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Die Starbucks Story | Der Bohnenladen | 1

Shownotes

Folge 1/4: 1971 eröffnen Gordon Bowker, Jerry Baldwin und Zev Siegl in Seattle einen kleinen Laden für hochwertige Kaffeebohnen. Gebrühten Kaffee gibt es höchstens zum Probieren. Starbucks wächst langsam, bis ein ehrgeiziger Verkäufer namens Howard Schultz auf die Firma aufmerksam wird. Nach einer Reise nach Italien hat er eine Idee, die alles verändern könnte: Starbucks soll nicht nur Bohnen verkaufen, sondern zum Café werden.

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Transkript anzeigen

00:00:01: Jot.

00:00:05: Früher, in Santa Monica, Kalifornien.

00:00:10: Im Starbucks an der Third Street-Promenade herrscht gähnende Lehre.

00:00:15: Es ist ein für die Jahreszeit ungewöhnlich heißer Nachmittag.

00:00:18: In der bekannten Fußgängerzone strömen im Sonnenschein Menschen am Laden vorbei.

00:00:23: Drinnen lehnen die StoremanagerInnen und die Assistent gelangweilt am Dresen.

00:00:28: Wir könnten eigentlich nach Hause gehen oder?

00:00:31: Das könnte dir so passen.

00:00:33: Aber mal ehrlich, wer will denn bei dem Wetter einen schönen halben Liter kochend heißen Kaffee trinken?

00:00:39: Hey komm!

00:00:40: Wir haben auch ein paar Flaschen Masagran.

00:00:43: Den Schrott will doch kein Mensch... Was ist da überhaupt

00:00:46: drin?!

00:00:47: Bitte das musst du doch den Leuten erklären können.

00:00:51: Also... Masagrand isst unsere neuste Innovation in Zusammenarbeit mit Pepsi Ein leicht koffeinhaltiges Getränk mit Kohlensäure Citrus-Extrakten und Gewürzaromen.

00:01:05: Es sprudelt wie Champagner, trägt deutliche Noten von Zimt und Orange, gefolgt von Espresso und einem würzigen Ingwer nach Geschmack.

00:01:15: Ah!

00:01:16: Und warum trägt es einen seltsamen Namen, den niemand versteht?

00:01:20: Nicht seltsam – exotisch.

00:01:22: Masagran ist der Name eines algerischen Cafés mit Orangenaroma, der im neunzehnten Jahrhundert besonders in der französischen Fremdenlegion beliebt war.

00:01:32: Er klingt wie Mese Grand schmeckt.

00:01:34: Nach Exotik und Abenteuer.

00:01:40: Nein, wirklich nicht!

00:01:42: Schmeckt eher nach der Latrine der Fremden-Ligion?

00:01:45: Dann mach es doch einfach besser... Hier!

00:01:50: Unsere District Managerin hat uns diesen schönen Mixer vorbeigebracht.

00:01:54: Falls wir eine Idee für ein kühles Sommergetränk haben, sollen wir's mal ausprobieren.

00:01:59: Egal was drin ist?

00:02:00: Ja, Kaffee sollte vielleicht schon dabei sein.

00:02:03: Na gut, Augen zu und durch.

00:02:06: Der Starbucks-Assistent krankt vor den Augen der Managerin alle Zutaten hervor, die im Laden vorhanden sind und stellt sie feinsäuberlich ans Ende der Theke.

00:02:16: Dann öffnet er den Deckel des Mixers.

00:02:19: Also los geht's!

00:02:21: Erst mal brauchen wir einen Shot Espresso ... dann schonmal einen Schwungmilch...

00:02:29: Wie wäre es mit Schokopulver?

00:02:31: Schokopolber logisch.

00:02:33: Vanille auch?

00:02:34: Sahne?

00:02:36: Hier hat er bestellte Espresseau

00:02:40: Eiskrem?

00:02:41: Ich glaub, das reicht.

00:02:43: Quatsch!

00:02:45: Noch ein paar Eiswürfel und los!

00:02:50: Oh noch viel zu flüssig... Während die eiskalte Masse sich im Mixer dreht hält die Store-Managerin unglaublich gespannt die Hände vor den Mund.

00:03:01: Doch dann steht er da Ein kalter cremiger Drink.

00:03:07: Plötzlich öffnet sich die Tür Und eine Kundin betritt die Starbucks-Filiale.

00:03:12: Hi Sagt mal, gibt's bei euch irgendwas zur Erfrischung?

00:03:16: Ich schwitz mich da draußen zu Tode.

00:03:18: Auf jeden Fall!

00:03:20: Wir haben was Neues wenn du mal probieren willst.

00:03:23: Die Managerin nimmt den Assistenten kurz beiseite.

00:03:26: Du kannst ihr doch jetzt nicht einfach diese Pumpe geben.

00:03:30: Was soll der schon schiefgehen?

00:03:31: Zucker Milchfett und Café.

00:03:34: Der Assistent wendet sich zurück zum Träsen Gießt das hellbraune Getränk in einen Becher Und reicht ihn der Kunden ohne mit der Wimper zu zucken.

00:03:43: Es kostet nichts.

00:03:44: Wir sind in der Testphase und offen für Feedback.

00:03:49: Erst bilden sich auf der Stirn der Kunden unglaubliche Falten, dann heben sie ihre Augenbrauen erfreut.

00:03:56: Super!

00:03:57: Ich nehme gleich noch einen mit.

00:04:01: Alles klar?

00:04:02: Auf Wiedersehen!

00:04:07: Weder die Managerin noch der Assistent ahnen was aus dieser Mischung werden wird.

00:04:13: Der Drink den Sie in Kalifornien an diesem heißen Tag zusammen rühren wird eines Tages unter dem Namen Frappuccino vermarktet und zum Aushängeschild von Starbucks werden.

00:04:24: Die beiden, die den Drink erfunden haben, bekommen einen fünftausend Dollar-Bonus – und jeweils ein Rolex!

00:04:30: Aber weder sie noch irgendjemand in der Chefetage von Starbucks ahnt, dass daraus ein weltbekanntes Getränk und ein milliardenschweres Geschäft werden wird.

