13: Innerhalb von Stunden springt die Chrysler Aktie um achtzehn Prozent und die Daimler Aktien um sechs.

00:08:20: Kirk Hickoryan, mit knapp vierzehn Prozent größter Einzelaktionär von Chrysler gewinnt an einem Tag rechnerisch sechshundertsechzig Millionen Dollar.

00:08:30: Heute wären es etwa eins Komma Eins Milliarden Euro!

00:08:34: Durch den Zusammenschluss von Daimler-Benz und Chryslar entsteht ein neuer Großkonzern mit einem Marktwert von über zweiundneunzig Milliarden Dollar.

00:08:44: Über Nacht wird die neue Firma so der fünftgrößte Automobilhersteller.

00:08:48: Die Wirtschaftspresse überschlägt sich und die New York Times titelt, wenn groß nicht mehr groß genug ist.

00:09:00: Für die Vorstände geht die Rechnung zunächst auf.

00:09:03: Daimler bringt Technologie das Premium-Segment und Europa als Markt mit.

00:09:08: Chrysler produziert Volumen hat schnelle Entscheidungswege und beliefert rund sechzehn Prozent des US Marktes.

00:09:15: Doch wer am Ende tatsächlich das Sagen hat, deutet sich schon im ersten Jahr an.

00:09:21: Thomas Darkham Neunzehn Jahre bei Chrysler und von Eton persönlich als Chryslar-Präsident eingesetzt, gilt intern als Bremser.

00:09:30: Er will die beiden Belegschaften langsam zusammenführen – schremmt?

00:09:34: Will es schnell!

00:09:35: Im September, gut ein Jahr nach der Fusion muss Stahlkamp seinen Posten räumen.

00:09:42: Öffentlich spricht er nur von Meinungsverschiedenheiten.

00:09:45: Sein Nachfolger hält nicht einmal anderthalb Jahre durch.

00:09:49: Unter ihm rutscht Chrysla tief in den roten Zahlen.

00:09:52: Der Aktienkurs fällt von hundert acht auf rund fortyzeig Dollar.

00:09:57: Es folgt ein weiterer Wechsel in der Chefetage, Schremm setzt auf einen Ingenieur aus der eigenen Nutzfahrzeug-Sparte Dieter Zetsche.

00:10:11: Damit sitzt zum ersten Mal seit der Fusion kein Amerikaner mehr an der Spitze von Chrysler.

00:10:17: Schon im Januar zwei Tausend Eins kündigt Zetsch ein Sanierungsprogramm an.

00:10:22: Sechsundzwanzigtausend Stellen fallen weg, sechs Werke stehen still.

00:10:27: Zwei Jahre nach dem Deal gibt Jürgen Schremp in besagtem Interview zu, eine Übernahme und keinen Zusammenschluss geplant zu haben.

00:10:36: Kirk Hickoryen zieht daraufhin vor Gericht.

00:10:39: Ein Gericht in Delaware entscheidet die Klage.

00:10:41: zwei Tausend Fünf zugunsten von Daimler Chrysler – doch der Ruf des Konzerns hat da bereits gelitten!

00:10:48: Als Schreimpende-Zweitausendfünf selbst abtritt, rückt er von ihm eingesetzte Dieter Zetsche an die Konzertenspitze.

00:10:56: Doch auch unter ihm kommt Daimler Chrysler nicht wirklich zur Ruhe.

00:11:00: Langsam ist die Frage, die man sich in Deutschland stellt – Nicht mehr!

00:11:03: Wie lässt sich Chryslar reparieren?

00:11:06: Sondern sollte man das Unternehmen nach diesem Desaster überhaupt noch

00:11:09: halten?!

00:11:17: Stuttgart, dritte August.

00:11:19: zwei tausend sieben Vorstandsetage der Daimlers Chrysla AG Ein Konferenzraum mit Blick auf die Werkshallen von Untertürkheim.

00:11:28: Aktenordner stapeln sich auf dem Tisch.

00:11:31: Der Finanzinvestor Cerberus Capital Management übernimmt heute achtzig, ein Prozent von Chrysler.

00:11:38: Daimler-Crysler zahlt selbst rund fünf Komma zwei Milliarden Euro als Kapitaleinlage damit sich der Deal für den Käufer überhaupt rechnet.

00:11:46: Dieter Zetsche seit anderthalb Jahren Vorstandsvorsitzender setzt seine Unterschrift unter die letzten Papiere ihm gegenüber einer seiner engsten Mitarbeiter sein Finanzvorstand.

00:11:59: Wer hätte gedacht, dass es so weit kommen würde?

00:12:01: Wir bezahlen dafür das wir Chrysler wieder loswerden.

00:12:05: Vor neun Jahren erst haben wir mit Aktien im Wert von thirty-six Milliarden Dollar bezahlt um das Unternehmen überhaupt zu bekommen.