00:04:40: Es ist einer der Grundsteine für das Starbucks, das wir heute kennen.

00:04:58: Ich bin Marc-Ben Poch und das ist Imperium, die Starbucks Story von Studio J. Wer heute durch eine Innenstadt, einen Flughafen ein Krankenhaus oder sogar eine US-Militärbasis läuft kann fast überall dasselbe grüne Logo mit der Sirene finden.

00:05:30: Mit über forty-tausend Verkaufsstellen weltweit ist Starbucks mit Abstand die größte Café-Haus-Kette der Welt.

00:05:37: Starbucks hat der Welt die Lust auf Premiumcafé beigebracht sowie Rituale und Standards eingeführt.

00:05:43: Latte auf dem Weg zur Arbeit, Name auf den Becher!

00:05:46: WLAN, Sofa's und Sessel.

00:05:48: Der Coffee Shop als zweites Wohnzimmer Das rasante und mitunter aggressive Wachstum-Clash dabei mittlerweile mit der Originalidee die Romantik der italienischen Kaffeekultur in die Welt zu tragen.

00:06:01: Vorwürfe der globalisierten Gleichmachung von Innenstädten unfaire Arbeitsbedingungen Und die mit unterfragwürdige Herkunft des verwendeten Cafés stehen im Gegensatz zu einem einst progressiven Unternehmen das nicht mehr und nicht weniger wollte als die Welt des Café-Konsums zu revolutionieren.

00:06:19: Entstanden ist Starbucks aus der Gegenkultur der späten neunzehnhundertsechziger Jahre an der Westküste der USA, ein Idee von Freunden, die keinen Weltkonzern sondern in fairen Laden von nebenan im Sinn hatten und eine simple Leidenschaft halten, die in den Vereinigten Staaten ein absolutes Novum war.

00:06:37: Hochqualitativer Café.

00:06:40: Das ist Folge eins von vier Der Bohnenladen.

00:07:13: Es fehlt nur eine zündende Idee.

00:07:16: Jerry Baldwin ist ungewöhnlich schweigsam.

00:07:19: Seth Siegel putzt missmutig seine Brille.

00:07:23: Ich hatte Tage, es kaum noch an einer öffentlichen Schule.

00:07:26: Geschichte zu unterrichten ist wirklich nicht das was ich mir vom Leben erhofft habe.

00:07:30: Wie läuft's bei dir Gordon?

00:07:32: Noch glücklich beim Seattle-Magazin?

00:07:34: Oh...glücklich!

00:07:37: Man hält sich so über Wasser.

00:07:38: Jerry hier hat ja wenigstens seinen Job by Boeing und zusammen versuchen wir nun schon seit einer ganzen Weile ins Filmgeschäft einzusteigen.

00:07:46: Ist das so schwierig wie es klingt?

00:07:48: Na ja, wir suchen unsere Nische.

00:07:50: Aber Dokumentarfilme über Jazz, Blues und Folk sind nicht gerade Kassenschlager!

00:07:54: Klar ist das interessant... aber nachhaltig oder profitabel ist das alles nicht.

00:08:01: Gordon Bauer fährt sich durch den Dichten vollbad während die Bedienung den Dreien aus einer großen Gläsern in Kanne Café eingiest.

00:08:09: Er sieht das Getränk missmutig an und nimmt einen Schluck.

00:08:15: Es ist wirklich immer das gleiche.

00:08:17: Ich dachte du magst café?

00:08:19: Ich liebe Kaffee, aber das Gesöffir schmeckt als hätten sie es im Ausguss angesetzt.

00:08:25: Schmeckt doch wie überall?

00:08:26: Ja genau!

00:08:27: Das ist doch das Problem.

00:08:28: Egal wo du hierzulande hin fährst gibt es nur dieses miese geröstete vorgemahene Zeug aus Dosen.

00:08:35: Das wirkt immer wie irgendwo zusammengefegt... ich will gar nicht wissen was in dem Mister drin ist.

00:08:40: Das klingt als wüsstest Du wo es besseren Kaffees gibt.

00:08:44: Ja weiß ich auch oben hinter der kanadischen Grenze in Vancouver.

00:08:48: Du fährst doch aber nicht jedes Mal drei Stunden Auto für eine gute Tasse Kaffee.

00:08:53: Weißt du was?

00:08:55: Am Anfang habe ich das tatsächlich gemacht, aber dann hab' ich mir gedacht... Warum nimmst du nicht einfach welchen

00:09:00: mit?!

00:09:01: Da gibt es so einen Vertrieb für Kaffees und Tee!

00:09:03: Merchies nennt der sich.

00:09:06: Die sind toll!

00:09:07: Komm mal bei mir vorbei!

00:09:08: Ich mach dir einen richtigen Kaffe!

00:09:10: Inzwischen bestellen schon Freunde bei mir.

00:09:13: Passt auf Seth.

00:09:15: Ich habs Jerry auch letztens gesagt, ich hab's schon überlegt ob ich nicht auch einen Kaffeevertrieb hier aufmache.

00:09:21: Warum machst du es denn nicht einfach?

00:09:23: Es gibt dafür überhaupt keine Strukturen, wo kaufe ich den Bohnen in großen Maße ein?

00:09:29: Das sind meine Kunden wenn alle nur an dieser Plurrie gewöhnt sind!

00:09:33: Es gibt doch garantiert irgendwelche Gourmet Restaurants die französischen Espresso italienisch dann eben italienische Espresse anbieten.

00:09:42: Irgendwo muss der doch herkommen.

00:09:44: Ich telefoniere mal ein bisschen, gehe die Branchenbücher durch und höre mich um und wir schauen mal ob das nicht vielleicht ... Der goldene Pfad hinaus aus diesem öden Jammertal ist.

00:09:55: Na?

00:09:56: Wäre das nicht was?

00:09:58: Siegel schaut zu Bauker Dieser schaut zu Baldwin Der milde begeistert mit den Schultern zuckt Und zurücknickt.

00:10:06: Bauker denkt kurz nach Wir würden dann einfach Wir lassen die Leute probieren und erklären ihnen, was das ist.