00:12:12: und was bleibt uns von knapp zehn jahren fusionen außer der rechnung eine lektion.

00:12:19: Erinnern Sie sich was Daimler mal war.

00:12:21: Hier wurde das automobil überhaupt erst entwickelt und danach auf der rennstrecke immer wieder das unmögliche möglich gemacht.

00:12:28: Dann musste alles immer größer werden.

00:12:31: Und was sind wir jetzt?

00:12:33: Ab heute wieder eine Sache und die richtig, ein Premium-Automobilhersteller.

00:12:40: Im Herbst stimmen die Aktionäre darüber ab den alten Namen zurückzuholen Kein Bindestrich Chrysler mehr!

00:12:47: Was wird sich dann außerdem Namen ändern?

00:12:50: Was wird der neue Fokus?

00:12:52: Technik, die man sieht und spürt Effizienz, die die Kunden sofort im Verbrauch merken.

00:12:59: Nicht nur im Prospekt!

00:13:01: Ein Stern für den sie wieder bereit sind mehr zu bezahlen als für jeden anderen weil Sie wissen wie gut er ist.

00:13:09: Die Augen des Finanzvorstands leuchten bei diesen Worten Doch er weiß auch Netto verliert Daimler an diesem Tag rund eine halbe Milliarde Euro.

00:13:19: Dazu kommen noch Vorfälligkeitsgebühren Für alte Chrysler-Kredite in dreistelliger Millionenhöhe.

00:13:25: Der Aktienmarkt reagiert trotzdem erleichtert, die Unsicherheit ist vorbei.

00:13:31: Neun Jahre nach dem Handschlag in Auburn Hills strahlt der Stern wieder allein.

00:13:40: Als Daimler im Oktober-Kreisler los ist, heißt der Konzern nicht wieder Daimlar Bens sondern schlicht Daimla AG.

00:13:49: Bens fehlt im Namen der Muttergesellschaft.

00:13:52: Vorstandschef Dieter Zetsche korrigiert das dort wo es zählt – in der eigenen Sparte.

00:13:58: Aus der Mercedes-Kar Group wird zum ersten November, im Jahr of.

00:14:01: hier offiziell Mercedes-Benz Cars.

00:14:05: Der Name werde dadurch nicht kleiner – verspricht Setsche öffentlich – sondern deutlich sichtbarer!

00:14:12: Während Daimler mit Kreislagerungen hat, verschiebt sich der Weltmarkt leise aber grundlegend.

00:14:18: Im Jahr zweitausend überholt Lexus Daimlers erstmals als meistverkaufte Luxusmarke der USA.

00:14:25: Toyota, der Mutterkonzern hinter Lexus braucht dafür kein einziges spektakuläres Modell, nur beharliche Zuverlässigkeit und niedrigere Preise.

00:14:41: Die Antwort aus Stuttgart kommt für den neuen CLS-Klasse.

00:14:46: Der Name positioniert den Wagen zwischen zwei etablierten Baureihen – der Mittelklasse und der Sonderklasse dem Flaggschiff.

00:14:54: Sie soll klug statt teuer sein, denn Technisch steckt in ihr fast die komplette E-Kasse.

00:15:00: Gleicher Radstand Gleiche Motoren, gleiches Getriebe.

00:15:04: Neu ist vor allem die Karosserie – eine Limousine mit der Dachlinie eines Coupés.

00:15:10: Dazu ein strafferes Fahrwerk und direktere Lenkung.

00:15:14: Es ist die Rückbesinnung auf eine bewährte Strategie.

00:15:17: Die teure Entwicklungsarbeit für die technische Basis wird bereits über ein teureres Modell finanziert.

00:15:23: Deshalb kostet die CLS-Klasse Mercedes vergleichsweise wenig in der Entwicklung.

00:15:29: So kann sie im Preisgefüge zwischen Mittel- und Sonderklasse verkauft werden.

00:15:33: Man erfindet damit nicht nur ein neues Produktsegment, die viertürige Kopelimusine, sondern passt auch die bewährte Strategie an eine zeitgemäße wirtschaftlichere Formel an – hohe Margen auf Basis eines Autos das ohnehin schon existiert!

00:15:49: Die Rechnung geht auf Rund hundertsiebzig Tausend CLS werden zwischen zwei tausend vier und zweitausend zehn weltweit verkauft Und fast jeder deutsche Wettbewerber zieht in den Folgejahren mit einer eigenen, viertürigen Coupé-Variante nach.

00:16:10: Was in diesen Jahren niemand bei Daimler kommen sieht, sitzt zu diesem Zeitpunkt bereits im eigenen Depot.

00:16:17: Schon im Mai, zwei Tausendneuen kauft sich der Konzern mit neun Komma einem Prozent bei einem kalifornischen Startup namens Tesla ein das gerade erst seinen ersten ElektroRoads da gebaut hat.

00:16:30: Bis Oktober, zwei Tausend vierzehn verkauft Daimler seine kompletten Anteile wieder.

00:16:35: Die technische Partnerschaft bei Elektroantrieben soll aber bestehen bleiben.

00:16:40: Mit dem Modell S baut Tesla jedoch plötzlich das erste Elektroauto, dass Kunden nicht nur aus Umweltbewusstsein kaufen sondern weil sie es wirklich wollen.

00:16:50: Im September, zwei tausend fünfzehn kommt für die gesamte deutsche Autoindustrie der nächste Schock.

00:16:56: Volkswagen muss zugeben jahrelang Abgaswerte bei Dieselmotoren manipuliert zu haben.

00:17:02: Über Nacht steht das Prinzip des Verbrennungsmotors selbst in Frage und auch, wer als Erster eine zukunftsweisende Antwort liefern kann?

00:17:13: Ein Jahr später im September, ist die Dazetsche auf der Bühne des Pariser Autosalons und präsentiert einer Antwort.

00:17:36: Paris.

00:17:40: Der große Pariser Autosalon.

00:17:44: Dieter Zetsche, dreiundsechzig seit mittlerweile zehn Jahren Vorstandsvorsitzender der Daimler AG tritt vor hunderten Journalistinnen und Journalisten.

00:17:53: Hinter ihm steht ein Auto das heute zum ersten Mal vorgestellt wird.

00:17:58: Verborgen unter einem weißen Tuch.

00:18:01: Er greift zum Mikrofon!

00:18:03: Meine Damen und Herren unsere Branche erlebt gerade vier Umbrüche gleichzeitig vernetzt autonom, geteilt, elektrisch.

00:18:16: Jeder einzelne davon hätte revolutionäres Potenzial.

00:18:20: Die eigentliche Revolution aber liegt in der intelligenten Vernetzung aller vier.

00:18:26: Wir nennen unsere Strategie Case Connected Autonomous Shared and Services Electric.

00:18:36: Und heute zeigen wir Ihnen wo das hinführt.

00:18:41: Hinter ihm wird das Auto enthüllt Ein SUV-Konzept Car.

00:18:46: Glatt, futuristisch mit durchgehendem Leuchtband statt kühler Grill.

00:18:51: Das ist die Generation EQ.

00:18:54: EQ steht für Electric Intelligence.

00:18:58: Bis zu im Jahr zwei Tausendfünfundzwanzig bringen wir mehr als zehn rein elektrische Fahrzeuge auf den Markt.

00:19:05: bis zu einem Viertel unserer weltweiten Verkäufe sollen dann elektrisch sein.

00:19:12: Eine Journalistin im Publikum meldet sich zu Wort.

00:19:15: Herr Zetsche, Tesla verkauft das Model S seit vier Jahren.

00:19:19: Kommt das hier nicht etwas spät?

00:19:22: Ich verstehe den Gedanken aber wer zuerst kommt hat nicht automatisch das beste Auto gebaut.

00:19:29: Wir werden unser Fahrzeug ab zwei tausend neunzehn aus unserem Werk in Bremen auf die Straßen bringen.

00:19:35: Der Antrieb hat eine Reichweite von fünfhundert Kilometern und wir meinen es ernst mit der Elektromobilität.

00:19:43: Bis im Jahr zwei Tausendfünfundzwanzig wollen wir bei elektrischen Premium-Fahrzeugen die Nummer eins der Welt sein, auch bei den Gewinnmaschen?

00:19:54: Bei allem!

00:19:56: Es ist das erste Mal dass ein Mercedes Vorstandsvorsitzender öffentlich eine Zahl und ein Datum nennt an denen sich die elektrische Zukunft der Marke messen lassen muss.

00:20:10: Im September Zwei Tausendsachzehn kündigt Setscher an, dass er in darauf folgenden Frühjahr abtreten wird Nach dreizehn Jahren an der Konzernspitze, denen schon fünf Jahre als Chrysler-Sanierer vorausgegangen waren.

00:20:23: Er übergibt einen Konzernen, der Mercedes-Benz nach Jahren im Schatten von BMW und Audi wieder zur weltweit führenden Premiummarke gemacht hat.

00:20:33: Doch der Abschied fällt in eine schwierige Zeit.

00:20:36: Im selben Jahr warnt Daimler die Anleger gleich zweimal vor sinkenden Gewinnen.

00:20:41: Die Aktie fällt auf ihrem niedrigsten Stand seit zehntausend dreizehn.

00:20:45: Ein Analyst nennt den Konzern öffentlich einen fallenden Stern.

00:20:49: Parallel durchsuchen Stuttgarter Staatsanwälte mehrfach Firmengebäude.

00:20:54: Es geht um mutmaßlich manipulierte Abgaswerte bei Dieselfahrzeugen, nicht nur bei Volkswagen sondern jetzt auch beim Mercedes.