00:10:18: Vielleicht verkaufen wir auch Kaffeemühlen?

00:10:20: Aber dann müssten wir auch kaffeefilterverkaufen so Aufsätze für Kannen vielleicht Und wenn wir schon dabei sind, vielleicht sogar Tee- und Gewürze.

00:10:28: Während Bauker sich schon lebhaft in gemeinsamen Laden ausmalt Schauen sie Siegel und Baldwin grinsend an und nicken.

00:10:36: Wenn Bauker so brennt Dann sind sie auf jeden Fall mit am Start.

00:10:43: Seth Siegel schreitet zur Tat, wie angekündigt blättert er sich in der Bibliothek durch Telefonbücher Zeitungen und Branchenhenweise.

00:10:52: Er sucht nach jemandem, der schon macht was sie sich ungefähr vorstellen Richtig guten Kaffee verkaufen.

00:10:59: In der Nähe von Seattle findet Siegel nichts Und erweitert so seinen Suchradius nach und nach.

00:11:05: Schließlich stößt er auf Pete's Coffee in Berkeley Kalifornien Ein-tausendfünfhundert Kilometer südlich von Seattle.

00:11:12: Es ist ein Gourmetcafe-Laden geführt von Alfred Pete, aufgewachsen im Cafégeschäft seiner Familie.

00:11:19: Siegel ruft ihn an und Pete ist erstaunlich offen!

00:11:23: Er erzählt, erklärt und gibt Auskunft.

00:11:26: Im Dezember neunzehnundertsiebzig steigt Siegel ins Auto und fährt mehr als sechzehn Stunden die Küste runter nach Berkeley.

00:11:33: zu dem Mann der in Amerika offenbar mehr über Kaffee weiß – als jeder andere.

00:11:44: Die beiden verstehen sich sofort.

00:11:46: Pete ist beeindruckt, als er hört, dass Siegels Vater Konzertmeister beim Seattle Symphony Orchestra ist.

00:11:51: Siegel wiederum ist vollkommen fasziniert von Pete's Wissen über Café.

00:11:56: Als Siegel-Pete-Laden zum ersten Mal sieht, brummt das Geschäft!

00:12:01: Noch im selben Monat fahren auch Jerry Baldwin und Gordon Bauker nach Berkeley.

00:12:05: Pete lässt die drei jeweils eine Woche in seinem Laden arbeiten.

00:12:09: Sie soll lernen wie man hochwertige Bohnen auswählt, lagert mischt, dunkelröstet und verkauft – und vor allem wie man Peats frisch gerösteten Kaffee nicht falsch behandelt.

00:12:21: Danach erklärt er sich bereit ihrem kleinen noch nicht einmal gegründeten Unternehmen frischgeröstete Bohnen zu liefern.

00:12:28: Währenddessen finden die drei Freunde in Seattle einen Ort für ihren eigenen Laden.

00:12:33: Ein Ecke-Cheft im alten Haber Heights Hotel nördlich vom Pike Place Market.

00:12:39: Die Miete liegt bei dollarundfünfzig Cent Heute rund tausend Euro.

00:12:45: Für das Startkapital legt jeder ein Tausend Fünfhundert Dollar, heute ca.

00:12:49: elftausend Euron auf dem Tisch.

00:12:52: Dazu organisieren sie noch einen Bankkredit über fünftausende Dollar – heute rund dreißigtausenden Euro!

00:12:59: Jetzt haben Sie einen Lieferanten?

00:13:01: Einen Laden und gerade genug Kapital um ihn auch aufzumachen.

00:13:12: Dreißigsterm März, nineteenhundertundsiebzig in Seattle, Washington In der Hausnummer zweitausend der Western Avenue, etwa hundert Meter Luftlinie vom Hafen entfernt schließt Seth Siegel um zehn Uhr den Laden auf.

00:13:26: Vor der Tür inspiriert er das Schaufenster in dem auch schon das erste Starbucks-Logo hängt.

00:13:32: Eine gezeichnete zweischwänzige Sirene nackt bis auf ihre Krone eingefasst in einen braunen Ring mit der Aufschrift Starbucks Coffee Tea & Spice.

00:13:44: Dann platziert er den Werbeaufsteller auf dem Bürgersteig.

00:13:47: Er schüttelt sich kurz in der feucht kalten Frühlingsluft, dann huscht er wieder rein.

00:13:53: Schon wenige Augenblicke später betritt einer seiner besten Freunde den Laden und breitet feierlich die Arme aus.

00:14:00: Hey!

00:14:01: Ich komme seit Wochen hier jeden Tag vorbei.

00:14:02: Endlich habt ihr es doch noch geschafft aufzumachen.

00:14:06: Sieht so aus ja an einem Dienstag bei sechs Grad und nieselregen Traumwetter ins Ziertel.

00:14:12: Warum nicht gestern?

00:14:13: Ach weißt du wenn man alles selbst macht kommt man vom einen ans andere.

00:14:18: Bis wir die Regale gebaut, gestrichen und endlich alle Genehmigungen zusammen hatten war unsere Eröffnungstermin längst nach hinten gerutscht.

00:14:25: Um Geld zu sparen haben Bauker und ich die Schilder für draußen selbst gemacht.

00:14:29: Dann mussten wir aber trotzdem eine Firma bezahlen damit sie die Dinger an der bröckelnden Backsteinfassade anbringt.

00:14:35: Es hört nicht auf!

00:14:37: Schau bloß nicht so genau hin.

00:14:39: Ich komme gar nichts zum schauen.

00:14:41: es riecht einfach fantastisch.

00:14:43: Wo sind denn Bauker und Baldwin?

00:14:45: Die haben weiter ihre Jobs, die kommen in der Mittagspause.

00:14:48: Komm ich erkläre dir jetzt mal was das hier alles ist!

00:14:53: Siegel stellt seinem Freund einen Kaffee nach dem anderen vor, der in beschrifteten Dosen in den Regalen steht daneben Tee Gewürze und ein paar Haushaltsartikel.

00:15:04: Geduldig und interessiert lässt sich der Freund alles erklären Und schnuppert an einer Röstung nach der Anderen.

00:15:11: Ah, dann nehme ich ein Pfund von der Sumatra-Rüstung und so einen Filter da.

00:15:21: Macht fünf Dollar, thirty-six.

00:15:26: Ich bin stolz!

00:15:27: Der erste Kunde.

00:15:29: Nehmt ihr auch Checks?

00:15:30: Ja klar... Wahnsinn!

00:15:33: Ich wusste gar nicht dass du so ein Café-Experte bist.

00:15:36: Überhaupt nicht.

00:15:37: Ich habe mir alles in den letzten Monaten angelesen und beigebracht bekommen.

00:15:41: Und sag mal.. ...der Name ist Starbucks.

00:15:44: Was hat das mit Kaffee zu tun?

00:15:47: Gar nichts.

00:15:48: Der Designer, der das alles gestaltet hat meinte dass Namen mit ST am Anfang irgendwie kräftig und einprägsam klingen.

00:15:56: Da musste Bauker an das Buch Moby Dick denken wo er erste Offizier Starbark heißt Und Baldwin und ich hatten nichts dagegen.

00:16:05: Historisch gesehen sind Kaffees und Seefahrt ja eng verbunden Und die Mehrjungfrau als Logo?

00:16:10: Das ist keine Mehrjung-Frau sondern eine mythologische Sirene, die die Leute von der Straße in den Laden locken soll.

00:16:17: Das soll einfach alles irgendwie nach mehr Abenteuer und alten Seefahrer-Geschichten aussehen.

00:16:25: Es soll schön sein Du aber mal ehrlich was macht ihr wenn keiner außer mir noch kommt?

00:16:31: Ich weiß nicht da denke ich jetzt nicht dran.

00:16:35: Wenn die Leute ins Ziertel erst einmal kapieren wie gut der Kaffee wirklich schmeckt haben wir sie am Haken.

00:16:43: In diesem Moment betritt ein weiterer Freund der beiden den Laden und zaubert aus seiner Manteltasche eine Flasche Weißwein.

00:16:51: Seth Siegel holt drei kleine Saftgläser hinter den Träsen hervor, und sieht schon die erste reguläre Kundin neugierig ins Fenster schauen.

00:17:04: Kurz nach der Eröffnung beginnt Starbucks damit, gebrühten Kaffee als Kostprobe anzubieten.

00:17:09: Die Kundschaft soll verstehen warum diese Bohnen anders schmecken als der Kaffees aus der Dose.

00:17:16: Kundenbindung ist den drei Gründern extrem wichtig.

00:17:19: Als sich einmal eine Lieferung von Peats aus Berkeley verspätet, nehmen die Gründer Bestellungen auf und fahren die Einpfund-Tüten am Ende selbst durchs Sättel.

00:17:30: Nach den ersten neun Monaten stehen bei Starbucks forty-sixtausend achthundertzweiunddreißig Dollar Umsatz in den Büchern – heute rund dreihundertfünfunddreizig tausend Euro!

00:17:41: Es ist gerade genug.

00:17:42: damit Baldwin, Bauker und Siegel weitermachen können.

00:17:46: Eröffnen Sie schon den zweiten Laden in Seattle, im University Village Shopping Center in der Nähe eines Gourmet-Supermarkets.

00:17:54: Geld haben sie immer noch kaum – doch Ihr Glaube an Starbucks ist ungebrochen und so leihen Ihnen Freunde immer wieder kleinere Summen!

00:18:07: Bald verkaufen die Läden in Seattle so große Mengen Kaffee, dass ihr Mentor Off Repeat mit der Nachfrage nicht mehr mithalten kann.

00:18:14: Er hilft ihnen eine gebrauchte Maschine zu finden und bringt Jerry Baldwin das Rösten bei….

00:18:20: Die Starbucks-Gründer mieten ein heruntergekommenes Lager nahe dem Fishermen's Terminal an und Baldwin perfektioniert die dunkle Röstung, die später typisch für Starbucks wird.

00:18:31: Das Unternehmen wächst und wächst!

00:18:33: Eine Storemanagerin kommt dazu – ein befreundeter Café Nerd wird als Röster eingestellt.

00:18:38: Ein dritter Starbucks eröffnet in Edmonds nördlich von Seattle.

00:18:43: Eine Zeit lang sieht es so aus, als steuere Starbucks auf größere Profite zu.

00:18:49: Doch dann kommt es zu einem ungewöhnlich harten Frost in Brasilien.

00:18:54: Die Café-Ernte wird schwer getroffen, die Preise schießen hoch und die Verkäufe bei Starbucks gehen runter.

00:19:01: Starbucks hat jetzt drei Läden – Verantwortung für ein Team!

00:19:05: Und die Gründer haben zum ersten Mal das Gefühl, dass hier könnte ganz leicht alles schiefgehen.

00:19:30: Im heruntergekommenen Lagerraum, den Starbucks zur Rösterei gemacht hat beobachtet Jerry Baldwin einen Mitarbeiter der in die Trommel der Röstmaschine start.

00:19:40: Normalerweise müsste es betörend nach dunkel gerüstetem Kaffee riechen Nach den Ölen und den Bohnen dem aromatischen Rauch.

00:19:48: Heute riecht das ganz anders süßlich verbrannt und muffig.

00:19:53: Der Röster verzieht die Nase Und macht ein Gesicht als wolle ein Tränen ausbrechen.

00:19:59: Oh nein Nicht schon wieder.

00:20:02: Okay, langsam... ganz langsam... Bitte benimm dich doch einfach für ein normales Lebensmittel!

00:20:10: Wie sieht's aus?

00:20:12: Wie soll es schon

00:20:12: aussehen?!

00:20:13: Es ist Gerste, Jerry.

00:20:15: Gerste will kein Kaffee sein.

00:20:17: Da müssen wir durch.

00:20:18: Diese Firma für Kaffeesatz bezahlt uns fürs Rösten.

00:20:21: Wir brauchen das Geld.

00:20:23: Ich weiß nur die Maschine weiß es nicht.

00:20:27: Wir stehen mit dem Rücken zur Wand.

00:20:29: Wenigstens haben wir was zu tun.