00:21:03: Am Ende muss der Konzernen siebenhundertfünfundsech- tausend Fahrzeuge europaweit zurückrufen.

00:21:13: Im Mai zwei Tausend neunzehn übernimmt Ola Kelenius ein Schwede als erster Nicht-Deutscher in der Geschichte des Konzerns die Spitze.

00:21:22: Er kommt in den letzten Jahren als Trainee zu Daimler-Benz, es folgen zwei Jahre bei McLaren, die Leitung des US-Geschäfts von Mercedes Benz und ab dem Jahr im Jahr war er der Chefposten bei der Sportwagen-Tochter AMG.

00:21:35: Ab dem Jahr hat er im Vorstand die Konzernenforschung und die Entwicklung aller Mercedes-PKW's verantwortet.

00:21:43: Nur wenige Tage nach seinem Amtsantritt verkündet Calenius die Ambition, dass es in den letzten Jahren im Jahr durchführt wird.

00:21:49: Die gesamte neue Pkw-Flotte von Mercedes Benz soll bis zum Jahr für das Jahr im Jahr sich klimaneutral sein – von der Lieferkette über die Produktion bis zur Nutzung durch die Kunden.

00:22:02: Ein Versprechen mit einer sehr konkreten Zahl und einem sehr weit entfernten Datum gegeben in einem Moment, indem ein Handelskonflikt zwischen den USA und China die profitablen SUV-Exporte nach China einbrechen lässt.

00:22:21: Gleichzeitig ermittelt die EU-Kommission gegen mehrere deutsche Autobauer wegen möglicher Kartell absprachen.

00:22:28: Kein Mercedes-Chef zuvor hat je ein größeres Versprechen abgegeben, zwanzig Jahre Zeit um die komplette flotte Klimaneutral zu machen.

00:22:37: Die eigenen Anleger sind zu diesem Zeitpunkt vor allem eines – unzufrieden!

00:22:42: Ob er sie mit einer Zukunftsvision überzeugen kann, die erst im zwei Jahrzehnten eintreten soll, bleibt offen.

00:22:50: Genauso offen ist ob ihm dafür überhaupt so viel Zeit bleibt.

00:22:54: Denn die Konkurrenz aus China und den USA wächst so schnell wie nie zuvor.

00:23:03: Erste November two-tausend neunzehn in Stuttgart Möhringen ein Besprechungsraum in der Konzernzentrale auf der Sternhöhe.

00:23:12: Vor Ola Kelenius, fünfzig Jahre alt liegt ein einzelnes unterschriebenes Blatt.

00:23:17: Ihm gegenüber die Arme vor der Brust verschränkt sitzt ein Betriebsratsvorsitzender.

00:23:23: Kelenus schiebt das Blatt über den Tisch.

00:23:27: Ab heute gibt es die Daimler AG nicht mehr so wie sie sie kennen drei eigenständige Aktiengesellschaften unter einem gemeinsamen Dach Mercedes-Benz AG für Autos und Vans Daimler Truck AG für Lastwagen und Busse, Daimlar Mobility AG fürs Finanzgeschäft.

00:23:43: Herr Kelinius das überrascht mich nicht!

00:23:45: Das planen sie schon seit Jahrzehnte unter Zetsche.

00:23:48: Sie führen nur zu Ende was ein anderer angefangen hat Und ich stehe genauso dahinter wie er.

00:23:54: Die Lkw-Sparte braucht andere Antworten als die PKW.

00:23:57: Sparte Brennstoffzellen zum Beispiel Bei uns spielen sie kaum eine Rolle.

00:24:02: bei Trucks und Bussen sind sie die Zukunft.

00:24:05: Solange beide an derselben Konzernlogik hängen, bremsen sie sich gegenseitig aus.

00:24:11: Über Hunderttausend Menschen arbeiten allein für die Lkw-Sparte.

00:24:15: Was passiert mit denen?

00:24:16: Wenn diese eigenständige Aktiengesellschaft irgendwann nicht mehr zum Konzernen gehören soll?

00:24:21: Heute steht das nicht zur Debatte heute nicht.

00:24:25: Aber Sie sagen selbst dass jede der drei Gesellschaften künftig eigenständig am Kapitalmarkt bestehen können soll.

00:24:32: Das ist die Definition einer Vorbereitung.

00:24:35: Es ist die Vorbereitung dafür, dass jeder Bereich in seinem eigenen Tempo wachsen kann.

00:24:41: Sehen Sie sich die Mobilitätssparte an!

00:24:45: Aber diese Sparte finanziert oder liest heute schon jedes zweite Fahrzeug, das wir weltweit verkaufen?

00:24:52: Die kann nicht länger im Schatten von Autos und Lastwagen mitlaufen als wäre sie ein Nebenprodukt.

00:24:57: Dann will ich zwei Dinge für die Belegschaft festgehalten wissen... Erstens Kein Ergebnisabführungsvertrag.

00:25:06: Was die Truck AG erwirtschaftet, bleibt in der Truck AG wird nicht durchgereicht.

00:25:13: Das ist vereinbart!

00:25:15: Zweitens mit Bestimmung bleibt in allen drei Gesellschaften erhalten.

00:25:20: Nicht nur auf dem Papier der Holding.

00:25:23: auch das ist vereinbar.

00:25:24: ich verstehe die Sorge aber die Alternative ist dass wir als einziger Langsamer Konzern zusehen, wie andere an uns vorbeiziehen.

00:25:33: Nicht die Aufspaltung ist das Risiko – dass stillstehen isst

00:25:36: es.".

00:25:38: Kelenius sagt an diesem Tag nicht, was er zwei Jahre später ankündigen wird.

00:25:43: Dass die Lkw-Sparte den Konzernen komplett verlässt.

00:25:46: Aber der erste Schritt dazu... ...ist mit dieser Unterschrift bereits getan.

00:25:56: Im Juli-Zweitausend-Einundzwanzig geht Kelenios einen Schritt weiter als Zetsche S-Zwei-Tausendsechzehn getan hat!

00:26:03: Bis Ende des Jahrzehnts, verspricht er, will Mercedes-Benz überall dort wo es der Markt erlaubt ausschließlich Elektroautos verkaufen.

00:26:12: Doch zuerst muss der Konzern zu Ende bringen was zwei Jahre zuvor beschlossen wurde.

00:26:17: Wer Autos elektrifizieren und gleichzeitig Lastwagen auf Wasserstoff umstellen will braucht dafür auch getrenntes Kapital.

00:26:25: Am zehnten Dezember zwahltausendundzwanzig klingelt deshalb die Startglocke an der Frankfurter Börse Nicht für Mercedes-Benz, sondern für Daimler Truck.

00:26:35: Nach hundred und zwanzig Jahren als Konzernsparte jetzt ein eigenständiges Börsennotiertes Unternehmen.

00:26:43: Knapp zwei Monate später am ersten Februar zweitausendzwanzig zieht der Rest nach.

00:26:50: Aus der Daimlar AG wird die Mercedes Benz Group AG.

00:26:53: Kilinius nennt es Die Rückbesinnung auf den Kern des Unternehmens – die begehrenswertesten Automobile der Welt zu bauen!

00:27:01: Vierundzwanzig Jahre nach dem Schremd den Namen Daimler zu einem der größten Automobilkonzerne der Welt machen wollte, verschwindet er komplett aus der Pkw-Sparte.

00:27:11: Nur bei den Lastwagen – Daimlers Trucks bleibt er erhalten!

00:27:20: Dass Kelenius den Kern des Unternehmens ausgerechnet in den begehrenswertesten Automobilen der Welt sieht hat auch mit seiner eigenen Geschichte zu tun.

00:27:29: Die Faszination für das Automobil Und der Motorsport sind die Wurzeln seiner eigenen Karriere.

00:27:36: Ab Zwei-Tausendfünf leitet MRC das eigene Formel Eins-Motorschmiede in Bricksworth.

00:27:41: Das große Rententeam dahinter gehört es später, ab zwei-tausendneun zum Konzern.

00:27:46: Es wird mitten in der Aufräumphase nach der Trennung von Chrysler gekauft – für rund hundertzehn Millionen Pfund!

00:27:53: Es folgt die erfolgreichste Phase der Firmengeschichte auf der Strecke.

00:27:57: Acht Konstrukteurstitel in Folge und ein Fahrer als Symbolfigur für diese Überlegenheit.

00:28:04: Doch drei Wochen bevor Kilinius in Stuttgart die nächste unangenehme Bilanz vorlegen muss, bricht genau dieser Erfolgssträhne abrupt ab!

00:28:27: Brekley – England.

00:28:29: Erster Februar, im Jahr ist es im Jahr-Zwischen.

00:28:32: Hauptsitz des Mercedes Formel I Teams.

00:28:35: Toto Wolf hat sich mit seinem besten Fahrer Louis Hamilton in einem leeren Besprechungsraum eingeschlossen.

00:28:45: In wenigen Minuten geht eine Pressemitteilung raus, die die gesamte Motorsportwelt aufschrecken wird.

00:28:51: In zehn Minuten geht das raus – dann gibt's kein Zurück mehr!

00:28:55: Ich weiß!

00:28:57: Elf Jahre Louis Wir haben sechs Weltmeistertitel unter diesem Dach Acht Konstrukteurstitel infolge von zwei Tausend vierzehn bis zweitausend zwanzig.

00:29:06: davor hat es nur McLaren schafft ein einziges Mal Aber seit Abu Dhabi-Zweitausendundzwanzig keinen einzigen Sieg mehr, das ist über zwei Jahre her.