00:20:31: Wenn wir die Einkaufspreise für Café einfach so an die Kundschaft weiter durchreichen, kauft bald keiner mehr was bei uns.

00:20:38: Und wenn wir die Preise so lassen?

00:20:39: Verdienen mir nichts!

00:20:41: Ohne die Gerste werden wir aufgeschmissen.

00:20:43: Wenn mir die Gersten nicht ständig im Flammen aufgehen würde... Sie ist einfach unberechenbar!

00:20:48: Du schaffst das schon!

00:20:49: Ob wir den Verkauf in dem Leben schaffen, ist die Frage.

00:20:52: Früher haben die Kunden zuerst die neue Sorte probiert Heute schauen sie zuerst auf's Preisschild.

00:20:57: Wir können uns momentan nicht mal mehr leisten Proben auszuschenken.

00:21:00: Für manche Leute war das überhaupt erst der Grund zu und zu kommen.

00:21:05: Jerry, was?

00:21:08: Es knistert!

00:21:09: Das heißt ... Ich befürchte... Aus, aus!

00:21:17: Mach die Klappe zu!

00:21:19: Wenn ich sie zumache sehe ich nicht ob Sie brennt!

00:21:22: Sie brent doch längst!

00:21:25: Hastig ersticken Baldwin und der Röster die Flammen Dann lassen sie sich erschöpft auf ein paar Hocker sinken.

00:21:32: Der Röstar wischt dich den Schweiß von der Stirn und klopft die Asche von der Schürze.

00:21:38: Jerry, die Rösterei riecht wie eine Scheune in der jemand kokelt!

00:21:42: Kann man die Ladung irgendwie noch retten?

00:21:45: Wenn der Kunde extra Smokey mit Panik im Nachgeschmack bestellt hat vielleicht... Aber nein, wahrscheinlich nicht.

00:21:52: Du glaubst nicht was ich zu allem Überfluss im Radio gehört habe.

00:21:56: Das Gesundheitsamt warnt das Café das Krebsrisiko erhöht.

00:22:00: Jerry ... Der misst den alle trinken.

00:22:02: okay unser Café Ist ein guter Kaffee und irgendwann, wenn die Leute wieder Kohle haben, dann verkaufen wir auch wieder Kaffees.

00:22:11: Bis dahin rösten der Gerste, die sich selbst anzündet damit irgendeiner Satzprodukt ein bisschen nach etwas schmeckt.

00:22:19: Jerry Baldwin und sein Röster sitzen da und schweigen sich an.

00:22:23: Baldwin schaut sich in der Rösterei um er steht auf und geht in Gedanken versunken hin und her.

00:22:30: Schließlich bleibt er vor dem Röstar stehen und wartet bis der Kollege ihn fragend ansieht Wir lassen das.

00:22:38: Die Gerste?

00:22:41: Und wie wollt ihr das durchhalten?

00:22:43: Keine Ahnung, aber wenn unsere Maschinen irgendwann nur noch nach verbrannter Gerstestinken können wir unseren Gourmet-Kaffee auch vergessen!

00:22:51: Fahr die Maschine runter, lass sie abkühlen und mach's sauber.

00:22:54: Morgen rösten mir wieder Kaffee.

00:22:56: Ei ei, Captain!

00:23:01: Starbucks kämpft sich durch die ersten Krisen.

00:23:04: Der Laden nördlich von Seattle floppt.

00:23:07: Der ursprüngliche Standort muss wegen Abriss des Gebäudes weichen.

00:23:11: Das Geld ist knapp und nur Bankkredite halten die Firma am Leben.

00:23:15: Trotzdem reicht es in den letzten Jahren für eine größere Rösterei.

00:23:20: Während Starbucks langsam stabiler wird, verliert einer der drei Gründer langsam das Interesse.

00:23:26: In den ersten Jahren verkauft Seff Siegel seine Anteile und steigt aus.

00:23:32: Bauker und Baldwin machen allein weiter.

00:23:34: Dann zieht das Geschäft an!

00:23:41: In den letzten Jahren hat sich der Umsatz in New York-City geholfen.

00:23:49: Der Umsatz betrachtet die Aufmerksamkeit eines jungen aufstrebenden Marketing-Spezialisten namens Howard Schultz aus New York, Im siebten Stock eines sozialen Wohnblocks klopft sich der siebenjährige Howard Schultz den Schnee von den abgetragenen Stiefeln.

00:24:20: Seine Mutter hat ihn vom Spielen nach oben gerufen, verdutzt bemerkt Howard seinen Vater, der mit seinen Beinen unter einer Decke auf dem Sofa sitzt und ein Nickerchen zu machen scheint.

00:24:35: Er hatte einen Unfall auf Arbeit.

00:24:42: Wir sind gerade aus dem Krankenhaus zurückgekommen Aber was hat er sich denn getan?

00:24:46: Wird der wieder gesund?

00:24:48: Aber sicher wird er das!

00:24:50: Er hat sich nur den Knöchel gebrochen.

00:24:52: Das dauert nur ein paar Wochen.

00:24:54: Hat er jetzt einen Gips, kann ich den mal sehen?

00:24:57: Na gut aber wir machen das ganz vorsichtig damit der Papa nicht aufwacht.

00:25:03: Wow Howie Ich muss mit dir etwas besprechen.

00:25:08: Lass uns mal in die Küche gehen.

00:25:11: Howards Vater Fred Schultz arbeitet schon sein Leben langen Jobs, die seinen Körper kaputt machen und kaum genug Geld bringen.

00:25:19: Mal fährt der Lastwagen mal arbeitet er in einer Fabrik dann sitzt er wieder als Taxifahrer hinterm Steuer.

00:25:25: Es sind einfache harte Jobs immer schlecht bezahlt nie abgesichert.

00:25:30: mehr als zwanzigtausend Dollar im Jahr verdient er nie.

00:25:33: Der Arbeitsunfall bringt die Familie in enorme Schwierigkeiten.

00:25:39: Du und deine Geschwister, ihr müsst jetzt ein paar Dinge beachten.

00:25:43: Papa wird eine Zeit lang nicht arbeiten können.

00:25:46: Aber da wird er sich doch freuen!