00:29:17: Das Auto wird wieder!

00:29:19: Vielleicht?

00:29:21: Aber ich habe nicht noch zwei Jahre um auf vielleicht zu warten.

00:29:25: Ferrari hat mich angefragt ob ich noch einmal neu anfangen will bevor ich aufhöre.

00:29:28: Ich habe ja gesagt Weißt du was in zehn Minuten in jeder Schlagzeile stehen wird?

00:29:33: Was der beste Fahrer den dieses Team je hatte es genau in dem Moment verlässt indem es am Boden liegt.

00:29:40: Dann steht er auch, dass ich elf Jahre hier war und kein einziges davon bereue.

00:29:45: Wolf öffnet sein Notebook!

00:29:47: Der Cursor blinkt über der Schaltfläche senden... ...der drückt sie.

00:29:55: Auf der Straße läuft zu diesem Zeitpunkt ein anderes Rennen das Mercedes-Benz eigentlich gewinnen wollte.

00:30:01: Nachdem Kelenius im Juli-Zweißundundzwanzig versprochen hat bis Zwei-Tausenddreißig überall dort wo es der Markt erlaubt nur noch Elektroautos zu verkaufen rollen die ersten Modelle der neuen Elektrobaureihe EQ in Serie vom Band.

00:30:17: Zwei-tausendzeihundzwanzig verdoppelt sich sogar der Absatz batterieelektrischer Fahrzeuge gegenüber dem Vorjahr!

00:30:24: Zwei tausenddreihund zwanzig legt er erneut um dreiundseipzig Prozent zu auf zweihundertzweinzwanzichtausend sechshundert verkaufte Elektroautos weltweit.

00:30:34: Auf dem Papier sieht das nach genau der Kurve aus, Gemessen an der Gesamtzahl aller verkauften Mercedes-Modelle, machen diese twohundertzwanzigtausend sechsunat Autos jedoch nur etwa zwölf Prozent aus.

00:30:53: Weit entfernt von der Prognose die zweitausendundzwanzige als Zwischenziel im Raum stand.

00:30:59: und während Mercedes-Benz zwar wächst, wächst ein anderer schneller.

00:31:05: BYD – Der chinesische Hersteller mit dem Mercedes seit zwei tausendzehn über das Gemeinschaftsunternehmen Denza verbunden ist Verkauft im letzten Quartal, es war Jahrzehnte, erstmals mehr reine Elektroautos als Tesla.

00:31:20: Gut fünfhundert sechsundzwanzigtausend gegen knapp vierhundertfünfundachtzigtausende Fahrzeuge.

00:31:26: Über das ganze Jahr gerechnet bleibt Tesla bei den reinen Elektro-Autos zwar noch knapp vorn – doch zählt man die Pluck in Hybridem mit ist BYD schon zwei tausenddreifundzwansicht der weltweit größte Hersteller von Elektrofahrzeugen!

00:31:45: Ein Zufallzieger ist das Unternehmen nicht.

00:31:48: Gegründet in nineteenhundertfünfundneinzig als reiner Batteriehersteller in Shenzhen, steigt BYD erst zwei tausendzwei überhaupt ins Automobilgeschäft ein!

00:31:59: Die Batterie macht bis zu vierzig Prozent der Kosten eines Elektroautos aus und BYD baut sie anders als die meisten etablierten Autobauer komplett selbst zusammen mit Elektromotoren & Chips.

00:32:13: Der Angriff kommt damit ausgerechnet aus China, dem Markt in dem Erzähl ist weltweit am meisten Autos verkauft.

00:32:21: Auch in Brüssel ist das Thema längst angekommen.

00:32:24: Bereits im Oktober für die EU-Kommission eröffnet eine Anti-Subventionsuntersuchung gegen chinesische Elektroautohersteller.

00:32:33: Der Verdacht?

00:32:34: Peking halte die Preise mit staatlichen Subventionen künstlich niedrig – ein Ergebnis wird erst in einem Jahr erwartet!

00:32:42: Mit diesen Zahlen im Gepäck, einer positiven Wachstumskurve, einem Wettbewerber der schneller wächst und einer Brüsseler Untersuchung im Rücken tritt Ola Kelenius drei Wochen nach Hamiltons Abschied vor die Presse in Stuttgart.

00:33:04: Und in diesem Sinne vielen Dank für ihre Aufmerksamkeit!

00:33:16: steht vor Analysten und Presseleuten.

00:33:19: Neben ihm ein Shard mit einer einzigen fallenden Linie.

00:33:22: Jetzt ist noch etwas Zeit für Ihre Fragen!

00:33:25: In der zweiten Reihe blättert eine Journalistin durch ihre Notizen von der Pressekonferenz.

00:33:32: Herr Kelenius, dann fange ich an die eben nicht im Vordergrund standen.