00:25:48: Er mochte es doch eh nicht, windeln ausfahren und voll wieder abholen... ...und der wird nicht mehr so stinken?

00:25:55: Ja das stimmt.

00:25:57: aber ohne die Arbeit verdient er jetzt erstmal gar kein Geld mehr Und du bekommst ja bald noch ein kleines Geschwistchen.

00:26:04: Deshalb kann ich auch nicht arbeiten.

00:26:07: Wir werden sparen müssen und wir brauchen eure Hilfe.

00:26:10: Ich könnte doch arbeiten gehen!

00:26:12: Nein, das ist lieb aber das musst du nicht.

00:26:15: Hawi was Du beachten musst es das?

00:26:18: Wenn das Telefon klingelt dann gehen Papa und ich nicht mehr dran auch wenn wir da sind.

00:26:24: Du und deine Geschwister dürft nicht sagen dass wir zu Hause sind.

00:26:27: Das ist ja Lügen... warum denn das?

00:26:31: Hawi das Krankenhaus kostet viel Geld.

00:26:34: Manche Leute haben eine Krankenversicherung, die das bezahlt.

00:26:38: Wir nicht!

00:26:38: Wir müssen das alles selber bezahlen.

00:26:40: Wir werden uns Geld leihen und dann werden manchmal Leute anrufen... ...die du nicht kennst und die das Geld eintreiben wollen.

00:26:48: Immer wenn du jemanden nicht kennest sagst du dass sie später zurückrufen sollen.

00:26:53: Und wenn Oma dran ist?

00:26:55: Wenn du jemandem am anderen Ende kennst, dann darfst du natürlich sagen, dass wir hier sind.

00:27:01: Nur bei Fremden nicht

00:27:02: ja?!

00:27:03: Aber warum hat Papa denn keine Arbeit, die sein Gipsbein bezahlt?

00:27:07: Das gibt es nicht bei der Arbeit, wie dein Vater macht.

00:27:09: Warum arbeitet er dann nicht etwas anderes?

00:27:12: Das ist nicht so leicht, Hawi!

00:27:14: Dein Papa hat nichts studiert – in seiner Familie mussten immer alle arbeiten.

00:27:18: Als Papa so alt war wie du musste er sicher auch schon mithelfen.

00:27:22: Deshalb hatte er gar keinen Schulabschluss.

00:27:25: Ich werde das alles anders machen.

00:27:27: Ich will nicht, dass wir lügen müssen.

00:27:29: Das schaffst Du bestimmt auch….

00:27:46: Für den späteren Starbucks-Chef Howard Schultz ist die Geschichte seines Vaters der Antrieb für seinen trotzigen Ehrgeiz.

00:27:54: Er nimmt sich vor, alles daran zu setzen aus seinem Leben etwas zu machen – immer wieder betont er später das er es als junger Mann seinem Vater übel nahm.

00:28:02: nicht besser für die Familie gesorgt.

00:28:05: Howard Schultz findet seinen Ausweg durch Sport.

00:28:09: Er spielt Football, wird Quarterback und bekommt so ein Stipendium für die eher durchschnittliche Northern Michigan University.

00:28:17: In den letzten Jahren wird er der erste in seiner Familie mit College-Diplomen.

00:28:22: Danach weiß Howard erst mal nicht genau wohin mit sich – er geht zurück nach New York und arbeitet als Verkäufer beim Kopiererhersteller Xerox.

00:28:31: Er lernt auf die harte Tour sich niemals abwimmeln oder von Absagen aus dem Konzept bringen zu lassen.

00:28:36: Kalt-Aquise wird zu seiner Spezialität, bald verdient er gute Provisionen, zahlt seine Studienkredite ab und bekommt das Gefühl ich habe es in der Welt so etwas gebracht.

00:28:49: Er wechselt Schulz von Xerox zu einem schwedischen Konzern, der in den USA die Haushaltswarenmarke Hammerplast aufbauen will.

00:29:13: Mit achtundzwanzig wird er zum Vice-Präsident und General Manager von HammerplustUSA bekommt ein gutes Gehalt einen Firmenwagen und kauft mit Cherry eine Wohnung auf der Upper East Side New York.

00:29:27: In den Bestellungen bei Hammer Plust fällt Schulz ein kleiner Händler aus Siertel auf.

00:29:32: Starbucks Coffee Tea & Spice.

00:29:34: Die Firma hat nur vier kleine Läden und bestellt aber auffällig viel von einem Produkt, Kaffeefilter aus Plastik direkt auf eine Thermoskanne aufgesetzt werden.

00:29:44: Schulz will wissen warum ausgerechnet dieser unbekannte Laden so viele manuelle Filter verkauft während der Rest Amerikas sonst Kaffees aus Maschinen trinkt.

00:30:12: Howard Schultz schlendert über den Pike Place Market vorbei an Fischständen, Gemüseauslagen und Bäckereien.

00:30:18: Eine Starbucks-Mitarbeiterin zeigt den neugierigen Vertreter von Hammerplus die Gegend rund um den Laden der so viele Caféfilter verkauft.

00:30:26: Schulz ist vom Pike Place market verzaubert.

00:30:30: Was für ein charmantes Viertel!

00:30:32: Die ganzen Änder?

00:30:34: Ja ja das ist einer der ältesten Bauernmärkte im ganzen Land.

00:30:38: Man muss sogar manchmal in Deckung gehen, die Fischhändler werfen gerne ihre Ware zum Wiegen nach hinten oder manchmal einfach auch zwischen den Ständen hin und her.

00:30:46: Fragen Sie nicht warum?

00:30:48: Die Kunden stehen drauf!

00:30:50: Ich finde es toll – die Luft des Lichts wirkt als wäre man in Europa.

00:30:55: Ja mit dem Licht ist das so eine Sache ins Siertel.

00:30:59: Sie haben Glück.

00:31:00: eigentlich regnet es Tag ein Tag aus.

00:31:03: ganz feine Tropfen.

00:31:04: Man merkt erst nach einer Weile dass man nass isst.

00:31:07: In Ziertel regnet es sogar öfter als in London.

00:31:10: Und deutlich mehr!

00:31:12: Okay, ich merk schon... Sie beschäftigen sich hier sehr viel mit dem Wetter.

00:31:16: Wir reden eigentlich über nichts anderes.

00:31:20: So Mr.

00:31:20: Schulz Da wären wir Der Laden der Meer-Kaffeefilter kauft und verkauft also manche Kaufhauskette

00:31:27: Tadaa.

00:31:29: Neugierig beschaut Howard Schulz den schmalen Laden mit den großen Glasfenstern einer mittigen Eingangstür unterüber in grossen eckigen Buchsterben Starbucks.

00:31:39: Das Geschäft wirkt wie ein altenmodischer Spezialitätenladen mit dunkel gerammten Fenstern, einer schmalen Marquise und vielen Waren im Schaufenster.

00:31:48: Schulz wirft dem Geiger vor der Tür ein paar Viertel Dollar in den offenen Instrumentenkoffer.

00:31:53: dann übertritt er zum ersten Mal die Schwelle.

00:31:57: Der Laden wirkt etwas eng aber gemütlich.

00:32:01: Dem Hammer-Plastvertreter fällt sofort der alte abgewetzte Holztresen.

00:32:09: Wow,

00:32:10: dieser Duft!

00:32:11: Was ist das für ein Café?

00:32:14: Hier gibt es alles außer Miesenfiltercafé.

00:32:17: Das sind unsere Sorten.

00:32:18: Kaffee aus Sumatra, Kenia, Äthiopien und Costa Rica.

00:32:22: Lesen können sie ja selber.

00:32:24: Wollen Sie mal probieren?

00:32:26: Auf jeden Fall.

00:32:27: Aber welchen?

00:32:29: Hm ... Ich probiere mal Sumatra.

00:32:38: Ich weiß gar nicht.

00:32:39: Moment.

00:32:40: Doch, ja.

00:32:41: Das hier sind so Noten von ... Das ist ja wie Weinverkosten.

00:32:48: Wahnsinn!

00:32:49: Wie machen Sie das?

00:32:51: Mr.

00:32:51: Schulz, für uns ist Kaffee kein Pulver aus der Dose.

00:32:55: Kaffees kommt von irgendwo her... ...von echten Orten, aus echten Bohnen und wenn man ihn richtig malt und von Hand aufbrüht schmeckt er plötzlich nach etwas.

00:33:06: Genau das mögen unsere Kunden.

00:33:09: Es ist nicht nur irgendwas Nasses-Bitteres mit Koffein Es ist ein Ritual, Kultur und Genuss.

00:33:16: Ich würde gerne mal telefonieren!

00:33:18: Ist hier eine Telefonzelle in der Nähe?

00:33:20: Wir machen das so... ich bringe sie zur Rüsterei.

00:33:23: Da können Sie die Inhaber Jerry Baldwin und Gordon Bauker kennenlernen.

00:33:27: Auf dem Weg kommen ein paar Münstelefone.

00:33:30: Klingt das nach einem Plan?

00:33:31: Auf jeden Fall!

00:33:32: Kann es kaum erwarten.

00:33:40: Howard Schultz ruft seine Frau Sherry an Und erzählt ihr von dem kleinen Laden im Pike Place Market und der Ernsthaftigkeit mit der dort Café verkauft wird.

00:33:50: Für ihn ist sofort klar, das ist seine Chance!

00:33:54: Er will bei Starbucks arbeiten und ins Hiertel leben.

00:33:57: Starbucks lässt Schulz nicht mehr los – er fliegt zurück nach New York aber in seinem Kopf dreht sich alles.

00:34:03: In ihm tun sich Welten auf, indem Starbucks sein volles Potenzial ausschöpft als Spezialitätenhändler, der an allen großen Städten der USA funktionieren könnte.

00:34:13: Eine Marke mit enormen Wachstumspotenzial.

00:34:17: Schulz versucht Bauker und Baldwin von seinen Ideen zu überzeugen.

00:34:21: Doch kurz darauf kommt der Rückschlag.

00:34:23: Baldwin ist das alles so riskant, es bedeutet zu viel Veränderung – und es hat auch nichts mit der Vision zu tun die Baucker und er für Starbucks haben.

00:34:32: Schulz lässt nicht locker!

00:34:34: Er ruft wieder an, bohrt nach und bekommt am Ende einen Fuß in die Tür.

00:34:48: Er verdient zwar weniger Geld, bekommt aber einen kleinen Anteil an der Firma und ist ab sofort für Marketing zuständig.

00:34:59: Starbucks hat jetzt fünf Läden – ist klein und privat?

00:35:02: Aber profitabel!

00:35:04: Schulz stürzt sich in die Arbeit, steht in den Läben, spricht mit der Kundschaft, probiert Cafés und lernt sogar Rösten.

00:35:12: Im Frühjahr dekripteinzehnhördechzig schickt Starbucks ihn zu einer Haushaltswarenmesse nach Mailand.

00:35:18: Dort beobachtet Schulz eine Kaffeekultur in der er ein unfassbares Potenzial sieht und das Siertel auf ein neues Level bringen könnte.

00:35:32: Früher in Siertl.

00:35:35: Am Tag nach seiner Rückkehr aus Mailand wartet Howard Schultz im Mitarbeiterbereich der Rösterei auf seinen Chef Jerry Baldwin.

00:35:42: Er hat schon seinen dritten Becher Kaffee in der Hand, wird langsam nervös.

00:35:47: Immer wieder schaut er ungeduldig auf die Uhr.

00:35:49: dann endlich öffnet sich die Tür und sein Chef steht fragend vor ihm.

00:35:56: Bist du nicht gestern Abend erst aus Mailand wiedergekommen?

00:35:59: Ruhe dich doch ein bisschen... Jerry!

00:36:01: Ich kann kein Auge zu machen.

00:36:03: Vielleicht weniger Kaffee?

00:36:05: Im Gegenteil, Jerry.

00:36:07: Mailand war der Wahnsinn.

00:36:09: die Cafés, der Espresso.

00:36:12: Warum machen wir das nicht?

00:36:14: Wow wow jetzt erstmal ganz langsam eins nach dem anderen.