00:33:36: Batterie-Elektrische Fahrzeuge – zwölf Prozent ihres Absatzes in den Jahren.

00:33:42: Ihr eigenes Ziel lag bei über zwanzig Prozent.

00:33:47: Wir passen das Tempo an, was der Markt und unsere Kunden tatsächlich wollen.

00:33:53: Dann reden wir über China – seit Jahren ihr größter Einzelmarkt weltweit!

00:33:58: Dort ist Ihr Absatz gerade um sieben Prozent auf sechshundertdreiundachtzigtausend sechshundert Wagen gefallen, während chinesische Marken wie BUID mit günstigeren Elektroautos genau in das Premiumsegment drängen, dass früher fast ausschließlich ihn Mercedes gehört hat?

00:34:16: Ist das noch Ihr Markt?

00:34:18: Bis bis zum Jahr.

00:34:19: Wir werden mit Batterie und Plug-in Hybridfahrzeugen zusammen auf bis zu fünfzig Prozent kommen.

00:34:26: Verbrennungsmotoren werden wir in einer neuen, ab dem Jahr von den Staaten noch bis weit in die Dreißiger Jahre hineinbauen.

00:34:35: Ein anderer Journalist meldet sich mit einer Frage zur Wort.

00:34:39: Das ist deutlich weniger als voll elektrisch!

00:34:42: War die Ansage von zwei tausendundzwanzig ein Fehler?

00:34:46: Es war das richtige Ziel, für den damaligen Erkenntnis stammt.

00:34:49: Die Transformation dauert länger als wir alle im Jahr- und Jahrzehnte gehofft haben.

00:34:56: Ein Unternehmen, das nicht auf seine Kunden hört sondern nur auf dem eigenen Zeitplan verliert am Ende beides.

00:35:04: Wird das Wort voll elektrisch in ihrer heutigen Mitteilung überhaupt noch vorkommen?

00:35:09: Es wird die Zahlen geben, die wir tatsächlich erreichen können.

00:35:13: Daran werden sie uns messen!

00:35:15: Und das ist auch richtig so.

00:35:18: Im Wortlaut der offiziellen Mitteilung, die Minuten später verschickt wird taucht das Wort voll elektrisch tatsächlich kein einziges Mal mehr auf.

00:35:32: Noch im selben Jahr fällt eine Entscheidung, die zeigt dass Tempo der Transformation bestimmt Stuttgart längst nicht mehr allein.

00:35:41: Mercedes-Benz zieht sich vollständig aus Denzer zurück dem chinesischen Elektroauto-Gemeinschaftsunternehmen, das Daimnatz' Jahrzehnte gemeinsam mit BYD gegründet hatte um die eigene elektrische Zukunft auf dem wichtigsten Automarkt der Welt aktiv mitzugestalten.

00:35:59: Schon im Dezember des Jahrzehrzehntes war der Anteil von fünfzig auf zehn Prozent geschrumpft – ein stiller Rückzug aus einem Projekt, das nie die erhofften Stückzahlen brachte!

00:36:11: Im September, auch die letzten zehn Prozent an BYD gehen.

00:36:16: Vierzehn Jahre nach dem Stuttgart und Shenzhen gemeinsam angetreten sind, bleibt von der gemeinsamen Zukunft am Ende nur ein Name in einer alten Pressemitteilung.

00:36:27: Oben dreien schrumpft in Deutschland der Absatzbatterie elektrischer Autos.

00:36:32: Ende des Jahrhunderts streicht die Bundesregierung die Kaufprämie für E-Autos überraschend vorzeitig.

00:36:40: Zwei Kontinente Zwei gegenläufige Kräfte, ein und dasselbe ernüchterne Ergebnis.

00:36:46: Wie diese Geschichte für Mercedes-Benz weitergeht ist offen – und das liegt längst nicht mehr allein an Stuttgart!

00:36:53: Ende Oktober, zwanzig, verhängt die EU endgültiger Ausgleichszölle auf batterieelektrische Autos aus China.

00:37:02: Ausgerechnet Deutschland stimmt dagegen.

00:37:04: Aus Sorge, die eigene Industrie könnte die Antwort aus Peking zu spüren bekommen.

00:37:13: Ein Jahr später bricht der Gewinn von Mercedes-Benz um rund die Hälfte ein, belastet von genau diesen Zöllen.

00:37:21: Von Währungseffekten und vor allem von China selbst.

00:37:25: Dort brechen die Verkäufe um knapp ein Fünftel ein in dem einen Markt den noch immer für fast ein Drittel aller verkauften Mercedes Fahrzeuge steht.

00:37:35: Kelenius antwortet mit einem Sparprogramm das bis zu im Jahr ist, dass bis zum Jahr ist.

00:37:41: Kein neues Versprechen!

00:37:43: sondern eher ein vorläufiger Rückzug.

00:37:46: Auch jenseits der Konzernebene kommt es zu deutlichen Verwerfungen.

00:37:50: Die großen deutschen Zulieferer bauen im selben Zeitraum zehntausende Stellen ab, Bosch bis zu fünfzehntausend weltweit, Kontinental über zehn tausend.

00:38:01: Ein komplexes Netzwerk das ein Jahrzehnt in die Elektromobilität investiert hat steckt fest zwischen einer Verbrennernachfrage die Schrumpft und einer E-Auto-Nachfrage, die langsamer wächst als erhofft.

00:38:14: Was bleibt ist eine doppelte Abhängigkeit von ein und demselben Land das zugleich größter Markt... ...und größer Rivalen isst!

00:38:28: Über hundertvierzig Jahre nach Karl Benz' ersten Patentmotorwagen und Bertha Benz fährt hat der dreizackige Stern schon einiges überlebt – zwei Weltkriege….

00:38:38: …die Hyperinflation vor neunzehnhundertzwanzig, die Rennkatastrophe von Le Mans Dazu einen Umweg über Waschmaschinen und Kampfjets.

00:38:48: Und eine Fusion mit einem amerikanischen Autobauer, die neun Jahre später wieder auseinanderbricht.

00:38:54: Zwei Namen – die nineteenhundertsechsundzwanzig aus einer wirtschaftlichen Krise notgedrungen zusammengeschweißt wurden Daimler und Benz stehen heute hundert Jahre später in gewisser Weise wieder für sich.

00:39:07: allein Die Lkw-Sparte ist eigenständig und die PKWs tragen einen Namen mit bemerkenswert langer Tradition, Mercedes-Benz.

00:39:18: Was der Stern noch nicht bewiesen hat ist ob er ein zweites großes Versprechen halten kann nachdem er das erste die Welt AG schon einmal gebrochen hat.

00:39:29: Jürgen Schremp wollte beweisen dass das Beste auch das Größte sein kann.

00:39:34: Ola Kilinius muss heute beweisen was das beste in einem Markt voller günstigerer Konkurrenz aus China überhaupt noch gut genug ist.

00:39:44: Sicher ist nur, die Branche, die Mercedes-Benz über ein Jahrhundert lang selbst mitgeprägt hat spielt heute nach ganz anderen Regeln als damals.

00:39:57: Wir haben übrigens noch einen Podcast-Tipp für euch!

00:40:00: Einer unserer Imperiumautoren Kylian Matsurek – der zum Beispiel die Staffel über Google und Amazon geschrieben hat – hat an einer ziemlich verrückten Geschichte recherchiert.

00:40:09: In der Dokuserie Unsterblich Die Klontpferde geht es um geklonte Pferde und die superreiche Polo-Welt.

00:40:17: Als eines der wertvollsten Polopferde der Welt eingeschlefert werden muss, will der Besitzer – der beste Polospieler aller Zeiten – das Pferd unbedingt wieder zum Leben erwecken!

00:40:27: Er baut sich zusammen mit einem mysteriösen Texana ein ganzes Klonbusiness auf bis irgendwann eine andere Firma sogar einen genetisch modifiziertes Superpferd erschaffen will.

00:40:39: Die sechsteilige Doku-Serie Unsterblich findet ihr ab dem achten Oktober in der Deutschlandfunk-App und überall, wo es Podcasts gibt.

00:40:50: Das war die vierte und letzte Folge von Imperium Die Mercedes Benz Story – von Studio J. Wenn Ihr mehr über die Chrysler Jahre erfahren wollt empfehlen wir Euch das Buch Taken for a Ride How Daimler-Benz drove off with Chryslar Von Bill Vlasik und Bradley Sturz.

00:41:08: In der nächsten Staffel von Imperiums erzählen wir die Geschichte hinter der größten Café-Kette der Welt Starbucks.

00:41:16: Was in den letzten Jahren als kleiner Bohnenladen in Seattle beginnt, wird zu einem globalen Imperium mit mehr als vierzigtausend Filialen.

00:41:24: Eine Story über Café, Größenwahn und die Frage was von einer guten Idee übrig bleibt wenn sie überall auf der Welt funktionieren soll.

00:41:33: Folge Imperium jetzt in deiner Podcast-App um die neue Staffel nicht zu verpassen!

00:41:39: Höre Imperium überall wo es Podcasts gibt.

00:41:43: Ein Hinweis zu den Dialogen, die du gehört hast.

00:41:44: Wir wissen natürlich nicht genau was gesprochen wurde – alle Dialoge basieren nach bestem Wissen auf unseren Recherchen!

00:41:52: Ich bin Marc-Ben Poch und ich bin Aline Staskowiak.

00:41:57: Janis Geppard hat die Folge geschrieben für StudioJ, Executive Producer Janis Gephardt.

00:42:04: Das Sounddesign hat Bibi von Ger gemacht gemischt von Fabian Klinke.

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