00:36:17: Howard Lass mich doch erstmal ankommen.

00:36:21: So dir hat Mailand gefallen.

00:36:23: Du hast Espreso getrunken Jerry.

00:36:26: Ich habe ein Erweckungserlebnis gehabt.

00:36:28: Am Morgen nach meiner Ankunft bin ich zu Fuß zur Messe gegangen.

00:36:32: Da bemerke ich diese kleine Espresso-Bar, ich also rein und der Typ hinter dem Tresen... Der Barista?

00:36:37: ...der Barista fragt...

00:36:39: Espresco?!

00:36:40: Ich nicke!

00:36:41: Und er gibt mir die kleine Tasse!

00:36:44: Jerry!

00:36:45: Ein Schluck!

00:36:46: Ich wusste gar nicht was ich sagen soll!

00:36:48: Howard du hast einfach einen Espressel in Italien getrunken.

00:36:52: Das ist eben sehr lecker.

00:36:53: Die sind da sehr stolz auf ihre Kaffeekultur.

00:36:56: Ja, genau.

00:36:57: Das können wir doch auch!

00:36:59: Ich meine die Cafés da sind so elegant.

00:37:02: Am Morgen sind sie rappelvoll.

00:37:04: Es wird das Presso serviert und alle Gäste stehen So wie hier in einer normalen Bar.

00:37:08: Howard was davon können wir auch Italien in USA holen?

00:37:13: Eine Kultur ändern?

00:37:15: Jaa

00:37:16: Warum

00:37:17: nicht?!

00:37:17: Es ist ja nicht nur ein Ort wo man hinkommt und Kaffee trinkt.

00:37:21: Die Leute lesen dort Zeitungen unterhalten sich verabreden sich Es läuft Opermusik.

00:37:26: Howard, ich hole mir jetzt einen Kaffee und dann erzählst du mir eins nach dem anderen was du glaubst was wir machen sollten.

00:37:37: Und bevor du fragst für dich heute keinen mehr Howard also los!

00:37:42: Ich höre Wir verkaufen großartigen Kaffees wirklich großartige Kaffes aber wir lassen die Kunden damit alleine Hause gehen.

00:37:51: In Italien habe ich gesehen, was passiert wenn Kaffee nicht nur ein Produkt ist sondern ein Erlebnis.

00:37:57: Der Typ hinter dem Tresen der Barista.

00:38:00: Der Barista kennt die Leute!

00:38:02: Der Espresso kommt sofort Die Gäste bleiben kurz stehen Sie reden sie kommen immer wieder Jeden Morgen aber auch Mittags Nachmittags.

00:38:10: Starbucks könnte genau das nach Amerika bringen Ein Ort, an dem Menschen Kaffee entdecken können, probieren dürfen und sofort verstehen warum unsere Bohnen etwas Besonderes sind.

00:38:22: Wir verkaufen selbstverständlich weiter Kaffees nur erzählen wir noch viel mehr eine Geschichte Geschmack Handwerk Herkunft Zubereitung Atmosphäre.

00:38:33: Wenn wir das richtig machen wird Starbucks nicht nur ein Laden in dem man Bohnens kaufen kann.

00:38:39: Starbucks wird der Ort An dem Amerika lernt, Kaffee anders zu trinken.

00:38:47: Kein schlechter Pitch!

00:38:49: Hauert wirklich überhaupt kein schlechter pitch Aber?

00:38:57: Ich kann auch mal mit Gordon darüber reden aber ich glaube er findet das genauso.

00:39:01: Wir sind nicht grundsätzlich dagegen Kaffee auszuschenken.

00:39:05: Im Laden im Judestrict verkaufen wir längst Kaffees in der Tasse und das werden wir bestimmt auch noch ausweiten... ...aber es lohnt sich nicht.

00:39:12: Schau dir Peats und Berkeley an.

00:39:15: Die Coffee Bar ist beliebt, ja?

00:39:17: Aber sie macht nur ungefähr zehn Prozent vom Umsatz aus um dafür jede Menge Arbeit.

00:39:21: Ich sehe einfach nicht warum wir unsere ganze Firma darauf ausrichten sollten.

00:39:25: Vielleicht hat es Potenzial aber im Moment ist Starbucks für mich kein Getränkeladen.

00:39:31: ich hoffe du kannst das verstehen Howard!

00:39:36: Deine Idee ist gut aber... Es ist der falsche Zeitpunkt!

00:39:40: Falscher Zeitpunkt.

00:39:42: Der falschezeitpunkt ist wenn man zu spät kommt.

00:39:47: Schon bald versteht Hauer, dass ein Idee nicht nur an der Skepsis seiner Chefs scheitert.

00:39:52: Baldwin und Bauker verfolgen selbst einen größeren Plan – sie wollen Peats kaufen den Laden bei dem Starbucks eins das Rösten gelernt hat!

00:40:01: Für sie ist das die Chance ihres Lebens.

00:40:03: Peats ist das Original der Ursprung dunkler Röstungen in Amerika etwa so groß wie Starbucks und mit Platz zum Wachsen in Nordkalifonien Und je weniger die anderen daran glauben, desto stärker wächst in ihm der Entschluss es seinen Vorgesetzten erst recht ein für allemal zu beweisen.

00:40:44: Das war Folge eins von vier Imperium, die Starbucks-Story von Studio J. Wenn du mehr erfahren willst über die Anfangszeit von Starbucks empfehlen wir dir die Bücher Pour Your Heart Into It von Howard Schultz und Starbuckt von Tyler Clark.

00:41:02: Ein Hinweis zu den Dialogen, die du gehört hast Wir wissen natürlich nicht genau was gesprochen wurde.

00:41:07: Alle Dialoge basieren nach bestem Wissen auf unseren Recherchen.

00:41:11: Ich bin Marc Benpoch

00:41:13: Und ich bin Aline Staskowiak.

00:41:15: Tom Erhard hat die Folge geschrieben Für Studio J ProducerInnen, Philippa Halder und Florian Ballmer.

00:41:22: ExecutiveProducer Janis Gephardt Sounddesign Mix & Master Fabien Klinkl.

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